"CR7" verschenkt Uhren, Schieber hat Mitleid

Aufmacherbild
 

Das Licht am Ende des Montags-Tunnels wird angeknipst!

Der LAOLA1 Saloon ist wieder da, um euch die wichtigsten Fakten zum internationalen Fußball näher zu bringen.

Was hat sich am Wochenende getan? Wer hat sich ganz besonders ausgezeichnet? Und welche Klubs haben diesmal aufgezeigt?

Der Saloon versüßt euch den Start in die Woche mit Kuriositäten, Zahlenspielen und den wichtigsten News: Diesmal mit einem großzügigen Ronaldo, einem mitfühlenden Julian Schieber und Mafia-Verschwörungstheorien in der Serie A.

 Eine Runde wie gemalt für Real Madrid. Während die Königlichen wegen ihrer Teilnahme an der Klub WM in Marokko bereits am Freitag mit 4:1 bei Almeria vorlegen konnten, scheiterten die Verfolger des Tabellenführers allesamt daran, nachzuziehen.

Barca dominierte in Getafe zwar, brachte den Ball aber nicht im Tor unter. "Wir sind ein bisschen besorgt über den Abstand, denn er macht die Dinge für uns schwieriger", gesteht Sergio Busquets nach der Nullnummer (Zusammenfassung). Vier Punkte liegen die Katalanen nun schon zurück. Bereits sieben Punkte Rückstand weist Meister Atletico auf, der gegen Villarreal einem aberkannten Mandzukic-Treffer hinterhertrauerte und letztlich 0:1 (Zusammenfassung) verlor. Und auch der Tabellenvierte FC Sevilla spielte gegen Eibar nur 0:0 (Zusammenfassung).

Grund zum Feiern gibt es bei den Madrilenen also genug. Zudem sorgt auch Cristiano Ronaldo für gesteigerten Teamgeist. Der Doppeltorschütze (Liga-Saisontore 24 und 25) zeigte sich rechtzeitig vor Weihnachten wieder einmal von seiner ganz großzügigen Seite und schenkte jedem seiner Mitspieler, die mit ihm in diesem Jahr den langersehnten Champions-League-Titel nach Madrid holten, eine Luxusuhr mit spezieller Gravur im Wert von je rund 8.200 Euro.

 

 Über seinen Status als Chelsea-Legende kann man - vor allem nach dem Wechsel zu ManCity - streiten. Eines ist aber sicher: Frank Lampard ist eine Institution in der Premier League und gehört immer noch zur High Class des englischen Fußballs. Gegen Schlusslicht Leicester erlöste der 36-Jährige die Citizens mit dem entscheidenden Tor zum 1:0-Sieg. Damit hält Lampard nun bei 175 Treffern in der höchsten englischen Spielklasse und liegt gleichauf mit Thierry Henry auf Platz vier der ewigen Bestenliste (Alan Shearer/260, Andy Cole/187, Wayne Rooney/179). Zudem hat der Neffe von Harry Redknapp nach dem Tor im King Power Stadium in 34 verschiedenen PL-Stadien getroffen. Nur Andy Cole (37) netzte auf mehr Plätzen. Lampard scheint so gut in Schuss zu sein, dass man sich wünscht, ihn noch länger in Europa zu sehen. Coach Manuel Pellegrini rechnet sich jedenfalls gute Chancen aus, die Leihgabe von Schwesterklub New York City noch länger behalten zu können.

Düster, richtig düster war die Woche für Liverpool. Nach dem enttäuschenden CL-Aus gegen Basel setzte es bei Manchester United eine klare 0:3-Niederlage. Zwar erspielten sich die Reds deutlich mehr Chancen als ihr Erzfeind, aber seit dem Abgang von Luis Suarez fehlt dem LFC einfach die offensive Durchschlagskraft. Für Verwirrung sorgt nach der Partie ein vermeintliches Statement des angezählten Coaches Brendan Rodgers"Hätte United ohne Tormann gespielt, hätten wir 5:3 gewonnen." Das Zitat wurde von mehreren Experten übernommen, stammte aber vom Parodie-Account @OfficialLFC. Fakt ist, Rodgers ist schwer angezählt und wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen. So rufen ManUnited-Fans in einem ironischen Video schon auf, für den Trainer des Tabellenzehnten zu spenden.

