"Santa Klose" und die ominöse 12

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"Santa Klose" und ein hungernder Franzose

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Da ist er wieder. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr auch in dieser Saison mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Diese Woche unter anderem im Angebot: Die ominöse Zahl 12, der verschwiegene Mourinho und ein Diebstahl.

 

Top-Spiele

 

Da war es also, das lange erwartete Duell Falcao gegen Messi. Im Auswärtsspiel von Atletico Madrid beim FC Barcelona hatte es auch wirklich den Anschein, als würde "El Tigre" den "Floh" einfach zerstampfen. Ein Stangenschuss, eine Top-Chance und nicht zuletzt ein Traumtor zur Führung - der Kolumbianer stellte seinen argentinischen Stürmer-Kollegen anfänglich in den Schatten. Bis, ja, bis Barca die Partie drehte, seine Chancen eiskalt nützte und Messi per Doppelpack den 4:1-Endstand herstellte. Also "Business as usual" in der katalanischen Hauptstadt, oder wie es Diego Simeone ausdrückte: "Langweilig!"

 

Wer, wenn nicht Klose? Der Deutsche wurde beim 1:0-Sieg Lazios über Inter einmal mehr zum Matchwinner. Spieler-Kollegen, Trainer, Präsidenten und natürlich auch die Zeitungen überhäuften den 34-Jährigen ("Santa Klose", "Ein Mann aus Eis und ein wunderbarer Spieler") danach mal wieder mit Lob. Auch wenn Lazio über weite Strecken das bessere Team war, muss man sagen, dass Inter mit zwei Stangenschüssen Pech hatte. Bei den "Nerazzurri" scheint seit der Glanzleistung gegen Juve die Konstanz flöten gegangen zu sein.

 

La Liga ist langweilig, die deutsche Bundesliga schon vorentschieden und selbst in der Serie A scheint Juve den Meistertitel vorbestellt zu haben. Ihr wollt Spannung? Wie wäre es mit der Ligue 1? Nach dem 1:0 von PSG über Olympique Lyon liegen mit diesen Kontrahenten und Olympique Marseille gleich drei Vereine punktegleich an der Spitze. Der Mann, der den Dreikampf möglich gemacht hat, heißt Blaise Matuidi. Der Franzose traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum Goldtor. Und Zlatan Ibrahimovic? Der gab einerseits die Vorlage - Daumen hoch -, fiel andererseits aber auch durch einen bösen Tritt gegen den Kopf von Lovren auf - Daumen runter!

Fünferkette

Aktionismus der Woche: Ligue-1-Aufsteiger Bastia wurde nach Ausschreitungen im Derby gegen Ajaccio mit einem Geisterspiel bestraft. Zahlreiche Fans strömten dennoch am vergangenen Mittwoch zum Stade Armand Cesari und schossen Feuerwerkskörper in die Arena. Resultat: Die Stadion-Sperre wurde auf eine unbefristete Zeit verlängert. Klingt nachvollziehbar. Eine wahrlich bemerkenswerte Aktion lieferte allerdings ein Vereinsfunktionär. Jo Bonavita, seit über 30 Jahren bei Bastia angestellt, trat in Folge der verschärften Sanktionen in den Hungerstreik, da er über das Vorgehen der französischen Liga LFP "empört" sei. Die Liga wolle den Klub zerstören und messe mit zweierlei Maß, verlautbarte der 73-Jährige auf der Vereinshomepage.

Zahl der Woche: Der 12. 12. 12' war ein besonderes Datum. Während sich hunderte Paare zum Standesamt aufmachten, um an diesem Tag den Bund der Ehe einzugehen, hatte Sebastian Giovinco anderes im Sinne. Die "Atom-Ameise" veranschaulichte, wie viel Macht in den Zahlen doch liegt. Der 25-Jährige erzielte an besagtem Mittwoch in der Coppa Italia gegen Cagliari, es war Juves 12. Heimspiel in dieser Saison, in der 12. Minute der zweiten Halbzeit das 1:0 und somit seinen 12. Treffer für die "Bianconeri". Dass ihm all das mit der Rückennummer 12 gelang, macht die Sache schon nahezu gespenstig.

