Österreicher hilft in Hoffenheim

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"Alleine ist das nicht mehr machbar"

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Bei 1899 Hoffenheim weht seit Jahresbeginn ein neuer Wind. Mit Günther Gorenzel ist auch ein Österreicher mitverantwortlich dafür.

Der 41-Jährige werkt seit zwei Wochen beim Tabellen-16. der deutschen Fußball-Bundesliga als Co-Trainer von Neo-Chefcoach Marco Kurz.

"Unser klares Ziel ist, über den Strich zu kommen, also zumindest noch eine Mannschaft einzuholen", betonte Hoffenheims Co-Trainer im Gespräch mit der APA. "Das sollte möglich sein."

"Unsere Tabellensituation ist schwierig"

Die Hoffenheimer belegen derzeit den Relegationsplatz 16, drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Schlusslicht Greuther Fürth und den FC Augsburg (Alexander Manninger), der Rückstand auf den ersten "sicheren" Platz, den derzeit der VfL Wolfsburg (Emanuel Pogatetz) einnimmt, ist mit sieben Zählern aber schon relativ groß.

Umso wichtiger ist ein guter Start am Samstag im Heimspiel gegen den Achten Borussia Mönchengladbach (Martin Stranzl).

"Unsere Tabellensituation ist schwierig. Ein guter Start in die Rückrunde ist immer enorm wichtig", ist sich Gorenzel bewusst.

Gregoritsch muss man "Zeit geben"

ÖFB-U21-Teamstürmer Michael Gregoritsch wird bei Hoffenheims Kampf um den Klassenerhalt in der "Liga mit der größten Leistungsdichte weltweit" vorerst wohl noch keine Rolle spielen.

"Michael hat eine sehr gute Perspektive. Man muss ihm aber Zeit geben, er muss sich erst an die Gegebenheiten anpassen. Die Drucksituation ist hier eine völlig andere", sagte Gorenzel über den 18-jährigen Angreifer, der in der Regionalliga Südwest achtmal getroffen hat.

Großer Optimismus in Hoffenheim

Der Optimismus im Lager der Kurz-Truppe ist nach dem am Sonntag zu Ende gegangenen Trainingslager in Portugal jedenfalls groß.

"Wir haben versucht, das Konzept, das wir uns zurechtgelegt haben, durchzubringen. Das hat bisher gut funktioniert, wir haben die Basis gelegt, die ersten Schritte gemacht", meinte Gorenzel.

Konditions- oder Taktikarbeit stand bei den Hoffenheimern keinesfalls im Vordergrund.

"Wir haben darauf Wert gelegt, eine Gruppe zu formen, dass alle in eine Richtung gehen. Gute Solisten gibt es ja genug, aber alle müssen das spielen, was der Dirigent will", klärte der Hoffenheim-Co-Trainer auf.

Im Herbst marschierten nicht alle gleich

Nun würden alle vom Platzwart bis zum Manager in eine Richtung marschieren. Im Herbst sei dies hingegen nicht immer der Fall gewesen.

"Teilweise hat gefehlt, dass die Mannschaft auch als Mannschaft auftritt", erinnerte Gorenzel.

Der Kärntner ist in Hoffenheim zwar nur Co-Trainer, hat aber genauso wie der zweite Co-Trainer Julian Nagelsmann auch viel mitzureden.

Das Duo ist in die Trainingsplanung involviert und leitet auch individuelle Einheiten selbst.

"Wenn man mit modernen Trainingsmethoden arbeitet, ist es alleine nicht mehr machbar. Und jede Perspektive erhöht die Qualität des Produktes", strich Gorenzel die Vorteile hervor.

Lange Freundschaft mit Kurz

Mit Kurz verbindet den Österreicher schon eine lange Freundschaft.

Unter ihm arbeitete er auch - nach der Trainer-Ära von Walter Schachner, von dem er sehr viel gelernt hat - schon bei 1860 München (2007-2008) und dem 1. FC Kaiserslautern (2011-2012) als Co.

"Wir haben ein Verhältnis, wo wir unter vier Augen alles besprechen können. Unsere Auffassungen von Fußball sind sehr ähnlich. Die Zusammenarbeit ist so, wie man es sich wünschen würde", erklärte Gorenzel.

Damit, dass er als Co-Trainer eigentlich zumeist nur neben dem Rampenlicht steht, hat der Kärntner absolut keine Probleme.

"Will meine Inhalte einbringen"

"Für mich gibt es in der täglichen Arbeit keinen Unterschied, ob ich Cheftrainer bin oder Co-Trainer. Wichtig ist mir, dass ich meine Inhalte einbringen kann", betonte Gorenzel, der sich als Teil des Teams im Puzzle Hoffenheim sieht.

Der "Teamplayer" hat es als Co-Trainer in seiner Karriere schon weit gebracht. Neben den Stationen in Deutschland und auch Österreich (u.a. Austria und GAK) war er beim russischen Topclub Rubin Kasan (Ende 2009 bis 2011) tätig, gewann dabei auch den Meistertitel.

"Im Ausland lernt man andere Dinge kennen. Die Zeit bei Kasan war eine Riesenerfahrung mit den Spielen in der Champions League gegen Inter Mailand oder Barcelona. Davon profitiert man natürlich", sagte der studierte Sportwissenschafter.

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