"Jedes Tor gibt Selbstvertrauen"

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"Besser hätte Jahr für mich nicht beginnen können"

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Man kann viel behaupten, nur nicht, dass das Jahr 2013 für Andreas Weimann schlecht begonnen hat.

Am Neujahrstag erzielte der Aston-Villa-Legionär beim 2:2 in Swansea sein viertes Tor in dieser Premier-League-Saison und holte den Elfmeter zum zweiten Treffer heraus.

Am Samstag legte er beim 2:1 im FA-Cup gegen Ipswich Town in der 83. Minute den 2:1-Siegtreffer nach.

Und das obwohl Coach Paul Lambert den Wiener erst in Minute 43 für den verletzten Marc Albrighton ins Spiel brachte. „Ich wollte Andi eigentlich eine Pause gönnen, musste ihn jedoch früher als geplant bringen“, meinte der Schotte nach Schlusspfiff, „aber Andi ist in toller Form. Er strahlt Selbstbewusstsein aus und hat getroffen.“

„Jedes Tor gibt mir mehr Selbstvertrauen“

„Besser hätte das Jahr für mich nicht beginnen können“, erklärt Weimann selbst im Gespräch mit LAOLA1, „jedes Tor gibt mir mehr Selbstvertrauen. Ich habe immer gewusst, dass ich Tore schießen kann. Im Moment läuft es ganz gut. Hoffentlich geht es so weiter.“

Nach seinem Doppelpack gegen Manchester United im November hat der 21-Jährige im Dezember auch beim 3:1-Sieg gegen Liverpool an der Anfield Road gescort und im League Cup gegen Norwich doppelt getroffen. In diesem Wettbewerb steht bereits am Dienstag das Halbfinal-Hinspiel gegen Bradford auf dem Programm – stressiger Fußball-Alltag in England rund um den Jahreswechsel.

„Gemischte Gefühle“, so bilanziert Weimann diese englischen Wochen im klassischten Sinn. So zufrieden er mit seinen Leistungen sein kann, so schwer tat sich die Mannschaft, die heftige Rückschläge wie das 0:8 bei Chelsea, das 0:4 gegen Tottenham oder das 0:3 gegen Wigan verdauen musste.

„Wir sind sicher nicht zufrieden gewesen damit, wie wir gespielt haben, mit all den Gegentoren, die wir kassiert haben. Gegen Swansea haben wir endlich wieder einen Punkt geholt. Hoffentlich ist das das Ende der Niederlagen und es geht bergauf“, betont der zweifache ÖFB-Teamspieler.

Abstiegsgefahr? „Bin sicher, dass wir es schaffen werden“

Einfache Zeiten durchlebt sein Arbeitgeber aktuell nicht. Aston Villa rangiert auf dem 16. Tabellenplatz, nur einen Punkt vor einem Abstiegsrang.

Lambert unterzieht den Traditionsverein aus Birmingham einer Frischzellenkur, setzt auf einen Neuaufbau mit jüngeren Spielern.

„Gegen Swansea war das Durchschnittsalter unseres Kaders 23 Jahre, das ist sehr jung. Der Trainer hat gesagt, sein Ziel ist, eine junge Mannschaft aufzubauen, mit der wir in ein paar Jahren hoffentlich wieder weiter vorne dabei sind. Dieses Jahr ist es eben schwer, aber ich bin sicher, dass wir es schaffen werden“, plagt den früheren Rapidler momentan kaum die Abstiegsangst.

Vor allem, da man den Umschwung in der eigenen Hand hat: „Diesen Monat haben wir einige Spiele gegen Mannschaften, die in der Tabelle rund um uns herum sind. Hoffentlich können wir da ein paar Ergebnisse einfahren und uns von hinten absetzen.“

„Je öfter ich am Platz stehe, umso wohler fühle ich mich“

Auch wenn die Fans ob der prekären Situation „wahrscheinlich schon nervös“ seien, merke man, „dass sie bei jedem Spiel voll hinter uns stehen. Sie verstehen, was der Trainer sagt. Es ist schon super, was sie zurzeit machen.“

Weimann profitiert sicherlich vom Konzept, auf jüngere Spieler zu setzen. Auch wenn sich seine Einsätze von Anfang an zuletzt häuften, wäre es wohl weiterhin zu früh, ihm einen unumstrittenen Stammplatz zu attestieren. Mit Darren Bent und Gabriel Agbonlahor mussten zudem zwei Angreifer zuletzt verletzungsbedingt w.o. geben, beide feierten erst gegen Ipswich ihr Comeback.

Dass sich der Wiener jedoch einen guten Namen gemacht hat, steht außer Frage. „Je öfter ich am Platz stehe, umso wohler fühle ich mich“, beschreibt Weimann sein wachsendes Selbstwertgefühl innerhalb der Mannschaft.

Überbewertete Hackordnung

Auch wenn er wohl nicht mehr als Team-Youngster wahrgenommen wird, hält er vermeintliche Sprünge innerhalb der teaminternen Hackordnung jedoch für überbewertet:

„Wir haben so eine junge Mannschaft, da gibt es von der Hackordnung her keinen, wo man sagt, das ist der Star oder der ist ganz unten – bei uns sind alle gleich.“

Nicht mehr gleich wie in der Jugendzeit ist es indes, wenn sich Weimann im öffentlichen Leben bewegt. „Stimmt schon, wenn ich auf die Straße gehe, erkennen mich jetzt schon einige Leute in Birmingham“, gibt der 21-Jährige zu, „den Leuten taugt es, sie freuen sich mit einem. Man merkt, dass sie Fußball leben.“

Dieses Flair ist es auch, was die Premier League seiner Meinung nach von anderen Ligen abhebt: „Die Fans, die Stadien, alles Drum und Dran – man lebt den Fußball, deswegen ist es für mich die beste Liga der Welt.“

„Wäre schön, wenn ein paar Österreicher hier wären“

Eine Liga, in der er aktuell als Solist die rot-weiß-rote Fahne hochhält. Auch im englischen Nachwuchs-Fußball haben sich zwischenzeitlich schon mehr Österreicher getummelt.

„Wir haben schon viele Talente im Ausland, aber die meisten sind eben in Deutschland, nur wenige in England. Ich kann nur sagen, dass es für mich der beste Schritt war, ich kann es jedem nur weiterempfehlen. Aber es ist für jeden anders. Man kann auch in Österreich bleiben und dort ein Top-Spieler werden. Ich sage nicht, dass man ins Ausland gehen muss“, erklärt Weimann und gesteht: „Sicher wäre es schön, wenn ein paar Österreicher hier wären.“

Momentan beschränken sich so gesehen die sportlichen Kontakte mit heimischen Profis auf die Nationalmannschaft, in deren Kader er sich im Laufe des Herbstes gespielt hat („Für mich ist es die größte Ehre, beim A-Team dabei zu sein“).

„Noch einige Tore schießen“

Weitere Einsätze in der Elf von Marcel Koller sind für 2013 ein großes Ziel. Ebenso wie die Fortsetzung des Trends in der Wahlheimat:

„Ich will bei Aston Villa weiter so oft wie möglich von Anfang an spielen und noch einige Tore schießen. Wie es dann weitergeht, steht in den Sternen, aber ich bin glücklich hier und möchte noch sehr oft für Aston Villa spielen.“

Konserviert Weimann seine derzeitige Form, wird ihm dieser Wunsch wohl erfüllt.

Peter Altmann

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