Körperverletzung durch Döner-Wurf

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Das Licht am Ende des Montags-Tunnels wird angeknipst!

Der LAOLA1 Saloon macht sich einmal mehr daran, euch den Start in die Woche mit Kuriositäten, Zahlenspielen und den wichtigsten News und Fakten aus dem internationalen Fußball ein wenig zu versüßen.

 

Auf Ballhöhe

 

 Gegen Kevin Großkreutz wurde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Grund: Eine Döner-Attacke. Der Dortmunder traf am späten Sonntagabend gemeinsam mit Julian Schieber in Köln auf einen Fan des ortsansässigen FC. Darüber was dann genau geschah, gehen die Schilderungen auseinander. Laut FC-Fan habe er Großkreutz' Döner ins Gesicht bekommen, auf der Wache klagte er dann über ein Brennen im Auge. Großkreutz beteuert beleidigt worden zu sein und die türkische Köstlichkeit auf den Boden gepfeffert zu haben. Sei es wie es sei. Zum einen sollten leidgeprüfte Kölner Fans sich lieber am aktuellen Erfolg erfreuen, zum anderen: Kevin, mit dem Essen spielt man nicht und man wirft es schon gar nicht auf andere Menschen oder den Boden. Alternative: Den Döner beim nächsten Mal ohne scharf bestellen, dann brennt's auch nicht im Auge.

Es war Teil eins des großen alljährlichen Abschiednehmens in der Bundesliga. In Bremen verabschiedete sich Aaron Hunt mit einem Doppelpack gegen die Hertha vom Werder-Anhang, in Frankfurt bibberte Armin Vehs Unterlippe gehörig, in Dortmund stand Robert Lewandowski das Wasser in den Augen und bei Marc-Andre ter Stegens letztem Spiel in Gladbach brachen ohnehin alle Dämme. Große Emotionen landauf, landab, die beweisen, dass manche Spieler und Trainer auch in Zeiten wie diesen an ihren Vereinen und deren Fans hängen und nicht nur der Lohnzettel als Motivation herhalten muss.

Bayerns Verteidiger Dante ist ja immer für einen Spaß zu haben. Da verwundert es auch nicht, dass der Lockenkopf plötzlich in einer brasilianischen Kinder-Zeichentrick-Serie auftauchte und sich dort durchs virtuelle Studio gaberlte.

Während Hamburg, Nürnberg und Braunschweig sich einigten, die Entscheidung über den Relegationsplatz auf den letzten Spieltag zu verschieben, sind alle drei Klubs wohl froh, Darlington Omodiagbe nicht in ihrem Kader zu haben. Mit einem Engagement des 35-Jährigen scheint der Klassenerhalt nämlich nahe an der Unmöglichkeit angesiedelt. Der gebürtige Nigerianer steigt mit Wacker Burghausen aus der 3. Liga ab und musste sich damit zum sechsten Mal im Kampf um den Klassenerhalt geschlagen geben: 1999 ging das personifizierte Abstiegsgespenst mit dem FC Gütersloh runter, 2007 mit Unterhaching, 2008 Carl Zeiss Jena, 2009 VfL Osnabrück, 2010 Rot Weiß Ahlen.

 Ja will denn niemand? Das 36. La-Liga-Wochenende ging ohne Sieg der drei Titelkandidaten über die Bühne. Nachdem Barca am Samstag mit einem 2:2 gegen Getafe bereits die Chance auf den Titel verspielt zu haben schien, leisteten sich die Madrider Konkurrenten ebenfalls Ausrtuscher. Atletico musste sich bei Levante, wo Andreas Ivanschitz nach Verletzungspause sein Comeback gab, 0:2 geschlagen geben. Ronaldo sicherte Real mit einem Last-Minute-Zauber-Tor gegen Valencia immerhin noch ein 2:2.

Doch nicht nur durch die Niederlage des Tabellenführers geriet Atleticos Auftritt bei Levante in die Schlagzeilen. Zum einen ließ sich Diego Costa zu einem leichten Kopfstoß (Video) hinreißen, zum anderen wrude Levantes Papakouli Diop von Gäste-Fans mit Affenlauten verhöhnt. "Das Thema hat mich sehr getroffen. Um es herunterzuspielen, habe ich angefangen, zu tanzen", kommentierte der Senegalese diese respektlose Provokation. 

