Der wiederkehrende Alptraum des Tzanko Tzvetanov

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Entlassungen gehören zum Trainer-Geschäft dazu.

So ziemlich jeder Coach hat schon erlebt, dass ihn sein Arbeitgeber vor Vertragsende vor die Türe setzt.

Doch was Tzanko Tzvetanov in den vergangenen paar Wochen passiert ist, dürfte einzigartig sein. In der Länderspielpause hat ihn der bulgarische Erstligist Etar VelikoTarnovo gefeuert. Zum dritten Mal in der laufenden Saison!

Das Verhältnis des 42-Jährigen zum türkischen Klub-Eigentümer Feyzi Ilhanli ist – sagen wir mal – zerrüttet.

Eine Liebesgeschichte

Dabei ist es eigentlich eine Liebesgeschichte, die den Coach mit dem Verein im Zentrum des Landes verbindet. Von 1988 bis 1993 spielte er als Abwehrspieler beim FC Etar und schaffte dort den Durchbruch.

Von dort aus startete der 40-fache Internationale eine durchaus respektable Laufbahn, die ihn zu Levski Sofia, Waldhof Mannheim, Aberdeen und Energie Cottbus führte. Und wie es sich gehört, ließ er seine Karriere anschließend 2002/03 in Veliko Tarnovo ausklingen.

Aufstieg im Sommer

Im vergangenen Winter setzte sich Tzvetanov dann bei seinem Herzens-Klub auf die Trainerbank.

Alles lief ausgezeichnet, am Ende der Saison durfte nach 14-jähriger Absenz die Rückkehr in die höchste Spielklasse gefeiert werden.

Entlassung, Proteste, Entlassung, Proteste

Nach dem Aufstieg lief aber nur noch wenig rund. Einem 3:2-Sieg zum Auftakt folgten zwei zu-Null-Niederlagen. Ilhanli reagierte mit der ersten Entlassung. Die Fans nahmen diese Entscheidung aber nicht hin, sie protestierten heftig, Tzvetanov durfte doch weitermachen.

Eine 0:1-Niederlage später versuchte es der Klub-Boss erneut. Wieder Fan-Proteste, wieder der Rückzieher.

Der dritte Versuch

Inzwischen musste der FC Etar drei weitere Niederlagen einstecken und konnte in der achten Runde seinen vierten Punkt einfahren. Das reicht lediglich zum vorletzten Tabellenplatz. Dazwischen flogen zwischen dem Coach und seinem Vorgesetzten immer wieder die Fetzen.

Der Eigentümer warf seinem Coach unter anderem vor, an Spielmanipulationen beteiligt gewesen zu sein, dieser wiederum dementierte vehement.

Nun hat Ilhanli Tzvetanov zum dritten Mal vor die Tür gesetzt. „Eine Reihe von Äußerungen gegen den türkischen Besitzer Feyzi Ilhanli und Handlungen, die das Prestige des Vereins unterminierten“, wären die Gründe dafür, verlautbart der Verein.

Mal sehen, ob es diesmal dabei bleibt.


Harald Prantl

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