Mourinho: "Ich finde keine Worte dafür"

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Was macht ein Top-Trainer, nachdem sein Team gegen einen Nachzügler zwei wichtige Punkte verschenkt?

Er lädt sich selbst in eine Fernsehshow ein und holt zum Rundumschlag gegen Medien, Schiedsrichter und gegnerische Spieler aus.

So geschehen am Sonntag in England, als Jose Mourinho auf „Sky Sports“ gegen alles und jeden mobil machte.

Im Zentrum seines Wutausbruchs stand Austro-Engländer Ashley Barnes, der tags zuvor bei Burnleys 1:1 gegen Chelsea Nemanja Matic am Schienbein traf. Der Serbe verlor daraufhin die Nerven, schubste Barnes um und sah Rot wegen einer Tätlichkeit.

Mourinho hetzt gegen Barnes

Als „kriminelles Tackle“ bezeichnete Mourinho die Aktion von Barnes. „Ich finde kein Wort für das, was dieser Spieler getan hat“, ließ der Portugiese kein gutes Haar am 25-jährigen Stürmer, dessen Großmutter aus Österreich stammt und der deswegen 2008 ein U20-Länderspiel für Österreich bestritt.

„Matic hatte allen Grund, die Nerven zu verlieren. Was kann ein Stoß für Konsequenzen haben? Gar keine! Für Matic hätte dieses Foul aber das Ende seiner Karriere bedeuten können“, verteidigte „The Special One“ seinen eigenen Schützling.

Mourinho forderte nicht nur aufgrund dieser Aktion die Rote Karte für Barnes, auch ein anderes Foul gegen Branislav Ivanovic regte den Chelsea-Coach auf.

Laut offiziellen Statistiken ist der Austro-Engländer übrigens der Premier-League-Spieler mit den meisten Fouls in dieser Saison (50 an der Zahl). Auf der anderen Seite wurde mit Eden Hazard ausgerechnet ein Chelsea-Profi am öftesten gefoult (siehe hier).

Barnes nach dem Stoß von Matic am Boden

Medien-Kampagne gegen Costa?

Überhaupt befand Mourinho, dass Chelsea schon in der ersten Hälfte zwei Elfmeter bekommen hätte sollen. Der Portugiese sprach sich in Zuge dessen für den Videobeweis aus. „Wenn der Schiedsrichter ein drei Meter vor ihm stattfindendes Elfmeter-Foul nicht gibt, dann muss es wenigstens ein Offizieller vor dem Fernseher erkennen.“

Nach Meinung des Portugiesen forcieren die Medien eine Kampagne gegen ihn und sein Team. Dabei sei vor allem Diego Costa das Ziel der Anfeindungen. Der Stürmer trat vor einigen Wochen Liverpool-Verteidiger Emre Can auf den Fuß und kassierte dafür eine Sperre über drei Spiele.

Mourinho gefiel gar nicht, dass „Sky Sports“ und andere Medien daraufhin von „Costa’s crimes“ (Übersetzt: Costas Verbrechen) sprachen. „Gleich nach dem Spiel fangt ihr an, öffentlich über den Spieler zu urteilen. Noch nie habt ihr euch dafür bei Chelsea oder Diego selbst entschuldigt.“

Schlechte Leistung dadurch in Schatten gestellt

27 Minuten dauerte der Rundumschlag Mourinhos. Ausbrüche wie dieser sind typisch für ihn. Er liebt es, mit den Medien zu spielen. Vor allem, wenn es darum geht, von den schlechten Leistungen seines eigenen Teams abzulenken. Denn Burnley hatte sich den Punkt gegen Chelsea durchaus verdient. Der Aufsteiger kam auf dieselbe Anzahl an Schüssen auf das gegnerische Tor wie der aktuelle Tabellenführer.

Überhaupt zeigten sich die „Blues“ nach den letzten Spielen nicht mehr in jener bestechenden Verfassung, die sie noch vor einigen Wochen auszeichnete. Leistungsträger wie Diego Costa (Sperre) oder Cesc Fabregas (Verletzung) spielen nach einigen Partien Pause nicht mehr so überragend wie noch im Dezember oder Jänner.

„Wir müssen zugeben, dass Burnley ein gutes Spiel gemacht hat. Sie haben bereits ManCity und ManUnited Punkte abgenommen. Sie sind ein gutes Team“, erklärte Außenverteidiger Filipe Luis.

Sein Trainer war in diesem Punkt weniger ehrlich. Aber er wird wissen, warum er sich auf solche Spielchen einlässt. Ein Mann wie Mourinho macht alles mit Kalkül.

 

Jakob Faber

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