 

 Was war denn da in der Grande Nation los? Gleich beide Top-Teams kassierten jeweils eine Niederlage. Für die Startruppe von PSG war die blamable 0:1-Pleite beim 13. Guingamp gar die erste in der laufenden Ligue-1-Saison. Damit verpassten es die Hauptstädter rund um Zlatan Ibrahimovic auch, an Olympique Marseille vorbeizuziehen. Denn auch der Tabellenführer musste sich in Monaco 0:1 geschlagen geben. Der Sieger der Runde heißt damit Olympique Lyon. Der einstige Serienmeister (36 Punkte) fertigte Caen 3:0 ab und rückte an die Spitze heran (OM 38, PSG 37).

 Der Skandal des Spieltags spielte sich auf Schalke ab, wo die 1:2-Niederlage der Heimmannschaft gegen Köln zu Nebensache wurde. Nach einem Zusammenstoß von S04-Keeper Fährmann und Bröker kam es auf und neben dem Platz zu Rudelbildung, als plötzlich Sven Hübscher niedersank. Der Schalker Co-Trainer wurde von der Tribüne aus mit einem Feuerzeug beworfen. "Das geht gar nicht, der riskiert ein Leben – eine Riesen-Sauerei! Wir werden alles versuchen, um den Täter zu ermitteln", war Manager Horst Heldt zurecht fuchsteufelswild.  

 

 Die Führungsriege des BVB hat in den Erfolgsjahren mehrfach ein feines Näschen bei Transfers bewiesen. Bei Julian Schieber war das nicht so. Der gebürtige Backnanger war nicht einmal ernsthafter Rotationskandidat. Umso absurder, aber auch bezeichnender für den BVB, dass ausgerechnet dieser Julian Schieber den Hoffnungen auf das Ende der Krise einen neuerlichen Dämpfer versetzte. Leichtfüßig ließ er die Dortmunder Hintermannschaft aussteigen, um zum 1:0-Sieg der Hertha einzuschieben. "Wie sich das Spiel auch mit meinem Tor entwickelt hat, war schon etwas sehr emotionales. Ich bin unheimlich froh, dass meine Mannschaft heute gewonnen hat", sagte er nach dem Spiel. "Es tut aber schon ein bisschen weh, wenn man die früheren Kollegen leiden sieht. Das war schwierig für mich", fügte er hinzu. Die Kirsche auf dem Ironie-Eis, das dem BVB wohl im Halse stecken bleibt, ist Schiebers Statistik. 35 BL-Spiele in Schwarz-Gelb: 3 Tore. 5 Bl-Spiele gegen Dortmund: Ebenfalls 3 Tore.

Übermächtig ist das Wort, das dem FC Bayern am ehesten gerecht wird. Wie schon einige Teams hielt auch Augsburg lange Zeit gut mit, um am Ende zuhause 0:4 unterzugehen. Immer wenn man glaubt, jetzt könnte ein Gegner standhalten, schlägt die brutale Qualität gnadenlos zu. Vier Tore in 14 Minuten hauten die Bayern in Augsburg raus. So etwas gab es zuletzt im September 2012 und - richtig - damals waren es auch die Münchner. Am Ende des Wochenendes steht die 20. Herbstmeisterschaft des Rekord-Champs und niemand wird anzweifeln, dass der Weihnachtsmann auch in dieser Saison der Osterhase sein wird. 

Für Gesprächsstoff im Netz sorgte Manuel Neuer. Einmal mehr tauchte der unterbeschäftigte Keeper nahe der Mittellinie auf und hatte Glück, dass ein Schubser gegen Tobias Werner als Foul des Augsburgers ausgelegt wurde. Zudem war er wohl mit der Ballversorgung nicht zufrieden und deutet einen Schuss in Richtung eines Ballbuben an, als der das Spielgerät nicht schnell genug herausrückte.  

 

/?proxy=redaktion/archiv/images/RTE_Bilder/Fussball/2003550_50x25-flag-ITA.jpg Juventus Turin machte die Serie A unfreiwillig wieder spannend. Die "Alte Dame" kam trotz drückender Überlegenheit gegen Sampdoria nicht über ein 1:1 hinaus und ließ damit zum zweiten Mal in Folge Punkte liegen, so dass sich selbst Torschütze Patrice Evra nicht über seinen Premierentreffer in Schwarz-Weiß freuen konnte.  Dabei war es durchaus sehenswert, wie sich der 1,72 Meter kleine Franzose nach einer Marchisio-Ecke in die Luft wuchtete und einköpfte. Anstatt sauer auf seine Hintermannschaft zu sein, quittierte Samp-Coach Sinisa Mihajlovic die Aktion mit einem ungläubigen Grinser, wahrscheinlich wusste er schon, wer zuletzt lachen würde.

