FC Chelsea besteigt Europas Thron

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Aus, Schluss, basta - die Fußball-Saison ist de facto zu Ende.

Nur die Copa del Rey zwischen Athletic Bilbao und dem FC Barcelona ist noch auszuspielen (Fr, 25.5., LIVE bei LAOLA1.tv).

Aber es ist schon Zeit, um mit dem LAOLA1-Saloon noch einmal auf die spannendsten Momente und kuriosesten Fakten zurückzublicken.

Mit dabei sind denkwürdige Partien, beeindruckende Serien und der Siegeszug der Retortenklubs. Natürlich darf auch unser aller Liebling Mario Balotelli nicht fehlen. Und zum Schluss gibt es auch noch eine Anmerkung in eigener Sache. Viel Spaß beim Lesen!

Top-Spiele der Saison

Allen voran ist natürlich das jüngst gespielte Champions-League-Finale FC Bayern gegen Chelsea zu nennen. (Highlights des Spiels)  "Sie sind die Besten", heißt es schließlich schon in der Hymne der Elite-Liga. Ob mit den "Blues" nun wirklich auch das beste Team gewonnen hat, sei dahingestellt. Das Ambiente war auf jeden Fall eines Top-Spiels würdig. Stundenlange Vorberichterstattung, ein Legenden-Spiel mit Granden wie Jay Jay Okocha oder Paule Breitner und ein Potpourri aus Weißwürsten und Guinness-Bier machten das "Finale dahoam" zum Spektaktel. Ein würdiger Abschluss einer großen CL-Saison.

Es war der Auftakt zum 28. Spieltag und zugleich ein Höhepunkt in der Bundesliga-Saison. Borussia Dortmund empfing den VfB Stuttgart und befand sich - wieder einmal - auf Siegkurs. Die Schwaben jedoch steckten ein 0:2 weg, drehten die Partie und lagen plötzlich 3:2 in Front. Klopps Jungs hielten eisern dagegen, sorgten ihrerseits erneut für eine Wende und jubelten überschwänglich, als Perisic nach 87 Minuten das 4:3 erzielte. Doch bekanntlich lacht der am besten, der zuletzt lacht: Der VfB! Gentner hatte noch ein Ass im Ärmel und stach in Minute 92 zum 4:4. "Einfach geil!", hieß es hinterher. Treffender geht's nicht!

Gerade einmal drei Spieltage waren in der Premier League gespielt und schon hatte die Liga ihr erstes skandalös denkwürdiges Spiel. Manchester United schickte Arsenal mit einer 8:2-Packung nach Hause. Drei Mal Rooney, zwei Mal Young, Welbeck, Nani und Park bzw. Walcott und van Persie sorgten für den höchsten Saisonsieg. Die zehn Tore im Old Trafford sind sinnbildlich für den Treffer-Reichtum in Englands oberster Spielklasse. Sechs Runden später bekamen die "Red Devils" dies beim 1:6 gegen den späteren Champion ManCity am eigenen Leib zu spüren. Arsenal rehabilitierte sich seinerseits unter anderem mit einem 5:3 bei Chelsea. 

Für viele Fußball-Experten konnte das einzig legitime Champions-League-Finale nur Real Madrid gegen FC Barcelona lauten. Die beiden Vereine seien einfach noch eine Stufe höher als der Rest Europas zu stellen. Tja, da aber sowohl die "Königlichen" als auch der katalanische Erzrivale im Halbfinale patzten, blieb das Duell in der Königsklasse aus. Immerhin sorgten die sechs (!) Clasicos der Spielzeit 2011/12 bereits für genug Gesprächsstoff. Mourinhos Finger-Attacke, Guardiolas Taktik-Rochaden oder Ronaldos extravaganten Jubel sei Dank.

Warum immer Mario? Weil er der Coolste ist

Dreierkette

Balotelli der Saison: Wir wollen uns outen: Ja, wir stehen auf "Super-Mario"! Der Italiener hat unglaublichen Unterhaltungswert und machte uns die Gestaltung des Saloons häufig deutlich leichter. Ob Rangeleien mit Mitspielern, Besuche im Strip-Club oder ein Auto-Crash - Balotelli war jederzeit für ein Schmankerl gut und manövrierte sich damit mitten in unsere Herzen. Diesen Chaoten muss man einfach mögen!

Wiederauferstehung der Saison: Die Fußball-Welt hielt den Atem an, als Fabrice Muamba am 17. März während des FA-Cup-Spiels seiner Bolton Wanderers gegen Tottenham plötzlich am Spielfeld zusammenbrach. 78 Minuten hörte das Herz des 24-Jährigen auf zu schlagen. Umso erfreulicher, dass nach diesem Schock die Nachrichten von Tag zu Tag besser wurden. Am 16. April konnte der Mittelfeldspieler das Spital wieder verlassen, am 2. Mai bedankte er sich für den Support der Fans mit einem rührenden Auftritt im Reebok Stadium und nun denkt Muamba bereits wieder an ein Comeback auf dem Rasen. "Es wäre großartig, wieder Fußball zu spielen und ich hoffe, dass es auch passiert!“ Werter Fabrice, wir hoffen mit dir!

Schlussrechnung der Saison: Von wegen Geld schießt keine Tore. Fragen sie Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan. Der Eigentümer von Manchester City soll laut Angaben knapp eine Milliarde Euro in die "Sky Blues" investiert haben, um nun endlich in der Endtabelle ganz oben zu stehen. Sogar noch ein wenig mehr hat Roman Abramovich in seinen FC Chelsea gesteckt - für einen Champions-League-Titel muss man demnach mehr als eine Milliarde locker machen. Die Qualifikation für die Elite-Liga ist schneller und billiger erreichbar, wie Abdullah Bin Nasser Al Thani (FC Malaga) und Nasser Al-Khelaïfi (PSG) vorführen. Weitaus schwerer scheint da schon die Rückkehr in die Ligue 1 zu sein. Monaco-Mäzen Dmitry Rybolowlew wird's wissen!

Schattenligen

Mit dem Premieren-Erfolg für Montpellier HSC ist am Sonntag die letzte Meister-Entscheidung in Europas Top-Ligen gefallen. (Hier gehts zur Meister-Diashow) Auch abseits von Real, City, Juve oder BVB finden sich einige bekannte Namen unter den Titelträgern. Da nicht jede Liga so prominent ist, wie etwa die Serie A, sollen hier auch weniger bekannte Champions Europas ihren Ruhm bekommen. Der LAOLA1-Saloon gratuliert somit:

Linfield FC (Nordirland), F91 Dudelange (LUX), FC Valletta (MAL), FC Lusitanos (AND), B36 Torshavn (FÄR), FC Basel (CH), BATE Borisov (BLR), Dinamo Zagreb (CRO), MSK Zilina (SLK), FK Partizan Belgrad (SRB), Helsingborgs IF (SWE), Sheriff Tiraspol (MOL), VSC Debrecen (UNG), NK Maribor (SLO), FK Ventspils (LAT), Slovan Liberec (CZ), Slask Wroclaw (POL), HJK Helsinki (FIN), Molde BK (NOR) AEL Limassol (CYP), Ekranas Panevezys (LIT), Shamrock Rovers (IRL), Hapoel Ironi Kiryat Shmona (ISR), Shakhter Karagandy (KZA), RSC Anderlecht (BEL), Olympiacos Piräus (GRE), CFR Cluj (ROM), Celtic Glasgow (SCO), FC Porto (POR), Zenit St. Petersburg (RUS), Ajax Amsterdam (NED), Shakhtar Donetsk (UKR), Galatasaray (TUR), Zeljeznicar (BIH), Skenderbeu Korce (ALB), Flora Tallin (EST), Neftchi Baku (AZE), The New Saints (WAL), FC Ulisses (ARM), FK Vardar (MAZ), Knattspyrnufélag Reykjavíkur (ISL) und nicht zuletzt Red Bull Salzburg.

In Bulgarien, San Marino, Dänemark, Montenegro und Georgien steht eine Entscheidung übrigens noch aus.

Ein Herz und eine Seele: Bayerns "linkes Duo" David Alaba und Franck Ribery

Legionär im Fokus

Darüber gibt es wohl keine Diskussion: Über die letzte Saison gesehen war David Alaba ganz klar der Legionär, der für die meisten Positiv-Schlagzeilen sorgte. "Er ist die Entdeckung der Saison", urteilte Ottmar Hitzfeld. Uli Hoeneß bescheinigt ihm eine "unglaubliche Kaltschnäuzigkeit, Christian Nerlinger traut dem 19-Jährigen zu, "einer der besten Außenverteidiger der Welt zu werden". Speziell im Frühjahr hat der jüngste ÖFB-Teamspieler aller Zeiten endgültig den Durchbruch geschafft und das Interesse internationaler Top-Vereine - darunter jenes des FC Barcelona - geweckt. Beim FC Bayern ist Alaba als Linksverteidiger gesetzt, dabei bildet er mit Franck Ribery ein überaus gefährliches Gespann. 30 Bundesliga-Einsätze, sechs im DFB-Pokal und zehn in der Champions League hat er vorzuweisen. Lediglich mit einem Titel wollte es für Alaba - und seinen Klub - nicht klappen.

"On Fire"

Unglaubliche Sieges-Serien und Stürmer, die am Fließband treffen, gab es einige. Zwei Teams haben aber in besonderer Weise ihr Logo in die Annalen des Fußballs gebrandmarkt. Real Madrid stellte einen neuen Rekord auf und beendete La Liga mit runden 100 Punkten. Vom "Weißen Ballett" zur "Weißen Weste". Diese behielt Juventus Turin über die gesamte Serie-A-Saison an und blieb in allen 38 Saisonspielen ungeschlagen. Zwei Zahlen für die Ewigkeit ...

"On Ice"

Wo Licht, da auch Schatten. Einige Teams stritten sich geradewegs darum, den Titel "Loser des Jahres" einzuheimsen. Besonders aufgedrängt haben sich folgende drei Kandidaten: AJ Auxerre, Meister von 1996 und vierfacher Cup-Sieger, mühte sich redlich um die "Rote Laterne" der Ligue 1 und wurde mit nur sieben Siegen aus 38 Spielen damit "belohnt". Nach einer grandiosen letzten Saison (Rang vier) durfte der FC Villarreal in der Champions League ran. Dort blamierten sich die "Yellow Submarines" (Vorrunden-Aus ohne Punktgewinn) sich ebenso wie in La Liga - nur Rang 18. Für großes Kino sorgte derweil der 1. FC Kaiserslautern in der Bundesliga. Wer 22 Spiele in Folge sieglos bleibt und nur vier Saisonerfolge einfährt, landet zurecht am Ende der Tabelle. Abgesehen von einer bescheidenen Saison haben die drei Traditionsklubs noch etwas gemeinsam: Ab sofort sind sie Zweitligisten.

Team(s) der Saison

Fußnoten

Ironie - Bayern kam in dieser UCL-Saison insgesamt auf 83 Eckbälle, konnte aber nur nach einem von diesen treffen. Chelsea reichte im Finale ein einziger Corner zum Tor.

Ausbaufähig - Mit dem FC Chelsea hat erstmals ein Londoner Verein den wichtigsten Klub-Bewerb gewonnen. Zugleich ist es die sechste Hauptstadt, die einen Sieger stellt. Ebenfalls in dieser Liste: Madrid, Amsterdam, Lissabon, Bukarest und Belgrad.

Schlechtes Timing - Der FC Bayern war bislang eine Macht im Elfmeterschießen. Vor dem "Finale dahoam" hatten sie noch nie eines im Europacup verloren.

Trio - Mit Didier Drogba hat sich ein dritter Afrikaner in einem CL-Finale in die Torschützenliste eintragen können. Seine Vorgänger? Rabah Madjer und Samuel Eto'o.

Jubiläum - Für die "Blues" war das Finale das 100. Match in der Champions League.

Zielwasser - Liverpool feuerte in dieser Saison insgesamt mehr Schüsse (624) ab, als die Wunder-Offensive des FC Barcelona (613).

Köpfchen - Noch einmal die "Reds": Andy Carrol schoss zwar nicht viele Tore (4), gewann aber mehr Kopfballduelle (152) als jeder andere in der Premier League. Und das obwohl er nur 21 Mal von Beginn an spielte.

Rechenspiel - Ohne die Tore von Lionel Messi stünde Barca bei nur 68 Punkten und hätte Platz zwei in der Liga gerade noch vor Valencia abgesichert. Das Rechenspiel der "Marca" hinkt aber ein wenig.

Rechenspiel II - Ohne die Tore von Robin van Persie und Wayne Rooney wären Arsenal bzw. Manchester United abstiegsgefährdet.

Rechenspiel III - Ohne die Tore von Fernando Torres hätte Chelsea genauso viele Punkte, wie sie tatsächlich haben.

 

Christian Eberle/Máté Esterházy/Jakob Faber/Christoph Nister

Ein kleines P.S. in eigener Sache:
Danke, liebe User, dass ihr den Saloon so toll aufgenommen habt. Wegen eures positiven Feedbacks fällt unsere Sommer-Pause kürzer aus als geplant. Wir arbeiten fleißig an einem Konzept für einen EURO-Saloon.

Abschließend noch eine kleine Umfrage: Wir werden versuchen, eure Wünsche in der nächsten Saison zu berücksichtigen.

Euer Saloon-Team!

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