Reicht Kampl?

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"Nur" Kampl: Hat Dortmund richtig gehandelt?

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Kitschiger geht es dann wirklich nicht mehr.

Kevin Kampl wird am Samstag (ab 18:30 Uhr LIVE IM LAOLA1-TICKER) sein Debüt in der deutschen Bundesliga feiern. Für jenen Klub, den er als Kind schon liebte: Borussia Dortmund.

Gegen seinen Ex-Verein, Bayer Leverkusen, wo der heute 24-Jährige groß wurde und seine fußballerische Ausbildung genoss sowie sein Profi-Debüt (in der Europa League) gab.

Kitsch-Auftakt für Kampl

Und der Gegner wird auch noch ausgerechnet von Roger Schmidt trainiert, seinem früheren Trainer bei Red Bull Salzburg. Dem besten Trainer, den er in seiner Karriere bislang hatte, wie Kampl selbst immer wieder betonte.

Seinen "Lebenstrainer", der ihn auch zu Leverkusen holen wollte. Doch der Slowene spürte bei den Borussen mehr Vertrauen (News).

Das Problem ist: Für Kampl und Dortmund gilt es keine Zeit zu verlieren. Nach einem katastrophalen Herbst stehen die Borussen auf dem vorletzten Platz und wären aktuell Zweitligist.

Es kam nur Kampl

Nur die Schwarz-Gelben aus dem Ruhrpott haben eine zweistellige Anzahl an Niederlagen, sind punktegleich mit Schlusslicht Freiburg.

Was passierte in der Pause? Nicht viel! Im Winter wurde nur Kampl für die Profis geholt - ob dieser Transfer ausreicht?

Zwei Redakteure, zwei Meinungen.

Es ist immer noch Dortmund (ein Kommentar von Bernhard Kastler)

Gut, dieser Liga-Herbst von den Borussen ist ja eigentlich noch immer nicht zu fassen. Aber sowie einem WAC so ein positiver Herbst in der heimischen Bundesliga passieren kann, so kann sich auch ein Dortmund mit fünf Weltmeistern, in Saison eins ohne Robert Lewandowski und oftmals ohne den mehrfach verletzten Marco Reus, in eine Negativspirale reindrehen. Großes Aber: Es ist noch immer Dortmund. Und es ist ein Neustart nach der Pause. Ein Blick auf den Kader reicht, um zu wissen, dass der BVB souverän den Klassenerhalt schaffen wird. Ein Blick auf die Vita des Trainers reicht, um zu wissen, dass der in der Pause die richtigen Schlüsse gezogen haben wird. Und ein Kevin Kampl als Neuzugang reicht auch in dieser prekären Lage. Kontinuität hat sich noch immer bezahlt gemacht, vor allem, wenn die Qualität ja da ist. Siehe Champions League. Kampl bringt's mental, bringt's physisch, bringt's spielerisch. Ich habe mit einem Kumpel, der BVB-Fan ist, gewettet, Kampl macht diese Saison noch neun Scorerpunkte. Gut, da war mehr Wunsch Vater des Gedanken, weil Kampl als Spieler und Mensch die österreichische Liga sehr bereichert hat. Aber er wird sich mit dieser Aufgabe nochmals steigern. Und Dortmund wird richtig gehandelt haben.

Gestandener Profi hätte gut getan (ein Kommentar von Christoph Kristandl)

Kevin Kampl ist ein typischer BVB-Transfer. Aufstrebend, entwicklungsfähig und im Fokus mehrerer großer Klubs. Keiner, der für die absoluten Branchenführer interessant ist, dafür aber noch relativ leistbar. Genau in diesem Becken fischt der Ruhrpott-Klub. Mehr ist, trotz großer Erfolge, nicht drinnen. Man kann sagen, es spricht für Borussia Dortmund und seine Verantwortlichen, auch in einer Krise an ihrer grundsätzlichen Philosophie festzuhalten. Aber, Kevin Kampl in allen Ehren, ihn in dieser Situation als einzigen Neuzugang zu präsentieren, ist ein Risiko und hat einige Fans enttäuscht. Der Slowene ist eine Bereicherung und passt in Dortmund wie die Faust aufs Auge. Nach dieser Hinrunde hätte dem Team jedoch ein gestandener Profi gut getan, der mit Garantie sofort in der Bundesliga funktioniert. Ein solcher kostet allerdings und hätte das Gehaltsgefüge gesprengt. Dazu war man nicht bereit oder hielt es nicht für notwendig. Zumindest bringt Frisuren-Fetischist Kampl etwas mit, das in Dortmund aktuell extrem rar ist: Selbstvertrauen. Spätestens am Saisonende werden wir klüger sein und wissen, ob das – gepaart mit den Fähigkeiten des 24-Jährigen – für eine Trendwende reichen und der BVB alles richtig gemacht hat oder Kampl alleine doch nicht der Weisheit letzter Schluss war.

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