Batman nimmt es mit Valencia auf, Toto jagt Baggio

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Das Licht am Ende des Montags-Tunnels wird angeknipst!

Der LAOLA1 Saloon ist wieder da, um euch die wichtigsten Fakten zum internationalen Fußball näher zu bringen.

Was hat sich am Wochenende getan? Wer hat sich ganz besonders ausgezeichnet? Und welche Klubs haben diesmal aufgezeigt?

Der Saloon versüßt euch den Start in die Woche mit Kuriositäten, Zahlenspiele und den wichtigsten News: Diesmal dabei Rekord-Messi, der ewige Di Natale und Batmans Angriff auf Valencia.
 

 Der FC Sevilla reiste vermeintlich auf Augenhöhe ins Camp Nou, hätte Barcelona in der Tabelle mit einem Sieg sogar überholen können. Letztlich blieb den Andalusiern aber nur die Rolle als Gast, bei Messis Party. Und damit sind wir auch schon bei der Erlösung der Woche, denn nach wochenlangem Gerede darüber, hat er es geschafft. Mit einem Freistoß zur 1:0-Führung egalisierte "La Pulga" den Uralt-Torrekord von Telmo Zarra (251) im spanischen Oberhaus. In der Schlussphase stellte Messi eine neue Bestmarke auf und baute sie gleich noch auf 253 aus. Wir halten also fest: Der Rekord ist gefallen und wir können das Thema endlich abhaken.

/?proxy=redaktion/archiv/images/RTE_Bilder/Fussball/2003550_50x25-flag-ITA.jpg Messi hin, Messi her. Das Tor, auf das wir gewartet haben, fiel in Italien. Im biblischen Alter von 37 Jahren markierte Udines Methusalem Antonio Di Natale seinen 200. Serie-A-Treffer, im 400. Spiel. Doppeltes Jubiläum also im Stadio Friuli und so war die Freude trotz des 1:1-Remis gegen Chievo riesig. "Ich möchte all den Mitspielern und Trainern danken, mit denen ich über die Jahre zusammenarbeiten durfte, meiner Frau, meinen Kindern und meinen Eltern", strahlte der Spätstarter. Sein erstes Tor in der Serie A schoss der 1,70 m kleine Angreifer erst mit knapp 25 Jahren am 14. September 2002 im Trikot von Empoli gegen Calcio Como. Über 150 Treffer gelangen ihm nach seinem 30. Geburtstag. Nun hat Toto die 205 Tore von Legende Roberto Baggio ins Auge gefasst. "Ja, ihn einzuholen ist mein nächstes Ziel", erklärt er und spekuliert gar mit einer neuerlichen Fortsetzung seiner Karriere, die er eigentlich schon vergangenen Sommer beenden wollte: "Ich habe jetzt noch sechs Monate, um darüber nachzudenken und mit den Verantwortlichen zu reden, aber egal was passiert, Probleme wird es keine geben." 

 "Die Mannschaft ist besser als der Tabellenplatz, neun Punkte aus zwölf Spielen sind einfach zu wenig. Dafür bin ich verantwortlich." Mit diesen Worten legte Armin Veh am Montag sein Amt beim VfB Stuttgart zurück. Die unglückliche 0:1-Niederlage gegen Augsburg gab ihm den Rest. Also auch der ehemalige Meistertrainer brachte die Schwaben nicht auf Kurs, für Veh war es gar sein schlechtestes Bundesliga-Engagement: Im Schnitt 0,75 Punkte pro Spiel holte er mit dem VfB, selbst mit Rostock holte er 1,05.

