Ich bin froh, dass das alles vorbei ist"

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Tanju Kayhan ist zurück, zurück in Österreich.

Zumindest im Rahmen des Trainingslagers. Denn Tanju Kayhan ist zurück, zurück bei Besiktas.

Nach Ende des Leihgeschäfts bei Mersin Idman Yurdu bereitet sich der Abwehrspieler gemeinsam mit seinen Teamkollegen auf die neue Saison vor.

Mit dem Verein aus Mersin belegte Kayhan zwar den letzten Platz der Süper Lig, dennoch kann er aus seinem sechsmonatigen Aufenthalt in der Südtürkei Positives abgewinnen.

Vorteil durch Abstieg

„Das ist eine wichtige Erfahrung. Wir sind zwar abgestiegen, aber ich habe die letzten zehn, zwölf Partien gespielt. Das war sehr wichtig für mich, sonst wäre es schwierig gewesen, wieder zu Besiktas zurückzufinden“, erzählt der Rückkehrer im Gespräch mit LAOLA1.

Dort traf der 23-Jährige, dessen Vertrag bei den „Schwarzen Adlern“ noch bis 2015 läuft, nicht nur auf alte Bekannte wie ÖFB-Teamspieler Veli Kavlak, sondern auch auf neue Gesichter, allen voran jenes von Neo-Coach Slaven Bilic.

Der Kroate schwingt seit Ende Juni bei Besiktas das Zepter und versucht in den Wochen vor Meisterschaftsbeginn seine Spielphilosophie zu vermitteln, die Kayhan in kurzen Worten schon einmal beschreibt: „Er mag einfaches Spiel, sichere Pässe.“

Internen Schnitt überstanden

Ein Spielverständnis, in dem sich der ehemalige Rapidler bislang gut zurechtfindet und so den einstigen kroatischen Teamchef von seinen Fähigkeiten überzeugen konnte.

„Das ist in der Türkei so: Man startet mit 30 Mann in die Vorbereitung und danach werden einige Spieler abserviert“, erläutert Kayhan die gängigen Praktiken.

„Das ist heuer ebenso passiert. Im ersten Trainingslager waren wir 30 Spieler, jetzt sind acht davon nicht mehr dabei. Meistens trifft jüngere, die dann verliehen werden. Für mich läuft es derweilen aber sehr gut.“

Probetraining als Ende der Monotonie

Im letzten Jahr sah das noch ganz anders aus. „Zur neuen Saison kam ein neuer Trainer, der mir gesagt hat, dass er mit mir nicht plant.“ Der Ausweg hieß wie gesagt Leihgeschäft und hätte beinahe zu einem Engagement in der zweiten deutschen Bundesliga geführt. Beim 1. FC Kaiserslautern, um genau zu sein.

Von 2002-2011 war Rapid Kayhans Heimat

„Ich persönlich habe keine Gespräche geführt. Das waren eher Gerüchte, die nach der Verletzung von ‚Schimpi‘ aufkamen“, klärt Kayhan auf und betont abermals, weiter in der Türkei sein Glück zu versuchen, „weil es einfach eine Top-Liga ist. Es ist nicht einfach, hier zu spielen. Es ist eine sehr körperbetonte Liga. Da will ich mich weiterentwickeln.“

Diese Entwicklung soll im Idealfall auch den Weg ins Nationalteam bahnen, ein Traum, dem der einstige U21-Internationale schon sehr nahe war.

Team bleibt Traum

„Bevor ich mich verletzt habe, stand ich ja im erweiterten Kader des österreichischen Nationalteams von Marcel Koller. Auf der Abrufliste zu stehen, unter den besten 25 Spielern zu sein, hat schon eine Bedeutung“, weiß der Defensiv-Spezialist.

„Wenn ich hier Stammspieler bin, werde ich nächstes Jahr Nationalspieler. Ich hoffe, das zu schaffen, weil es ein sehr großes Ziel von mir ist, für Österreich zu spielen.“

Den Schlüssel zu Koller hält also Bilic in der Hand. „Im Moment sieht es gut aus. Er plant mit mir“, ist Kayhan zuversichtlich. Wohl wissend, dass sich das schnell ändern kann.

„Denn in der Türkei kann immer etwas passieren.“

 

Christian Eberle

„Ich war beim Franco (Foda, Anm.) auf Einladung ein paar Tage beim Training dabei. Letzten Endes hat das aber nicht geklappt, da Kaiserslautern einen Spieler gesucht hat, der schon fix und fertig ist und der Mannschaft sofort hilft. Bei mir hätte das etwas länger gedauert, da ich ja sechs Monate nicht gespielt habe und nicht im Kader war“, erinnert Kayhan an seine schwere Schulterverletzung.

Auch wenn es letztendlich mit dem Wechsel nicht geklappt hat, waren die Tage in der Pfalz eine willkommene Abwechslung zum monotonen Einzeltraining, bei dem ihm maximal Ricardo Quaresma, ein weiterer prominenter Aussortierter, Gesellschaft leistete.

„Für einen Fußballer, der von der Mannschaft weg und alleine trainieren muss, ist das nie schön. Wir hatten eine schwierige Situation, sind aber im Kopf stark geblieben. Jetzt bin ich froh, dass das alles wieder vorbei ist und hoffe, dass ich das nicht mehr erleben muss.“

Keine Gespräche mit Rapid

Die halbe Saison in Mersin, für die er insgesamt 16 Spiele bestritt, hat den gebürtigen Wiener auch reifer gemacht. Gedanken, nach Österreich zurückzukehren, kamen nie auf, auch nicht, als sein Name als Ersatz für den schwer verletzten Michael Schimpelsberger bei Stammklub Rapid genannt wurde.

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