"Auf jeden Fall mein bisheriges Karriere-Highlight"

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Der Stress nach dem Erfolgserlebnis.

Neben der Heimreise nach Österreich hatte Andreas Weimann am Samstagabend auch einen kommunikativen „Marathon“ zu bestreiten.

„Ich habe zahlreiche SMS und Facebook-Einträge bekommen“, erzählt der Aston-Villa-Legionär im Gespräch mit LAOLA1, „es hat einige Zeit gedauert, bis ich alles beantworten konnte.“

Das glühende Handy kam nicht von ungefähr. Ein Doppelpack gegen Manchester United gelingt schließlich nicht alle Tage.

„Nach dem Spiel war ich angefressen“

„Das ist auf jeden Fall mein bisheriges Karriere-Highlight. Gegen einen der größten Klubs der Welt zwei Tore zu schießen, ist natürlich schön.“

„Schön“ ist an dieser Stelle wohl ein Hilfsausdruck. Mit dem Doppelpack gegen den Kult-Klub schoss sich der 21-Jährige wohl endgültig ins Bewusstsein der breiteren Fußball-Öffentlichkeit.

Der gebürtige Wiener selbst brauchte allerdings ein wenig Zeit, um sich mit diesem Ausrufezeichen anzufreunden, denn schließlich ging die Partie trotz 2:0-Führung noch verloren.

„2:3 vs Manchester United, sucks big time:((“, ließ er nach Schlusspfiff seinem Frust auf seiner Facebook-Seite freien Lauf. Ein klassischer Fall von „mixed feelings“.

„Unmittelbar nach dem Spiel war ich angefressen, dass wir verloren haben“, betont Weimann. Die Freude über seine beiden Treffer sei erst mit ein wenig Abstand einige Stunden später gekommen.

„In diesem Moment denkt man nicht viel“

Auch wenn sich die Offensivkraft nicht Matchwinner schimpfen darf, sind die Momente der beiden Tore wohl unvergesslich. „Ein super Gefühl“, schwärmt der Youngster, „in diesem Moment denkt man nicht viel, es überwiegt die riesige Freude, man will einfach nur mit Fans und Mitspielern feiern.“

Zumindest befinden sich die „Villans“ in guter Gesellschaft, was aus der Hand gegebene Führungen gegen Manchester United betrifft. Das Team von Alex Ferguson hat in dieser Saison schon 15 Punkte aus Begegnungen lukriert, in denen es in Rückstand lag: „Es schaut so aus, als ob sie jedes Spiel, wo sie hinten liegen, noch gewinnen. Leider war es gegen uns wieder so.“

Das nächste Highlight für den Aston-Villa-Legionär wäre es, wenn er nun auch im ÖFB-Dress beim Test gegen die Elfenbeinküste eine Chance bekäme. Nach dem Kurzeinsatz beim Debüt in Kasachstan wäre es sein zweites Länderspiel.

An eine Nominierung von Anfang an glaubt Weimann jedoch nicht so recht: „Wünschen würde ich es mir natürlich, aber daran habe ich noch nicht gedacht. Ich möchte jetzt gut trainieren, vielleicht bekomme ich eine Chance – ein paar Minuten oder ein bisschen länger.“

Koller zurückhaltend

Teamchef Marcel Koller neigt in seiner Personalpolitik eher dazu, wenig anfällig für einmalige Highlights zu sein und vielmehr konstante Leistung zu belohnen. Dementsprechend zurückhaltend äußert sich der Schweizer bezüglich der Startelf-Chancen des 21-Jährigen:

„Man kennt mich inzwischen ein Jahr und weiß, dass ein Spieler nicht gleich spielen muss, wenn er ein Tor schießt. Aber wir bewerten das positiv. Der Spieler bekommt Selbstvertrauen, und das ist grundsätzlich gut für uns. Gegen Manchester United schießt man auch nicht jede Woche zwei Tore.“

Den nächsten „Manchester-Doppelpack“ gibt es für Weimann bereits am kommenden Wochenende. Nach dem Heimspiel gegen United folgt nun das Gastspiel bei Meister City.

Peter Altmann

Dass dieses persönliche Erfolgserlebnis für Weimann einen Karriere-Boost bedeuten kann, liegt indes auf der Hand. Trotz dieses Statements lautet Weimanns Alltag beim Team aus Birmingham jedoch wohl weiterhin harter Kampf um einen Stammplatz: „Sicher helfen mir die Tore, aber der Trainer schaut nicht nur auf die Tore, sondern auch darauf, wie ich spiele.“

Im Match gegen Manchester United wurde er von Coach Paul Lambert zum zweiten Mal in Folge von Beginn an aufgestellt, schon beim 1:0-Erfolg in Sunderland stand der frühere Rapidler in der Startformation – jeweils am rechten Flügel, auch wenn seine bevorzugte Position jene im Angriffszentrum ist.

„Wer gut spielt, bleibt drinnen“

„Der Trainer sagt immer: Wenn man in der Mannschaft ist und gut spielt, wird man drinnen bleiben. Ich habe die vergangenen Spiele recht gut gespielt. Hoffentlich kann ich meinen Platz behalten. Ich glaube schon, dass ich jetzt ein gutes Standing in der Mannschaft habe.“

So oft wie möglich von Anfang an zu spielen, bleibe jedenfalls Ziel Nummer eins: „Dann werden die Tore von selbst kommen. Ich habe in den letzten Spielen auch schon ein paar Chancen gehabt.“

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