Die Situation von Marco Reus ist sinnbildlich für jene des BVB: Es läuft einfach nicht. Woche für Woche erwartet man den Start einer Serie, doch selbst nach dem Sieg vor der Länderspielpause gegen Gladbach, folgte in Paderborn (2:2) wieder die Ernüchterung. 2:0-Führung verspielt und Reus bis Jänner verloren, niederschmetternd aus Schwarz-Gelber Sicht. Muskelfaserriss, muskuläre Probleme, Syndesmosebandanriss, Außenbandanriss im linken Sprunggelenk, Knochenödem und jetzt Außenbandanriss im rechten Sprunggelenk - Reus fällt nach dem harten Foul von Ex-Dortmunder Marvin Bakalorz zum sechsten Mal im Jahr 2014 aus. Mehr als eine Randnotiz lieferte in diesem für Dortmund bitteren ersten Westfalen-Derby der BL-Geschichte auch Schiedsrichter Wolfgang Stark. Zwei Jahre lang wurde der aus dem bayrischen Landshut stammende Referee ob seines belasteten Verhältnisses zum BVB nicht für Spiele der Borussia angesetzt. In Paderborn pfiff er den Ruhrpott-Klub erstmals wieder, verweigerte dem regulären Treffer zum 3:1 durch Großkreutz die Anerkennung und gab nach Spielende selbst zu, dass er gegen Bakalorz besser Rot gezogen hätte. Zwei Fehlentscheidungen also, die wohl endgültig dafür sorgen, dass Stark künftig kein BVB-Spiel mehr leiten wird.

 

 Ob da den Valencia-Spielern schon die Knie schlotterten und sie deswegen das Derby gegen Levante (Highlights) verloren? Immerhin wurde der dunkle Ritter mit einer Beschwerde beim La-Liga-Klub vorstellig. Gut, nicht Batman selbst, aber DC Comics, das die Rechte am Helden hält. Streitpunkt ist das Logo Valencias und die darin enthaltene Fledermaus, gleichzeitig Symbol des Beschützers von Gotham City. Die Ähnlichkeit passt dem Unternehmen gar nicht, weshalb nun offiziell Beschwerde beim europäischen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt eingereicht wurde. In Valencia sieht man dem ganzen allerdings gelassen entgegen. Seit 1919 verwendet der Klub die Fledermaus in seinem Logo, im Wappen der Stadt tauchte sie im 13. Jahrhundert erstmals auf. Batman bekämpft das Böse erst seit 1939. Batman sollte sich jedenfalls wieder auf Gotham konzentrieren, mehr als den einen oder anderen Joker wird er in Valencia ohnehin nicht finden.

 Emmanuel Adebayor hat Angst um seine Gesundheit. Der 30-jährige Tottenham-Stürmer meinte kürzlich, dass seine Mutter sowie einige seiner Schwestern westafrikanische Hexenrituale namens "Juju" verwendeten, um seine Karriere vorzeitig zu beenden. Dabei soll es sich um einen Rache-Akt handeln, weil der Togolese die Frau Mama aus einem seiner Häuser geworfen hat.

Nachdem Liverpool in der Vorsaison an der langersehnten Meisterschaft schnupperte, finden sich die "Reds" im Herbst 2014 wieder einmal im Tal der Tränen wieder. Drei PL-Niederlagen in Folge, Tabellenplatz 12, ein Tiefpunkt jagt den nächsten. Trotz früher Führung von Rickie Lambert ging auch das Spiel bei Crystal Palace 1:3 verloren. Der ehemalige Rekordmeister ist mächtig am Sand und völlig verunsichert. Als symptomatisch darf man daher auch folgenden Freistoß von Keeper Simon Mignolet ansehen, die Ex-Liverpool-Kapitän Jamie Carragher als "schrecklich, einfach schockierend" bezeichnete: 

Gegen das ÖFB-Team fehlten jene Brasilianer, die in der heimischen Liga ihr Brot verdienen, weil die Meisterschaft im Land des WM-Gastgebers in den Endzügen liegt. Die Entscheidung um Platz eins ist nun, drei Runden vor Schluss, gefallen. Cruzeiro Belo Horizonte fixierte mit einem 2:1-Sieg über Goias vorzeitig die erfolgreiche Titel-Verteidigung, Verfolger FC Sao Paulo kann die "Füchse" nicht mehr einholen. Nach 1966, 2003 und 2013 ist es der vierte Meistertitel in der Geschichte des Klubs aus Minas Gerais.

Was macht eigentlich ...

Peter Lövenkrands?