Omen der Woche: Stadien sind die Kirchen der Sportwelt und gewisse Abläufe durchaus mit religiösen Ritualen zu vergleichen. So auch im Estadio Bernabeu, wo nach der Vorstellung der Startelf der Sprecher traditionell den Trainer ankündigt. Anstelle von "Entrenador...Jose Mourinho" folgte allerdings Schweigen. Da Espanyol-Coach Javier Aguirre wohl genannt wurde, spricht manch einer in Spanien bereits von einem Vorzeichen - geht die Ära Mourinho in Madrid etwa sang- und klanglos zu Ende? In Barcelona will man sich das nicht vorstellen. Dort skandierten die Fans während der Partie gegen Atletico "Mourinho, wir lieben dich. Bleib' noch in Madrid!"

Idioten der Woche: Rassismus von Fußball-Fans ist leider ein grenzübergreifendes Problem in Europa. Ein neues Negativ-Highlight setzen nun Anhänger von Zenit St. Petersburg. "Wir sind keine Rassisten, aber die Abwesenheit von schwarzen Spielern ist eine wichtige Tradition, die die Idenität des Klubs stärkt", heißt es in einem jüngst veröffentlichten Manifest. Begründung: "Als nördlichster Klub der großen europäischen Städte gab es nie Verbindungen zu Afrika, Lateinamerika, Australien oder Ozeanien." Wie auch das Saloon-Team sprach sich Zenit sofort öffentlich gegen diese Einstellung seiner sogenannten "Fans" aus und betonte, worum es "im Klub, im Fußball und im Sport allgemein" geht: "Kampf gegen Intoleranz" - dem ist nichts mehr hinzuzufügen.


Diebstahl der Woche: In Hamburg trug sich ein beispielloses Verbrechen zu: Paul Scharners Rad wurde gestohlen. Der ÖFB-Teamspieler i. R. lieferte via "Facebook" den Nachruf gleich selbst: "10 Jahre lang hast du mir gute Dienste geleistet. Warst für mich immer da, egal ob in Österreich, Norwegen, England oder Deutschland. Aber nun bist du mir genommen worden. Ich werde dich vermissen und als Zeichen für 1 Jahr kein neues Fahrrad kaufen. Lebe wohl mit deinem unrechtmäßigen Besitzer." Wir trauern mit ihm...

 

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Den besten Fußballer der Welt einfach mal drücken!

Schattenspiel

Galatasaray gegen Fenerbahce, Tabellenführer gegen Verfolger, Süper Spiel in der Süper Lig. Die Gastgeber starteten, getragen von der Unterstützung der über 50.000 Anhänger in der Türk Telekom Arena, hervorragend in das 373. Derby. Hamit Altintop traf nach sechs Minuten nur die Stange, vier Minuten später war der Ball unter Mithilfe von Fener-Abwehrmann Bekir Irtegün im Tor. Danach waren jedoch die Gäste aus dem asiatischen Teil Istanbuls am Drücker und kamen durch Hasan Ali (23.) zum Ausgleich. Nun wieder Gala: Nach einem Foul an Selcuk Inan trat der Kapitän der "Löwen" selbst zum Freistoß an und schoss sein Team in Minute 36 mit 2:1 in Front. An diesem Spielstand sollte sich schließlich nichts mehr ändern, weil die zweite Hälfte - mit Ausnahme der Gelb-Roten für Raul Meireles (83.) - weitaus weniger Aufregendes bot. In der Tabelle zieht Gala damit fünf Punkte davon.

Legionäre der Woche

Andi Weimann muss hier einfach seine Erwähnung finden. Ein Tor an der Anfield Road schießt man ja nicht alle Tage. Der Aston-Villa-Stürmer - unter der Woche Doppelpack-Schütze im League Cup gegen Norwich City - profitierte dabei von einem idealen Pass von Christian Benteke, der selbst die beiden weiteren Treffer beim 3:1-Auswärtssieg beisteuerte. Das bringt uns sogleich zum zweiten Legionär, der seines Zeichens mit einem wunderbaren Assist aufzeigen konnte. György Garics' Flanke auf Panagiotis Kane führte nicht nur zum zwischenzeitlichen 2:2 beim 3:2-Auswärtssieg in Neapel, sondern zugleich zu einem der schönsten Treffer dieser Serie-A-Saison. Ob als Vorlagengeber oder Torschütze - Rot-weiß-rot glänzt in Europas Top-Ligen.

