Piermayr: "Kann jungem Spieler nur gut tun"

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Thomas Piermayr ist endgültig in der schottischen Premier League angekommen.

Der 21-Jährige, der vor einer Woche bei Inverness Caledonian Thistle unterschrieben hat, gab am Samstag sein Debüt.

Auf der linken Abwehrseite spielte der Linzer, der auf die internationale Freigabe seines ehemaligen Klubs LASK hatte warten müssen, zu Hause gegen Hibernian durch.

Trotz vieler Chancen in der zweiten Hälfte mussten sich die Hausherren durch ein Last-Minute-Tor von Gary O’Connor 0:1 geschlagen geben und sind nach zwei Spieltagen punktelos Letzter.

Vor seinem Debüt sprach der Defensiv-Allrounder im Interview über seinen neuen Arbeitgeber, die Vorschusslorbeeren seines Neo-Trainers Terry Butcher („Er hat ein gutes Tempo und ist hungrig auf Erfolg“) und die Zukunft.

Frage: Warum gab es Probleme mit der internationalen Freigabe?

Thomas Piermayr: Ich bin in erster Linie sehr froh, dass alles unter Dach und Fach ist und ich endlich spielberechtigt bin. Mir ist zwar unklar, warum es von Seiten des LASK eine Verzögerung wegen der Freigabe gab, allerdings ist das Kapitel nun für mich beendet und ich freue mich in erster Linie auf eine spannende und hoffentlich erfolgreiche Saison bei Inverness.

Frage: Du trainierst seit annähernd zwei Wochen bei Inverness. Wie sind die Eindrücke?

Piermayr: Es ist ein sehr familiärer, funktionierender Verein und alle ziehen an einem Strang. Es sind gute Trainingsbedingungen gegeben und man kann sich hier in Ruhe weiterentwickeln. Mein erster Eindruck war dementsprechend sehr positiv, ich habe mich sofort wohl gefühlt.

Frage: Wie wurdest du in der Mannschaft aufgenommen?

Piermayr: Die Mannschaft hat mich wirklich super aufgenommen. Allgemein sind die Leute hier sehr freundlich und hilfsbereit. So fällt einem die Eingewöhnung auch sehr leicht in jeglicher Hinsicht.

Frage: Wie schnell fiel eigentlich die Entscheidung zugunsten von Inverness - immerhin zeigten sich auch Hibernian, Kilmarnock und englische Klubs interessiert?

Piermayr: Mein Berater hatte mir dank seiner Kontakte im britischen Fußball sehr interessante Optionen verschafft. Letztendlich war dann der Wohlfühlfaktor entscheidend. Ich habe gleich am Tag nach dem Probetraining bei Inverness unterschrieben und den anderen Klubs abgesagt. Inverness hat sich sehr bemüht, sodass mir die Entscheidung überhaupt nicht schwer fiel.

Frage: In Österreich zu bleiben war keine Option?

Piermayr: Als Österreicher ist die heimische Liga natürlich immer eine Option, aber ich bin der Überzeugung, dass es einem jungen Spieler gut tun kann, auch mal eine andere Spielkultur kennen zu lernen. Ich habe in der Bundesliga ja fast 80 Spiele absolviert, dabei sowohl gute als auch schwere Zeiten erlebt, und fühle mich nun bereit für den nächsten Schritt. Deshalb war mein Wunsch, ins Ausland zu gehen. Zudem glaube ich, dass mir der britische Spielstil liegt und die Begeisterung für den Fußball auf der Insel imponiert mir sehr. Dieser Wechsel wird mich auch privat voranbringen, ich freue mich beispielsweise auch schon darauf, meine Englischkenntnisse anzuwenden und zu verbessern.

Frage: Bei Inverness spielst du vorerst auf der linken Außenbahn. Entspricht die Position eher deinen Stärken?

Piermayr: Zunächst weiß ich, dass ich als junger Spieler auf dieser Position noch dazulernen muss, aber der Trainer hat großes Vertrauen in meine Stärken und ich fühle mich auf dieser Position sowieso sehr wohl. Ich hätte aber auch kein Problem, auf anderen Positionen zu spielen, da ich sehr variabel ausgebildet wurde und beim LASK sowohl zentral als auch auf der Außenbahn eingesetzt wurde.

Frage: Was hast du dir für deine erste Saison in der schottischen Premier League vorgenommen?

Piermayr: Ich will hier spielen, Erfahrungen sammeln und glaube, dass ich in dieser Liga eine Menge lernen kann, was mich weiterbringen wird. Ich will sowohl als Spieler als auch als Persönlichkeit reifen.

Frage: Um dann irgendwann auch eine Rolle im A-Nationalteam zu spielen?

Piermayr: Ich habe ja schon in der U21-Nationalmannschaft gespielt und natürlich würde ich gerne für Österreich spielen und versuche mit guten Leistungen hier auf mich aufmerksam zu machen. In erster Linie will ich erst einmal im Verein meine Leistung bringen und mich stetig verbessern, der Rest kommt dann von ganz alleine. Die Nationalmannschaft ist für jeden Spieler ein Traum, aber um sich Träume zu erfüllen, muss man sehr hart arbeiten und das werde ich.

Frage: Trainer Terry Butcher hat dich sehr gelobt, der Verein gibt dir die Rückennummer 2. Wertet man das automatisch als Vertrauensvorschuss? 

Piermayr: Terry Butcher war schon als Spieler eine große Persönlichkeit, von ihm kann ich eine Menge lernen. Ich habe vom ersten Tag an gemerkt, dass der Trainer großes Vertrauen in mich setzt und mich fördern will. Nun will ich mit guten Leistungen etwas zurückgeben. Das Lob freut mich natürlich und spornt mich an.

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