"Österreichischer Fußball wird anders wahrgenommen"

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Für den FC Ingolstadt hat am Sonntag die Vorbereitung auf die Premierensaison in der deutschen Bundesliga begonnen.

Bei der Truppe von Chefcoach Ralph Hasenhüttl ist die Vorfreude extrem groß. "Es ist das Ziel jedes Spielers und Trainers, dass man Teil dieser Maschinerie wird. Dass die Freude exorbitant hoch ist, wenn es so weit ist, ist klar", sagte der Steirer am Samstag in Mondsee.

"Enormer Entwicklungsschub bei Rambo"

Durch die Verpflichtung von Austrias Linksverteidiger Markus Suttner hat Hasenhüttl nun bereits drei aktuelle ÖFB-Teamspieler unter seinen Fittichen.

Ramazan Özcan hütet seit Sommer 2011 das Tor der "Schanzer", Lukas Hinterseer hat sich in seiner ersten Saison im Ausland im Angriff etabliert. "Jeder meiner Spieler hat die Qualität für die erste Liga, jetzt liegt es aber an ihnen, das auch zu beweisen", erklärte Hasenhüttl.

Özcan wird als Nummer eins in die Saison gehen, in der Meistersaison hatte er nur eine Ligapartie verpasst. "Rambo hat im letzten Jahr nochmals einen enormen Entwicklungsschritt gemacht, weil er gelernt hat mit unserer offensiv sehr hoch verteidigenden Art zu spielen. Als Tormann ist es da ganz wichtig, dass man ständig hellwach ist und das Spiel gut liest", lobte Hasenhüttl den Vorarlberger.

"Bei Suti hat das Gesamtpaket gepasst"

Hinterseer war mit 32 von 34 möglichen Einsätzen genauso ein absoluter Stammspieler und zeigte dabei mit neun Toren auf. "Lukas hat sich absolut etabliert in der zweiten Liga und deshalb auch die Berechtigung, den nächsten Schritt zu tun", sagte Hasenhüttl.

Der 24-jährige Tiroler habe viele Vorzüge. "Lukas ist ein sehr fleißiger Spieler, der viel sprintet, vorne viel anläuft. Er passt so gut in mein System rein, weil er kein typischer Mittelstürmer ist, sondern sich auch viel in den Dienst der Mannschaft stellt, viel arbeitet", so Hasenhüttl.

Verbesserungspotenzial sei aber klarerweise noch "in vielen Punkten" vorhanden. Das gilt auch für den seit Sonntag 31-jährigen Özcan. "Da geht auch noch mehr", sagte Ingolstadts Trainer. Genauso wie das Duo darf sich auch Suttner berechtigte Hoffnungen auf einen Stammplatz machen. "Bei Suti hat das Gesamtpaket gepasst. Für ihn ist es, glaube ich, auch ein nächster Schritt, der ihm guttut. Die deutsche Bundesliga ist auch für einen, der schon viel erlebt hat, auch schon Champions League gespielt hat, schon eine Herausforderung", analysierte Hasenhüttl.

Keine Vorteile für ÖFB-Kicker

Sonderbehandlung gibt es für seine Landsleute jedenfalls keine, das einzige, was zählt, ist Leistung. "Ich glaube nicht, dass es Trainer gibt, die nur nach dem Reisepass oder der Staatszugehörigkeit aufstellen. Da schneidest du dir ja ins eigene Fleisch. Die Nationalität hat wenig Bewandtnis, was zählt ist Leistung. Wenn der Spieler dann aus Österreich kommt ist es umso schöner", erklärte Hasenhüttl.

Sein ÖFB-Trio will in der kommenden Saison in die Fußstapfen von David Alaba (Bayern München), Zlatko Junuzovic (Werder Bremen), Julian Baumgartlinger (Mainz) und Co treten, die sich allesamt schon im deutschen Oberhaus einen guten Namen gemacht haben.

"Ich glaube, dass der österreichische Fußball, nicht zuletzt durch die Erfolge der Nationalmannschaft, mittlerweile in Deutschland ganz anders wahrgenommen wird. Das spült natürlich den ein oder anderen Spieler mehr auch in deutsche Liga", freut sich Hasenhüttl über diese Entwicklung.

Das erste Testspiel bestreitet der Zweitligameister am Samstag bei Wacker Burghausen. Von 12. bis 20. Juli sind die Ingolstädter auf Trainingslager in Mittersill. Zum Saisonauftakt wartet am 15. oder 16. August das Auswärtsspiel in Mainz.

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