"On Fire"

In der CL enttäuschte Benfica. Trotz einer lösbaren Gruppe wurde der Aufstieg in das Achtelfinale verpasst. In der Meisterschaft läuft es dafür umso besser. Zehn Siege, davon zuletzt acht am Stück, und zwei Unentschieden nach zwölf Runden können sich mehr als sehen lassen. Am Wochenende fuhren die Hauptstädter mit 4:1 über Maritimo Funchal drüber. Aber Achtung: Beide Spiele gegen Porto stehen noch aus und auch der Erzrivale ist noch ohne Niederlage.

 

"On Ice"

Ja, liebe Schalke-Fans, das waren noch Zeiten, als sie Bayern-Jäger zu eurem Team sagten. Moment, allzu lange ist das gar nicht her. Nach Spieltag elf lagen die "Königsblauen" noch sieben Punkte hinter den Münchnern auf Rang zwei. Was folgte, war eine Unserie von sechs Bundesliga-Spielen ohne Sieg. Nach unzufriedenstellenden Ergebnissen gegen Leverkusen (0:2), Frankfurt (1:1), Hamburg (1:3), Gladbach (1:1), Stuttgart (1:3) und Freiburg (1:3) ist nun auch noch der Trainer weg. Zum Glück kommt nun die Winterpause, wo ja gleich die ganze Liga "auf Eis" liegt.

Trainer Yuran hat sich optisch kaum verändert

Was macht eigentlich … Sergei Yuran?

Man erinnert sich - vor allem in Graz - noch an die Zeit, als der Russe, der einst für Dynamo Kiew, Benfica und den FC Porto auf Torejagd ging, den SK Sturm in der Champions League unterstützte. 2001 setzte eine schwere Verletzung der aktiven Karriere des heute 43-Jährigen vorzeitig ein abruptes Ende. Eine bewegte Laufbahn als Trainer sollte allerdings ihren Anfang nehmen. Nach assistierender Tätigkeit bei Spartak Moskau ging es über Stationen wie unter anderen Dynamo Stavropol, FC Ditton und den FC Khimki zu FC Sibir Novosibirsk. Schon beim Aussprechen des Namens lässt sich die Kälte des neuen Arbeitsplatzes erahnen, weswegen es logisch ist, dass sich Yuran derzeit in der Winterpause befindet. Im Frühjahr soll mit dem russischen Zweitligisten jedoch das Projekt Aufstieg gestartet werden. Derzeit fehlen dem Tabellen-Fünften drei Punkte auf einen Relegationsplatz.

Fußnoten

Quote - Die Bayern erzielten in allen ihren 26 Pflichtspielen der Saison mindestens ein Tor.

Frohes Fest - Seit dem Wiederaufstieg 2002 konnte Hannover 96 das letzte Bundesligaspiel vor Weihnachten nicht gewinnen.

Tradition - Ligue-1-Schlusslicht Nancy fabrizierte gegen Bordeaux das fünfte 1:1 in Folge.

Maschine - Pirlo brachte gegen Atalanta 123 Pässe an den Mann und stellt damit eine Saison-Rekordmarke in der Serie A auf. Ebenfalls Top: Der Juve-Regisseur verwandelte beim 3:0 bereits seinen vierten direkten Freistoß.

Erlösung - Im 17. Saisonspiel fuhr QPR endlich den ersten Saisonsieg ein (2:1 gegen Fulham).

Jubiläum - Cristiano Ronaldo erzielte beim 2:2 gegen Espanyol sein 100. La-Liga-Tor in der Mourinho-Ära.

Angstgegner - Swansea hat in der Liga noch an der White-Hart-Lane gewonnen. Auch am Wochenede triumphierte Tottenham mit 1:0.

Jubel-Garantie - Keiner der Top-Drei, sondern Stade Brest ist der einzige Verein in der Ligue 1, der in jedem bisherigen Heimspiel getroffen hat.

Unersättlich - Zum Abschluss noch ein Messi-Fact. Der Doppelpack gegen Atletico war sein elfter in dieser La-Liga-Saison, der sechste in Folge. Inklusive eines Triplepacks lässt sich feststellen: Wenn der Argentinier in der Meisterschaft trifft, dann nie nur ein Mal.

 

Christian Eberle/Máté Esterházy

 

PS: Das Saloon-Team verabschiedet sich in eine kurze Weihnachtspause, aus der wir durch zahlreiche Lebkuchen frisch gestärkt zurückkehren werden. Allen Lesern wünschen wir Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, das uns weiterhin mit Highlights aus der Welt des runden Leders verwöhnen wird.

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