/?proxy=redaktion/archiv/images/RTE_Bilder/Fussball/2003550_50x25-flag-ITA.jpg Auf dem Sofa durfte sich Juventus Turin bereits am Samstag über den dritten Meistertitel in Serie freuen, weil Verfolger Roma überraschend gegen Catania mit 1:4 gehörig patzte. "Wir haben alles falsch gemacht", kommentierte Roma-Coach Rudi Garcia die Pleite seiner Truppe. Verschlafen hatte diese beinahe Juve-Kapitän Gianluigi Buffon. Der Keeper ruhte sich in seinem Hotelzimmer aus und wurde erst durch den Krach seiner Mitspieler wach, die bereits die erfolgreiche Scudetto-Verteidigung feierten. Standesgemäß feierte die "Alte Dame" dann auch einen Sieg im ersten Spiel als feststehender Meister. 1:0 setzte sich eine B-Elf der Turiner vor heimischem Publikum gegen Atalatna Bergamo durch.

Leider wurde das Wochenende aber auch überschattet von Ereignissen, die mit dem Fußall nichts zu tun haben sollten. Im Vorfeld des Finalspiels der Coppa Italia zwischen der Fiorentina und Napoli im Römer Olympiastadion kam es zu gewaltätigen Auseinandersetzungen und Schüssen. Die Begegnung selbst wurde erst mit 45-minütiger Verspätung angepfiffen, nachdem Marek Hamsik den Napoli-Fans versichern konnte, dass ein angeschossener Anhänger der Süditaliener noch am Leben sei (nächeres dazu hier). Als dann doch noch Fußball gespielt wurde holte sich Napoli mit einem 3:1-Sieg seinen fünften Coppa-Titel. Dies interessierte die meisten aber nur am Rande, an einem Tag, an dem der im Sterben liegende Calcio einen weiteren Dolchstoß versetzt bekam.

 Time to say goodbye heißt es für Cardiff City und den Fulham FC. Der walisische Aufsteiger tritt nach nur einer Saison wieder den Gang in die Championship an, für Fulham endet eine 13 Jahre lange Premier-League-Zugehörigkeit. Damit blieb der Auftrag Klassenerhalt sowohl für Ole Gunnar Solskjaer als auch Trainerkollege Felix Magath eine Mission Impossible.

Verabschieden muss sich wohl auch der FC Liverpool - und zwar vom Traum Meistertitel. Trotz 3:0-Führung bei Crystal Palace gaben die "Reds" in der Schlussphase die Partie aus der Hand und kassierten in neun Minuten drei Gegentore. Damit hält Manchester City bei einem Spiel weniger und einen Punkt zurück nun alle Trümpfe fest in der Hand.

Da werden Erinnerungen an die vier Minuten im Mai 2001 wach, als sich Schalke 04 schon als Meister wähnte, wenngleich sich das Drama für die Reading-Fans in kleinerem Rahmen abspielte. Mit einem 2:2 ihres eigenen Teams am letzten Spieltag gegen Burnley und einem zeitgleichen Remis von Konkurrent Brighton & Hove Albion wäre Reading noch ins Aufstiegs-Playoff zur Premier League gekommen. Aber die Fans der "Royals" erlebten ein Wellental der Gefühle - ohne Happy End. Nachdem Ulloa in der 92. Minute Brighton bei Nottingham Forest in Führung schoss, war Reading eigentlich aus dem Rennen. Doch dann verbreitete sich das Gerücht vom späten Ausgleich Nottinghams wie ein Lauffeuer. Eine Falschinformation, die die Reading-Fans in Jubelstürmen aufs Spielfeld laufen ließ, um letzlich festzustellen, dass das Spiel doch 2:1 für Brighton geendet und sich der Aufstiegstraum erledigt hatte.

 

BILD DER WOCHE

Die Spieler vom SC Corinthians Paulista gedachten Formel-1-Legende Ayrton Senna

 

Gefeiert wie ein Rockstar hat Conor Devlin den nordirischen Meistertitel. Der Tormann vom Cliftonville FC gönnte sich eine Sause in privatem Rahmen mit allem was dazu gehört: Alkohol, Frau(en), ein Whirlpool - und der Meisterschaftspokal natürlich. "Enjoying success" betitelte der 22-Jährige, der einst bei Manchester United unter Vertrag stand, nebenstehendes Twitter-Foto von der Festivität. Vielleicht bereitet sich Devlin auch schon auf den Prunk und Protz der Champions League vor, nach dem zweiten Titel in Folge darf Cliftonville immerhin erneut in der Qualifikation zur Königsklasse antreten.

