"Trainerwechsel sind schwierig"

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Paris St. Germain - neuer Trainer, alte Ziele

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„Wir sind gerade dabei, den neuen Trainer kennenzulernen.“

Was Linksverteidiger Maxwell im Gespräch mit LAOLA1 als eine Ausrede für die enttäuschende Leistung beim 1:3 gegen Sturm Graz am Dienstag wählte, beschreibt die aktuelle Situation bei Paris St. Germain genau.

Nach wochenlangem Hin und Her war der Abgang von Carlo Ancelotti, der den Hauptstadtklub nach 19 Jahren wieder zum Titel geführt hatte, beschlossene Sache. Seit wenigen Tagen gibt Laurent Blanc die Kommandos.

Vertrag mit Klub, nicht mit Trainer

Der Wechsel des italienischen Meistermachers zu Real Madrid bedeutet für die Spieler eine Veränderung, lässt sie jedoch in keinen Schockzustand verfallen.

„Wir haben den Vertrag mit dem Verein unterschrieben, nicht mit dem Trainer. Wir alle wissen, wie es im Fußballgeschäft läuft“, beschwichtigt Maxwell, „Trainerwechsel sind immer eine schwierige Sache. Ich habe schon einige miterlebt.“

Nach Jahren bei Ajax Amsterdam, Inter und dem FC Barcelona glaubt man dem erfahrenen Brasilianer gerne, wenngleich in seinen Worten ein wenig Wehmut herauszuhören ist:

„Wir sind allesamt Profis und werden versuchen, unser Bestes für den neuen Trainer zu geben, genauso wie wir es für Mister Ancelotti getan haben.“

Drittes Jahr, dritter Coach

Der nunmehrige Real-Coach, bei dessen Präsentation vor allem sein Umgang mit den Spielern in den Vordergrund gestellt wurde, scheint seinem Ruf auch nach nur eineinhalb Jahren in Paris gerecht geworden zu sein. Große Fußstapfen also für seinen Nachfolger auf der Trainerbank.

„Wir haben die Chance, uns an den neuen Trainer anzupassen und das umzusetzen, was er von uns verlangt“, verdeutlicht Javier Pastore die Wichtigkeit der Vorbereitung, die am Freitag mit dem Testspiel gegen Rapid Wien ihre Fortsetzung nimmt.

Auch der Argentinier, 2011 für 42 Millionen Euro von Palermo zu PSG übersiedelt, unterstreicht: „Es ist nie gut, den Trainer oft zu wechseln.“ In seiner dritten Ligue-1-Saison erwartet ihn nach Antoine Kombouare und Ancelotti nun der dritte Übungsleiter – Kontinuität sieht anders aus.

Pastore und Maxwell im Trainingslager

„Er war sehr wichtig in meiner Karriere“

„Wir wussten bereits, dass uns der Trainer wahrscheinlich verlassen wird“, zeigt sich „El Flaco“ von Ancelottis Entscheidung wenig überrascht, viel mehr freut er sich für den 54-Jährigen, „dass es mit dem Wechsel geklappt hat. Real ist ein super Klub und ein großer Schritt in seiner Karriere. Ich hoffe, dass er viel Erfolg hat.“

Dass dies keine leeren Phrasen, sondern ernst gemeinte Glückwünsche sind, unterstreicht das Strahlen in den Augen des Filigrantechnikers, wenn er sagt: „Ich hatte immer eine super Beziehung zu ihm, er war ein sehr wichtiger Trainer in meiner Karriere.“

Pastore wünscht ihm „nur das Beste“. Nachsatz: „Wie uns mit unserem neuen Coach“.

Folgt die nächste Steigerung?

Für den Scheich-Klub gilt es die positive Entwicklung der letzten Jahre fortzusetzen. Blieb man im ersten Jahr der Ära von Präsident Nasser Al-Khelaifi als Vizemeister klar hinter den Erwartungen, war in der letzten Saison mit dem Triumph in der Ligue 1 und dem Erreichen des Champions-League-Viertelfinales ein klarer Fortschritt zu erkennen.

„Ich glaube, der Klub steigert sich von Jahr zu Jahr“, bestätigt auch der 13-fache argentinische Teamspieler. Was sind also die Ziele in der kommenden Saison?

„Hart arbeiten“, versucht Maxwell der Frage auszuweichen, um dann doch konkret zu werden: „Wir wissen, dass im Selbstverständnis des Klubs der Titelgewinn Pflicht ist. Darüber hinaus werden wir natürlich versuchen, so weit wie möglich in der Champions League zu kommen – wohl wissend um die Qualitäts-Dichte in diesem Bewerb.“

Pastore stimmt seinem Teamkollegen vorbehaltslos zu: „Das wäre wichtig für den Verein und für all seine Spieler.“ Und nicht zuletzt für den Trainer. Den Mann, den es nach der ersten gemeinsamen Trainingswoche erst kennenzulernen gilt.

 

Christian Eberle

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