„Ich muss mich jetzt selbst beweisen“

Aufmacherbild

„Das Gefühl ist schön, leider ist es nicht so gut gelaufen.“

Mit diesen Worten kommentiert Michael Gregoritsch seine Auftritte beim U21-Team und die damit verbundene Rückkehr in seine steirische Heimat.

Einem hart erkämpften 1:0-Sieg gegen die Slowakei in Hartberg folgte wenige Tage später eine 0:4-Klatsche gegen eine ältere englische Auswahl.

Der 18-Jährige stand dabei insgesamt 98 Minuten auf dem Feld, hat seinen Platz in der von Werner Gregoritsch betreuten Elf also gefunden.

U21 als Aufbauprogramm

„Er ist ein Spieler, der sehr wichtig sein kann für uns, weil er in verschiedenen Situationen etwas bewegen kann. Wir brauchen ihn auch, weil er kopfballstark ist und Qualität hat“, beurteilt der Vater die Eigenschaften seines Sohnes.

„Wenn wir daheim spielen und die ganze Familie zuschaut, will man sich immer doppelt beweisen. Das ist mir aber nicht so ganz gelungen. Das ist schade, weil ich ganz genau weiß, dass ich es besser kann“, geht der Junior mit sich selbst indes hart ins Gericht.

Für den Teamchef sind die ausbaufähigen Leistungen aber schnell erklärt, schließlich „merkt man, dass er lange nicht gespielt hat.“

Stürmer Gregoritsch, der seit seinem Treffer für Kapfenberg gegen die Austria im April 2010 mit dem Alter von 15 Jahren und 361 Tagen jüngster Bundesliga-Torschütze der Geschichte geführt wird, hat eine Verletzung hinter sich, die ihn zum Beginn der Rückrunde zurückgeworfen hat.

„Ich bin eine große Stütze“

Knapp 120 Minuten hat der Youngster im Jahr 2013 in der Meisterschaft für die TSG Hoffenheim in den Beinen -für die zweite Mannschaft wohlgemerkt.

In dieser U23-Truppe, die in der Regionalliga Südwest, Deutschlands vierter Leistungsstufe, agiert, hat sich der ÖFB-Legionär seit seinem endgültigen Abgang vom KSV im Sommer in den ersten Monaten jedoch bereits einen Namen gemacht. Neun Tore in 18 Einsätzen können sich durchaus sehen lassen.

„Der Trainer baut auf ihn und sie sagen auch, dass sie ihn auf keinen Fall verleihen wollen“, sieht auch Vater Gregoritsch seinen Sprössling auf dem richtigen Weg.

Entwicklung abseits des Vaters

Dieser führt eben in den nächsten Wochen wieder über die Regionalliga, mit Duellen gegen SV Elversberg, Bayern Alzenau oder Sonnenhof Großaspach.

Zur Weiterentwicklung könnte dies dennoch das Beste sein. Einerseits, „weil das eine robuste Liga ist“, andererseits weil auch die Bedeutung der „väterlichen Abkapselung“ im Verein nicht zu unterschätzen ist.

Die Schmährufe der eigenen Fans aus dem Franz-Fekete-Stadion sind noch nicht vergessen.

Wie der Teenager-Legionär es ausdrückt: „Es ist nicht schlecht, dass ich mich jetzt selbst beweisen muss.“

 

Christian Eberle/Bernhard Kastler

„Ich bin im Kader der ersten Mannschaft und in der zweiten eine große Stütze. Durch die neun Tore lässt sich sagen, dass es ganz gut läuft. Deshalb bin ich froh, dass ich im Sommer diesen Schritt getätigt habe“, zieht der Angreifer ein erstes Resümee seiner Zeit im Kraichgau.

Pläne für die nähere Zukunft lassen nicht lange auf sich warten: „Ich hoffe, dass es die nächsten drei Monate noch so weitergeht und natürlich, dass es zu ein, zwei Einsätzen in der Bundesliga kommt.“

Bundesliga-Debüt noch heuer?

Letzteres hält Vater Werner durchaus für wahrscheinlich: „Wenn er mehr Kraft bekommt, dann kann er noch debütieren. Die Möglichkeit gibt es, das weiß ich.“

Viel hängt allerdings von der Lage des Bundesligisten, der sich aktuell auf dem 17. Tabellenplatz und damit einem Abstiegsrang befindet, ab.

„Natürlich ist es ein wenig angespannt, weil wir in einer schlechten Situation sind. Aber im Großen und Ganzen lerne ich dort den Profibetrieb gut kennen, wie professionell sich alle Spieler verhalten. Das ist in Deutschland sehr gut“, kann Gregoritsch, der in der vergangenen Saison mit Kapfenberg den Kampf gegen den Abstieg verloren hat, dem sogar etwas Positives abgewinnen.

„Der Trainer baut auf ihn“

Zählen kann der Nachwuchsteamspieler jedenfalls auf Unterstützung von Coach Marco Kurz. Der Nachfolger von Markus Babbel auf der TSG-Bank hält große Stücke auf sein kopfballstarkes Talent.

„Der Trainer vertraut mir sehr, was mir wichtig ist. Denn so fühle ich mich wohl“, freut sich der Grazer und legt sich selbst beim Erreichen seiner Ziele keinerlei Druck auf: „Ich bin 18 Jahre und habe noch Zeit, mich zu entwickeln. Diese Zeit wird mir in Hoffenheim auch gegeben.“

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen