Im Zeichen der Solidarität

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Des Fußballs schöne Seiten: Fair Play und Solidarität

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Da ist er wieder. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr auch in dieser Saison mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Diesmal im Angebot: Ein Verein, der Barca und Bayer alt aussehen lässt, ein Spieler, der Van Bommel und Gattuso in den Schatten stellt, und ein Instrument, das die Vuvuzelas vergessen macht.

Top-Spiele

Von einer "Mini-Krise" war die Rede, nachdem Double-Sieger Borussia Dortmund zuletzt zweimal in Folge nicht gewinnen konnte. Vom "furiosen BVB" sprach man nach dem 5:0-Schützenfest gegen Borussia Mönchengladbach. Der Vorjahres-Vierte wurde im Signal Iduna Park regelrecht auseinander genommen. Überragender Mann auf dem Platz war ausgerechnet ein Ex-"Fohlen". Marco Reus war bis zu seiner Auswechslung an nahezu jeder gelungenen Aktion der Klopp-Elf beteiligt und steuerte zwei Treffer bei. Aus Respekt vor seinem einstigen Arbeitgeber verzichtete er auf Jubelgesten.

Vor dem Londoner Stadt-Derby waren beide ungeschlagen, nach dem Spitzenspiel ist es nur noch der FC Chelsea. Die "Blues" feierten beim FC Arsenal einen 2:1-Sieg und festigten damit ihre Spitzenposition in der Premier League. Zwar konnte Gervinho die Gäste-Führung durch Torres noch ausgleichen, doch auf Matas neuerlichen Treffer fanden die "Gunners" keine passende Antwort. Trainer Wenger war nicht gut auf seine Mannen zu sprechen: "Es ist inakzeptabel, in großen Spielen solche Gegentore zu kassieren. Ich bin tief enttäuscht."

Der Schiedsrichter, in Spanien "El arbitro" genannt, stand in Runde sechs mal wieder im Mittelpunkt. Im Spiel des bislang noch ungeschlagenen FC Sevilla gegen Tabellenführer FC Barcelona schloss Antonio Miguel Mateu Lahoz Sevillas Gary Medel beim Stand von 2:1 für die Andalusier nach einer fragwürdigen Tätlichkeit aus und ließ dann auch noch fünf Minuten nachspielen. Barca war es so leichter, die Partie drehen und mit 3:2 die blütenweiße Weste zu behalten. Der Aufschrei in Madrid war nicht zu überhören, zwei Elfmeter-Geschenke im Spiel gegen Deportivo später, war er dann aber nicht mehr ganz so laut.

Viererkette

Erkenntnis der Woche: Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Die Betonung liegt auf NEBEN. Leider wird uns das immer erst dann bewusst, wenn etwas Unvorhergesehenes - häufig etwas Tragisches - passiert. Boris Vukcevic, ein 22-jähriger Deutsch-Kroate, ist am Freitag mit seinem Auto schwer verunfallt. Er krachte in einen LKW und musste notoperiert werden. Seither liegt der Mittelfeldspieler im künstlichen Koma und kämpft um sein Leben. Der FC Augsburg, Gegner der TSG am Wochenende, rannte beim Aufwärmen mit "Gute Besserung BORIS"-Shirts auf den Platz, zahlreiche Spieler und Vereine meldeten sich zu Wort und sind in Gedanken bei Vukcevic. Wir wollen uns anschließen: Alles Gute, Boris!

Raubein der Woche: Mark van Bommel wird nachgesagt, ein echtes Raubein zu sein. Gennaro Gattuso fällt ebenfalls in diese Kategorie und auch Nigel de Jong ist wahrlich kein unbescholtenes Blatt, was harte Fouls betrifft. Stellt man dieses Trio (kurioserweise spiel(t)en alle beim AC Milan) allerdings Gerardo Alberto Bedoya Munera gegenüber, erscheinen sie wie eine Herde Unschuldslämmer. Der 36-Jährige, beim kolumbianischen Klub Independiente Santa Fe engagiert, wurde vor wenigen Tagen im Spiel gegen Millonarios nach einem Ellbogenschlag samt anschließendem Tritt an den Kopf seines Gegenspielers vom Platz gestellt. Für diese Untat fasste er 15 Spiele Sperre aus. Wirklich neu sind die Zwangspausen für Munera nicht, war es doch - bitte festhalten - der 41. (!) Platzverweis seiner Karriere.

Debatte der Woche: Fairplay-Hero oder scheinheiliger Möchtegern-Held? Miroslav Klose gab bei der 0:3-Pleite Lazios in Neapel beim Stand von 0:0 in der dritten Minute zu, ein irreguläres Tor erzielt zu haben. Der Deutsche nahm die Hand zur Hilfe und beichtete dies dem Schiedsrichter. "Dafür verdient er einen Preis", sprach sich Paolo Cannavaro für Klose aus. Lazio-Legende Paolo di Canio hält wenig davon. "Klose ist nicht so kristallklar, wie es scheint", so der Ex-Kapitän. "Nachdem er begriffen hat, dass die Kameras alles aufgenommen haben und er eine schlechte Figur abgeben würde, hat er seinen Fehler zugegeben." Der 44-Jährige muss es wissen, wurde er doch 2001 aufgrund eines "besonders guten Akts sportsmännischen Verhaltens" mit dem FIFA Fairplay-Preis ausgezeichnet.

Musikinstrument der Woche: Lange ist es her, seit der "Klang" der Vuvuzelas in Südafrika als nervtötendstes Begleitgeräusch in die WM-Geschichte eingegangen ist. Für 2014 präsentierte nun der brasilianische Musiker Carlinhos Brown den offiziellen Nachfolger der langen Tröten - die Caxirolas. Diese kleinen Büchsen, von den traditionellen Rasseln Caxixi inspiriert, sollen das Rhythmus-Gefühl der Samba-Nation im Stadion akustisch widerspiegeln. Nach dem phänomenalen Maskottchen - einem Kugel-Gürteltier - und der vom Saloon-Team aufgestellten Prognose, dass Ober-Kritiker Romario sich als selbst nominierter Teamchef Brasiliens gleich selbst aufstellt, schon der dritte Grund, warum man sich auf das Großereignis freuen darf.

                                                                    Bild der Woche

Bei Fans und Spielern der TSG Hoffenheim sind die Gedanken beim schwer verunfallten Boris Vukcevic.

Schattenspiel der Woche

Die Ausgangssituation vor dem "Größten Spiel des kroatischen Fußballs" Dinamo Zagreb gegen Hajduk Split war klar. Die Gäste aus Dalmatien brauchten unbedingt einen Sieg, um den Rückstand auf den Tabellenführer aus der Hauptstadt zu verkürzen. Dementsprechend legte Hajduk auch los und ging bereits nach nicht einmal einer Minute durch Caktas in Führung. Sammir mit einem sehenswerten Volley (37.), Cop (44.) und abermals Sammir (79., Elfer) drehten das Spiel allerdings zu Gunsten des Meisters. Der 3:1-Derby-Erfolg vor eigenem Publikum bietet allen Grund zu feiern und den Vorteil, dass das erste Bier nicht im Mannschaftsbus getrunken werden musste. So spart sich Domagoj Vida diesmal die 100.000 Euro.

"On Fire"

Der FC Barcelona eilt ebenso von Sieg zu Sieg wie der FC Bayern. Beide Teams werden dafür schon seit Wochen gefeiert. Im Schatten der beiden Top-Klubs prolongiert derweilen Shakhtar Donetsk eine schier unglaubliche Serie. Sage und schreibe 25 Pflichtspiel-Siege in Folge hat der ukrainische Meister inzwischen auf dem Buckel, insgesamt ist die Mannschaft von Mircea Lucescu seit 29 Matches unbezwungen. Die "Kroty" ("Maulwürfe") mussten sich zuletzt am 23. November 2011 dem FC Porto in der Champions League geschlagen geben.

"On Ice"

Schon die Vorzeichen für diese Saison waren katastrophal. Mit mehr Glück als Verstand hatte Servette Genf die Lizenz gelöst, die finanzielle Schieflage des Klubs hatte den Fortbestand des 19-fachen Meisters in der Super League gefährdet. Der Saisonstart misslang völlig, Trainer Joao Alves wurde deshalb seines Amtes enthoben. Unter Neo-Coach Sebastien Fournier wurde die Lage nicht besser, auch nach dem elften Spieltag wartet Servette weiter auf einen Sieg. Zwei Punkte und magere fünf Treffer stehen auf der Habenseite. Fournier wird seinen Spielern daher gehörig Beine machen. Dass der 41-Jährige dabei auch vor Kritik nicht zurückschreckt, zeigt sein letztes Engagement. Beim FC Sion wurde ihm ein Abschied nahegelegt, nachdem er seine Schützlinge laut Medienberichten als "Arschlöcher" und "Hurensöhne" beschimpfte.

Bekannter Mann im weniger bekannten Dress

Was macht eigentlich … Wayne Bridge?

Lange Jahre spielte Wayne Bridge gemeinsam mit John Terry beim FC Chelsea, ehe ein - nennen wir es einmal - persönlicher Disput die beiden Verteidiger voneinander trennte. Nun sind die zwei Routiniers an der Tabellenspitze Englands wieder vereint, zumindest ligenübergreifend. Nach den Stationen ManCity, West Ham und Sunderland ist Bridge nämlich mittlerweile an Brighton & Hove Albion, den aktuellen Leader der Championship, ausgeliehen. Dort hat sich der 36-fache englische Teamspieler gut eingefügt, wurde zum absoluten Stammspieler und durfte sich bereits zwei Mal in die Torschützenliste eintragen. Zuletzt gegen Birmingham setzte es allerdings die zweite Saison-Niederlage, die Verfolger haben aufgeschlossen, womit jegliche Verbindung zu Terry bald schon wieder dahin sein könnte.

Fußnoten

Omen I - ManUnited und der Zehn-Jahres-Rhythmus. Zuletzt verlor man 1992/93 sowie 2002/03 zwei der ersten sechs Spiele. Am Ende der Saison wurde jeweils der Meisterpokal gestemmt.

Omen II - Fünf Siege und ein Remis aus sechs Matches - eine Ausbeute, die der SSC Napoli bereits dreimal vorzuweisen hatte. In zwei Fällen ging der Scudetto in die Küstenstadt.

Blitztor - Ganze 66 Sekunden nach seiner Einwechslung erzielte Edin Dzeko den 2:1-Siegtreffer ManCitys bei Fulham. Es war das schnellste Joker-Tor der Saison.

Jubiläum I - Bastian Schweinsteiger stand am Samstag in Bremen (2:0 für die Bayern) zum 400. Mal für die Bayern in einem Pflichtspiel auf dem Platz.

Jubiläum II - Sergio Ramos absolvierte gegen Deportivo La Coruna sein 300. La-Liga-Spiel.

Jubiläum III - Der HSV feierte am 29. September seinen 125. Geburtstag und gewann just am Jubeltag mit 1:0 gegen Hannover 96. Wir verneigen uns vor dieser Tradition und gratulieren dem "Bundesliga-Dino" aus ganzem Herzen.

Double - Ein Tor gegen den FC Barcelona und Real Madrid gelang Piotr Trochowski in dieser Saison. Dieses Kunststück vollbrachte in diesem Jahrtausend noch kein anderer Deutscher.

Saisonrekord - Manche lernen eben doch nicht dazu. Adam Szalai lief gegen Wolfsburg sieben Mal ins Abseits.

Serie - Eine solche pflegte Robert Lewandowski. In 46 Pflichtspielen en suite stand er in der Startelf des BVB. Gegen Gladbach (5:0) kam er nicht einmal zu Joker-Ehren.

 

Rätsel-Auflösung

Der Username ließ nicht es nicht unbedingt vermuten, doch "liverpool321" belehrte uns eines Besseren und bewies Fachwissen bezüglich des FC Barcelona. Die Zahlen 1, 2, 10, 14, 15, 46, 61 und 69 entsprechen tatsächlich jenen Minuten, in denen Lionel Messi noch nie für den FC Barcelona getroffen hat. Hut ab! Vor beiden!


 

Christian Eberle/Christoph Nister

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