Hauptprofiteur des erneuten Juve-Ausrutschers war logischerweise die AS Roma, die durch einen 1:0-Erfolg gegen den CFC Genoa bis auf einen Punkt an die "Bianconeri" heranrückt. Für Aufsehen sorgte nach der Partie Genoa-Präsident Enrico Preziosi, der sowohl den Ausschluss gegen Torwart Mattia Perin als auch den zurecht wegen Abseits aberkannten vermeintlichen Ausgleichstreffer durch Rincon logischerweise anders bewertete. "Es passieren derzeit viele Dinge in Rom, es wäre furchtbar, wenn der Fußball auch darin verwickelt wäre", spielte Preziosi auf den Mafia-Skandal an, der derzeit die römische Hauptstadt in Atem hält.

Bosman veränderte die Fußballwelt

Anno dazumal ...

Der 15. Dezember 1995 sollte den Fußball nachhaltig prägen. Nach mehrjährigem Rechtsstreit entschied der Europäische Gerichtshof, dass Fußballer normale Arbeitnehmer seien und damit nicht in ihrer Arbeitnehmerfreizügigkeit eingeschränkt werden dürften. Ablösesummen nach Vertragsende waren damit abgeschafft und auch Beschränkungen für den Einsatz von EU-Ausländern wurden für ungültig erklärt. Auslöser dieses Erdrutsches war der Belgier Jean-Marc Bosman, der 1990 zum französischen Zweitligisten USL Dünkirchen wechseln wollte. Sein damaliger Klub RFC Lüttich, mit dem er sich überworfen hatte, setzte die Ablösesumme aber auf aberwitzige 800.000 Dollar fest. Daraufhin reichte Bosman Klage ein und kämpfte sich durch die gerichtlichen Distanzen, bis es endlich Realität war: Das Bosman-Urteil.

On Fire

Wer hätte gedacht, dass sich Manchester United in absehbarer Zeit in dieser Kategorie finden würde. Aber die "Red Devils" haben eine Serie von sechs PL-Siegen in Serie hingelegt, die längste in der Post-Ferguson-Ära. Dabei kassierten sie nur drei Gegentreffer und zeigten sich brutal effizient. Als Lohn steht Tabellenplatz drei zu Buche.

On Ice

Balikesirspor ist nicht umsonst Stockletzter der Süper Lig. Nur fünf Punkte hat das Team um Stürmer Sercan Yildirim nach 13 Runden auf dem Konto. Der letzte und einzige Sieg gelang den Rot-Weißen aus Nord-Westanatolien Mitte September am 3. Spieltag gegen Galatasaray, zuletzt schlich man fünf Mal en suite als Verlierer vom Feld.

Rätsel

Im letzten Saloon wollten wir von euch wissen, wer vor Franck Ribery der Franzose mit den meisten Bundesliga-Einsätzen war. Die richtige Antwort lautete Matthieu Delpierre.

Wir gratulieren unserem Gewinner: Patrick aus Wien.

Diesmal lautet die Frage:
Wer ist auf dem nebenstehenden Bild zu sehen?

Eure Antworten mit Name und Post-Adresse bitte an saloon@laola1.at. Zu gewinnen gibt es eine Kiste feinstes Stiegl Bier.

Fußnoten

Torgarant - Alexander Manninger blieb in seinen letzten 19 Spielen nie ohne Gegentor

Wie vernagelt - Im Gegensatz dazu musste Manuel Neuer in den letzten 13 Bundesliga-Spielen nur ein einziges Mal hinter sich greifen.

Heimspieler - Eden Hazard erzielte alle seine sechs PL-Tore in dieser Saison an der Stamford Bridge. Aktuell hält er bei einer Serie von fünf Heimspielen in Serie, in denen er traf.

Knipser - Wayne Rooney hat jetzt fünf Tore gegen Liverpool erzielt und ist Uniteds Top-Schütze gegen die Reds (Giggs und A. Cole je 4).

Sammler - Mario Balotelli hat in der Premier League 20 Mal getroffen und ebenso oft Gelb gesehen.

Schlüsselspieler - Udines Antonio di Natale ist an 61 Prozent der 18 Tore seiner Mannschaft beteiligt (8 Tore, 3 Assists).

Jahresbester - 20 PL-Tore hat Wilfried Bony im Jahr 2014 bislang erzielt. Mehr als jeder andere Spieler.

Meilenstein - Das 1:1 von Roel Brouwers gegen Leverkusen war das 2700. Tor von Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga.

Albtraum-Debüt - Toulouse-Verteidiger Maxime Spano sah bei seinem Startelf-Debüt in der Ligue 1 nach 39 Sekunden glatt Rot.


Christoph Kristandl/Fabian Santner

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen