Al-Ahli war immer schon politisch

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Der nach den Krawallen weltweit in die Schlagzeilen geratene Verein Al-Ahli ist mit 36 Meistertiteln und sechs Triumphen im afrikanischen Pendant zur Champions League der erfolgreichste Klub Ägyptens.

Viele seiner organisierten Fans, die Ultras, waren an der Revolte beteiligt, die vor einem Jahr zum Sturz des langjährigen Staatschefs Hosni Mubarak geführt hat.

Auch an den Demonstrationen der vergangenen Monate gegen den derzeit herrschenden Militärrat nahmen sie teil.

"Klub des kleinen Mannes"

Al-Ahli ("Der Nationale) wurde 1907 von gegen die britische Besatzung kämpfende Studenten in Kairo gegründet.

Schon bald avancierte der Verein zum "Klub des kleinen Mannes" - im Gegensatz zum anderen Hauptstadtverein, dem als bürgerlich geltenden Zamalek (Samalek) Sporting Club.

Erster Al-Ahli-Präsident war der Brite Mitchell Ince, 1925 wurde der Club zu 100 Prozent ägyptisch. Für die Mitgliedschaft war ein ägyptischer Pass erforderlich.

Verlieren verboten

Zuletzt wurde Al-Ahli, auch die "Roten Teufel" genannt, siebenmal in Folge ägyptischer Meister.

"Es gibt sehr wenige Vereine, die nicht das Recht haben, auch nur ein einziges Spiel zu verlieren - Al Ahli gehört dazu", meint Trainer Manuel Jose.

Unter dem Portugiesen gewann Al Ahli in der Saison 2004-2005 rekordverdächtige 55 Spiele in Folge. Erst bei der Club-WM Ende 2005 in Tokio unterlagen die Ägypter Al-Ittihad aus Saudi-Arabien.

50 Millionen Fans

Laut Angaben des Fußball-Weltverbandes (FIFA) verfügt Al-Ahli weltweit über rund 50 Millionen Anhänger.

Im Jahr 2000 nominierte der Afrikanische Fußball-Verband (CAF) Al-Ahli zum afrikanischen Klub des 20. Jahrhunderts. Die FIFA hob unter anderem mehrmals die vorbildliche Vereinsführung hervor.

Nun forderte FIFA-Präsident Joseph Blatter die Ägypter aber zu einer restlosen Aufklärung der Ursachen für die Eskalation der Gewalt auf.

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