Mit Sorgen im Gepäck zur Generalprobe bei Rapid

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Stress macht sich breit.

Nicht nur in den Agenden von Sportdirektor Horst Heldt während der Transferphase, generell kommt der FC Schalke 04 derzeit nicht zur Ruhe.

Terminlich eilt der deutsche Traditionsverein von einem Fixpunkt zum nächsten, kadertechnisch plagen Trainer Roberto di Matteo weiterhin Kopfschmerzen.

Diese werden auch am Samstag im freundschaftlichen Testspiel gegen den SK Rapid (15:30 Uhr im Ernst-Happel-Stadion) noch nicht aus der Welt geschafft sein.

Ein kurzer Abstecher nach Wien

Eine Woche nach dem absolvierten Trainingslager in Doha/Katar reisen die Knappen extra für 90 Minuten nach Wien und begeben sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff wieder auf die Heimreise.

Schließlich gilt es, keine Zeit zu verlieren. Als Tabellenfünfter geht es in der Vorbereitung darum, die Basis zu schaffen, um noch einmal ganz vorne anzugreifen.

Ganz vorne? Nicht wirklich. So realistisch sind auch die Königsblauen, dass in dieser Saison wohl kein Weg mehr am FC Bayern vorbeiführt.

"Platz eins lassen wir mal außen vor. Nicht, dass es niemanden interessiert, aber Platz eins ist zementiert. Aber dahinter ist es spannend. Wir wollen uns wieder für die Champions League qualifizieren. Das wollen Wolfsburg, Leverkusen und Mönchengladbach aber auch“, meinte Heldt erst kürzlich.

Lazarett bereitet di Matteo Sorgen

Die hochgesteckten Ziele trüben jedoch di Matteos Sorgen. Schließlich fehlen dem Startrainer wichtige Leistungsträger verletzungsbedingt.

Torwart Ralf Fährmann (Kreuzbandzerrung), Dennis Aogo (Muskelfaserriss), Kaan Ayhan (Leistenzerrung), Leon Goretzka (Aufbautraining), Julian Draxler, Jefferson Farfan, Sead Kolasinac und Chinedu Obasi (alle Reha/Aufbauprogramm) sowie Eric Maxim Choupo-Moting (Afrika-Cup) stehen derzeit nicht zur Verfügung.

Joel Matip und Atsuto Uchida kehrten erst in den vergangenen Tagen wieder ins Mannschaftstraining zurück und benötigen wohl noch Zeit.

Ersterer bietet zumindest eine willkommene Alternative in der Abwehr. Der Innenverteidiger kam nach einem Fußbruch unter dem Neo-Coach noch kein einziges Mal zum Einsatz.

Löst Nastasic Schalkes Probleme?

Im bisher forcierten 3-5-2-System wird es grundsätzlich zu personellen Veränderungen kommen. Diese löst der bisherige Königstransfer Matija Nastasic von Manchester City aus.

Der linksfüßige Leihspieler soll der Abwehrkette noch mehr Stabilität einhauchen und zudem das verbesserungswürdige Spiel von hinten heraus ankurbeln.

“Er hat mir sehr gut gefallen. Er ist ein intelligenter Spieler, der ein top Passspiel hat und stark nach vorne verteidigt. Der erste Eindruck war auf jeden Fall sehr gut“, bestätigte Heldt nach den ersten Gehversuchen des Serben in Gelsenkirchen.

Aller Voraussicht nach soll er auf Dauer links neben Matip und dem deutschen Weltmeister Benedikt Höwedes auflaufen, der nach dem Karriere-Highlight in Brasilien nicht immer seine Form abrufen konnte.

Richtungsweisendes Frühjahr für Fuchs

In der Fünferkette, die sich im Defensivverhalten formiert, scheint sich Christian Fuchs weiterhin für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Für den frischgebackenen Vater steht ohnedies eine richtungsweisende Rückrunde bevor, schließlich läuft der Vertrag des ÖFB-Kapitäns im Sommer aus.

Hoffnung gibt die Tatsache, dass er zuletzt unter di Matteo gesetzt war, zudem sind Aogo und Kolasinac als Konkurrenten derzeit noch außer Gefecht.

Mit passablen Leistungen im Frühjahr will sich der Niederösterreicher noch für eine Vertragsverlängerung aufdrängen, allerdings ist auch eine Veränderung nicht auszuschließen.

Rapid als Generalprobe für den Ernstfall

Das kurze Gastspiel in der Heimat wird auch Fuchs gelegen kommen, schließlich kennt er das Happel-Stadion nicht nur vom ÖFB-Team in- und auswendig.

Während der Test für Rapid ein willkommenes Kräftemessen mit einem Champions-League-Starter und das Wiedersehen von Sportdirektor Andreas Müller mit seinem Ex-Klub ist, steht für Schalke viel auf dem Spiel. Trotz der Ausfälle kommen die Zuschauer in den Genuss von Spielern wie Klaas-Jan Huntelaar, Kevin-Prince Boateng und Co.

Immerhin ist das Duell in Wien die Generalprobe für die kommende Woche startende deutsche Bundesliga. Diesen Samstag Rapid, kommenden dann daheim gegen Hannover.

Dann erfolgt der Angriff auf einen neuerlichen Champions-League-Platz – allen personellen Sorgen zum Trotz.


Alexander Karper

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