Der 34-Jährige gab vergangene Woche sein Karriereende bekannt. Seit dem Auslaufen seines Engagements bei Birmingham City im Sommer fand der Däne keinen Klub mehr und entschied sich nun dazu, die Schuhe an den Nagel zu hängen. "Ich habe mit meinen Toren in der Champions League für die Rangers Geschichte geschrieben, Meisterschaft und Cup gewonnen, das Oldfirm in der Schlussminute entschieden, bin Spieler der Saison bei Schalke geworden, habe Newcastle zurück in die Premier League geholfen und für mein Land bei einer WM und EM gespielt", fasst der gebürtige Horsholmer seine Karriere via Twitter zusammen.

On Fire

Nach den Sommer-Abgängen von Trainer Ronald Koeman, Stürmer Graziano Pelle sowie den niederländischen WM-Startern Stefan de Vrij, Bruno Martins Indi und Daryl Janmaat legte Feyenoord einen kapitalen Fehlstart hin. Nach  sechs Runden stand der Meistercup-Sieger von 1970 nur auf Rang 15. Aber Coach Fred Rutten scheint an den richtigen Schrauben gedreht zu haben: Mit sechs Siegen aus den letzten sieben Partien (1 Remis) kämpfte sich Feyenoord auf Platz vier vor und kassierte in diesem Zeitraum nur ein Gegentor.

 

On Ice

Letzte Saison beendete der FC Parma die Serie-A-Tabelle noch auf Rang sechs, in der aktuellen Spielzeit rennt bei den "Gialloblu" gar nichts zusammen. Nach zwölf Runden stehen rekordverdächtige zehn Niederlagen zu Buche. Vor allem die Defensivbilanz ist mit 30 Gegentoren katastrophal. Die zweitschlechtesten Abwehrreihen (Cagliari, Hellas) kassierten zehn Treffer weniger. Und weiteres Ungemach droht: Aufgrund finanzieller Ungereimtheiten muss der Klub mit Punkte-Abzügen rechnen. Immerhin trifft Antonio Cassano noch halbwegs regelmäßig (Fünf Tore, ein Assist).

Rätsel

Im letzten Saloon wollten wir von euch wissen, welcher Spieler von Hertha BSC 2010 in der Partie gegen Aachen den Busen von Schiedsrichterin Bibi Steinhaus streifte. Die richtige Antwort lautete: Peter Niemeyer.

Unser Gewinner: Thomas aus Graz.

Auch ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka freute sich mit unserem Nationalteam über den Sieg gegen Russland und kramte daraufhin ein Foto aus seinem Archiv.

Eure Aufgabe lautet diesmal: Nennt uns alle Fehler, die der ehemalige Sport-Staatssekretär in folgendem Tweet versteckt hat.

Eure Antworten mit Name und Post-Adresse bitte an saloon@laola1.at. Zu gewinnen gibt es eine Kiste feinstes Stiegl Bier.

Fußnoten

Ungewohnt - Das 1:1 zwischen Milan und Inter am Sonntag war erst das 2. Unentschieden in den letzten 20 Mailänder Derbys

Unsicher - Torino konnte in der Serie A keinen seiner letzten 5 Elfmeter verwandeln. In dieser Saison scheiterten bereits drei verschiedene Schützen.

Beendet - Nach der Rekord-Serie von 19 ungeschlagenen Auswärtsspielen in der 2. BL, schlich Tabellenführer Ingolstadt in Nürnberg erstmals wieder als Verlierer vom Platz.

Ungleichgewicht - Roberto Di Matteo gewann als S04-Trainer alle vier Heimspiele, auswärts gingen alle drei verloren.

Tiefstwert - 17 Punkte aus 12 Spielen, so schlecht startete Arsenal noch nie in die Premier League

Tiefstwert II - Liverpool kassierte in dieser Saison im Schnitt 1,5 Gegentore pro PL-Partie, so löchrig war die "Reds"-Defensive noch nie. 

Serie - Levante gewann erstmals drei Heimspiele in Folge gegen Valencia

Elfer-Schütze - Cristiano Ronaldo traf seit der Saison 2009/10 42 Mal per Elfmeter. In den Top-5-Ligen gelangen in diesem Zeitraum keinem Spieler mehr Strafstoß-Tore.

 

Máté Esterházy/Christoph Kristandl/Manuel Preusser

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