 

On Fire

Den AFC Sunderland darf man getrost als Team der Stunde in der Premier League bezeichnen. Die "Blackcats" haben ihre Serie der letzten Wochen fortgesetzt und nach einem 2:2 bei ManCity, einem 2:1-Erfolg bei Chelsea, einem 4:0-Kantersieg über Cardiff auch noch ein Auswärts-1:0 bei ManUnited draufgesetzt. Was den Klassenerhalt wieder in Griffweite brachte - das Restprogramm mit Spielen gegen West Brom und Swansea jeweils zuhause klingt machbar - ist die brutale Effektivität in den letzten Partien: Für seine letzten neun Tore benötigte Sunderland nur 13 Torschüsse.

 

On Ice

Warm anziehen heißt es für Ekrem Dag und Muhamed Ildiz. Die beiden ÖFB-Legionäre rutschen mit ihrem Klub Gaziantepspor immer tiefer in den Abstiegskampf der Süper Lig. Aus den letzten sieben Spielen holte man nur einen einzigen Punkt. Mit Tahsin Tam sitzt in dieser Saison schon der dritte Trainer auf der Bank der Südostanatolier, doch auch er konnte das Ruder bislang nicht herumreißen. Zwei Runden vor Schluss beträgt Gaziantepspors Vorsprung auf Platz 16 nur noch zwei Punkte.

Heute vor ...?

... 58 Jahren wurde 'Bert' Trautmann zur Legende

Am 5. Mai 1956 stand der deutsche Tormann für Manchester City im FA-Cup-Finale zwischen den Pfosten. Bei einem heftigen Zusammenstoß mit Brimingham-Stürmer Peter Murphy passierte es: Trautmann brach sich das Genick. Dennoch spielte der Mann, der eigentlich Bernhard Carl Trautmann hieß, weiter, Auswechslungen gab es damals schließlich noch nicht. Trotz der schweren Blessur sicherte Trautmann mit mehreren Paraden Citys Sieg. "Aber ich war nicht mehr bei Bewusstsein, habe die Spieler nur noch schemenhaft wahrgenommen", erklärte er später. 'Traut the Kraut' wurde vom deutschen Kriegsgefangenen zur Tormannlegende und zu Englands Fußballer des Jahres. Im Juli 2013 verstarb Trautmann im Alter von 89 Jahren.

Rätsel

Ebenfalls an einem 5. Mai fand ein Europacup-Finale statt, in dem sich ein Klub zum ersten Europapokal-Sieger seines Landes machte. In der siegreichen Mannschaft stand ausgerechnet ein Mann, der später beim Lokalrivalen zur Kultfigur avancierte und der vergangene Woche seinen 70. Geburtstag feierte.

Welche Person suchen wir?

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Zu gewinnen gibt es ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Auflösung 

In der Vorwoche war das Stadion an der Stamford Bridge gesucht. Daniel darf sich auf ein Trikot von Real Madrid freuen.

Fußnoten

Nachfolger - Mit dem 1:0-Siegtreffer gegen Inter wurde Milans Nigel de Jong zum ersten niederländischen Torschützen in einem Mailänder Derby seit Oktober 2006. Damals traf Milans aktueller Trainer Clarence Seedorf.

Flaute - Inter blieb im Derby della Madonnina ohne Torschuss, so ungefährlich waren die "Nerazzurri" in keinem Serie-A-Spiel der letzten zehn Jahre. 

Fahrstuhlmannschaft - Palermo sicherte sich zum neunten Mal den Aufstieg in die Serie A. Öfter gelang das nur Atalanta Bergamo (12), Bari (11) und Brescia (10).

Goalgetter - Claudio Pizarro ist der erste Spieler seit Ulf Kirsten 2001, der 175 Bundesligatore erzielen konnte.

Trainereffekt - Beim 1:1 gegen Lok Moskau musste Zenit St. Petersburg nach zuvor sechs Siegen in Folge erstmals unter Andre Villas-Boas Punkte abgeben.

Gelbsucht - Beim 0:0 gegen Villarreal beendete der FC Sevilla nach 146 Liga-Spielen in Serie erstmals wieder eine Partie ohne Gelbe Karte.

Torgefährlich - Über die letzten zehn Jahre erzielte kein Verteidiger in La Liga mehr Treffer als Reals Sergio Ramos (37).

Lokalmatador - Mit Steven Taylor traf beim 3:0 über Cardiff seit dem Boxingday 2012 und damit 493 Tagen wieder einmal ein Engländer für Newcastle United.

 

Christoph Kristandl

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