Triebfeder oder Hemmschuh

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Ianis Hagi - In riesigen Fußstapfen

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Ianis ist vor rund zwei Monaten gerade einmal 16 Jahre alt geworden.

Dennoch kennt ihn in Rumänien schon jedes Kind. Und das, obwohl der Teenager erst zwei Minuten Profi-Fußball in den Beinen hat.

Der „Karpaten-Maradona“

Es ist sein Nachname, der Chance und Bürde zugleich ist. Hagi steht auf seinem Trikot. Sein Vater ist niemand Geringerer als Gheorghe Hagi. DER rumänische Fußballer schlechthin. Der „Karpaten-Maradona“.

Real Madrid, FC Barcelona, Galatasaray Istanbul, 125 Länderspiele, drei WM- und EM-Teilnahmen, UEFA-Cup-Sieger, siebenfacher Meister, rumänischer Jahrhundert-Fußballer,… Hagi senior hat jene Karriere hingelegt, von der seither jedes Kind in seiner Heimat träumt, sobald es das erste Mal gegen einen Ball getreten hat.

Hagis Klub für die Zukunft

Und Hagi ist auch der FC Viitorul Constanta. Hagi ist Eigentümer, Präsident und Trainer des Vereins, den er 2009 gegründet hat, um den Absolventen seiner Fußball-Akademie die ersten Schritte im Profi-Geschäft zu ermöglichen. Viitorul heißt übersetzt Zukunft. Der Name ist Programm.

Seit der Klub 2012/13 in die höchste Spielklasse aufgestiegen ist, läuft er fast Woche für Woche mit der jüngsten Startelf auf. Etwas älter als 21 Jahre ist der durchschnittliche Viitorul-Kicker.

„Meinen eigenen Weg gehen“

Rund fünf Jahre jünger ist Ianis, der einer der ersten Schüler war, die in der Hagi-Akademie eingeschrieben waren. Der Youngster, der wie sein Vater im zentralen Mittelfeld spielt, ist zudem Kapitän des rumänischen U17-Nationalteams.

Bevorzugte Behandlung seines Vaters soll er aber keine erfahren. „Ich war wirklich überrascht, als er mich eingewechselt hat“, sagte er nach seinem Liga-Debüt. Er sei natürlich „so stolz“ auf seinen Vater, müsse „aber meinen eigenen Weg im Leben gehen“.

Wohin ihn sein eigener Weg führt, ist noch unklar. Fakt ist aber, dass nicht zuletzt aufgrund seines prominenten Namens einige Klubs auf ihn aufmerksam wurden. Manchester United, AS Roma, Fiorentina und Inter Mailand sollen diversen Medienberichten zufolge schon Interesse zeigen.

Steaua als nächster Schritt?

Am wahrscheinlichsten ist aber, dass der junge Hagi den nächsten Schritt innerhalb Rumäniens setzt. „Ich bin Steaua-Fans seit ich ein kleiner Junge war. Es würde mich freuen, wenn ich eines Tages für Steaua spielen könnte“, erklärt er.

Für den Herrn Papa scheint das auf jeden Fall in Ordnung zu gehen: „Es ist wichtig, dass man einen Verein hat, zu dem man will. Das ist sein Ziel, aber derzeit ist das nur Gerede. Er muss hart arbeiten und sich entwickeln.“

Der erste Schritt ist mit dem Debüt Anfang Dezember gelungen. Ob sich der Nachname Hagi für Ianis als Triebfeder oder doch als Hemmschuh erweist, werden die kommenden Jahre zeigen.

Harald Prantl

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