Das bekannte Duell

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LAOLA1 checkt die deutsche Bundesliga

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Die deutsche Bundesliga ist zurück! Und für die Saison 2014/15 kehrt sie, erstmals seit 24 Jahren, als Liga des Weltmeisters zurück. Das Interesse am ohnehin boomenden Bewerb wird an den kommenden 34 Spieltagen noch einmal zunehmen.

Den Anfang machte am Freitag standesgemäß Meister und Pokalsieger FC Bayern in der gewohnt ausverkauften Allianz-Arena gegen den VfL Wolfsburg. Mit einem knappen 2:1-Erfolg (Spielbericht) sackte die Truppe von Pep Guardiola auch gleich die ersten drei Punkte ein.

Die Rolle des Gejagten ist den Münchnern nicht neu und auch in dieser Spielzeit führt der Weg zum Titel naturgemäß nur über den höchstklassig besetzten Rekordmeister. Steht der Branchenprimus vor einer neuerlichen Rekord-Saison oder darf die Konkurrenz diesmal mehr als nur mitspielen? Die Bundesliga im LAOLA1-Check:

FC Bayern München

Der Normalfall sieht auch in diesem Jahr nur einen Meister vor - den FC Bayern München. Dass ein anderes Team in dieser Saison die Schale mit nachhause nimmt, scheint nur möglich, wenn es das Münchner Starensemble zulässt. Mit Robert Lewandowski hat der wohl kompletteste Stürmer endlich den Weg nach Bayern gefunden und vermag selbst dieser herausragenden Offensive noch neue Qualität zu verleihen. Doch ein Durchmarsch wie in den letzen beiden Saisonen ist diesmal nicht drinnen. Zum einen, weil die Strapazen der WM ihre Nachwirkungen zeigen werden (Bayerns-Probleme nach WM-Turnieren), zum anderen weil die Konkurrenz weiter aufgerüstet hat. Die zahlreichen Verletzungen gepaart mit dem Trainingsrückstand vieler WM-Fahrer wird den Bayern zu Beginn womöglich Probleme bereiten - die Chance für die Konkurrenz. Will man den Bayern in dieser Saison ihren 25. Meistertitel vermiesen, muss man von Beginn an in Top-Form agieren und versuchen, sich einen Vorsprung zu erarbeiten, ehe die Maschinerie des Rekord-Champs richtig in die Gänge kommt.

Borussia Dortmund

In Sachen verbaler Scharmützel bietet der BVB den Bayern schon die Stirn. Nach zwei Spielzeiten, in denen man sich mit dem Titel best of the rest begnügte, muss diesmal aber auch sportlich wieder der Anschluss gefunden werden. Mit den größten Transferausgaben der ganzen Liga haben sich die Dortmunder gerüstet und das Manko der letzten Saison ausgemerzt: Die geringe Kaderbreite. Man hat kräftig Geld in die Hand genommen, um selbst auf Verletzungsserien wie im vergangenen Jahr reagieren zu können, erstmals ist jede Position bei den Schwarz-Gelben auch qualitativ hochwertig mehrfach besetzt und der Abgang von Lewandowski, so schmerzhat er auch ist, eröffnet Jürgen Klopp ganz neue Möglichkeiten. Variabilität heißt das neue Zauberwort, denn das System mit einem Stürmer ist nun nicht mehr in Stein gemeißelt, ein flaches 4-4-2 wurde in der Vorbereitung häufig gespielt, auch die fast vergessene Mittelfeldraute ließ Klopp wieder aufleben. Die Vielzahl an variabel einsetzbaren Mittelfeldspielern sorgt zusätzlich dafür, dass der BVB schwerer auszurechnen sein wird. Dortmund steht vor einer spannenden Saison, in der auch das neue Mittel der Rotation eingesetzt werden kann. Das Ziel ist klar: Die Tür aufstoßen, wenn Bayern einen Spalt offen lässt.

Die Außenseiter blasen zum Angriff

Bayern gegen Dortmund, so weit so gut. Aber im Schatten der beiden Vorzeigeklubs der letzten Jahre entwickelten sich auch andere Klubs weiter. Schalkes Ansammlung von Super-Talenten nimmt einmal mehr das heißersehnte "Knappen"-Ziel Meisterschaft in Angriff. Auch Leverkusen besserte seinen bereits in der Vorsaison breiten Kader mit weiteren hochtalentierten, interessanten Spielern auf. Vieles wird bei der Werkself davon abhängen, wie schnell das Team das System von Neo-Coach Roger Schmidt umsetzen kann. Den Großangriff plant auch der VfL Wolfsburg, was sich alleine an Namen à la Romelu Lukaku oder Alvaro Morata zeigt, die in der VW-Stadt gehandelt wurden. Letztlich wurde es "nur" Nicklas Bendtner, aber Manager Klaus Alofs arbeitet Schritt für Schritt daran, die Wölfe im Konzert der Großen unterzbringen. Spielt sich ein Team aus diesem Trio in einen Lauf, ist eine Überraschung möglich.

Die Traditionsklubs sind gefordert

Werder Bremen, der Hamburger SV, VfB Stuttgart. Das klingt eigentlich nach regelmäßigen Auftritten in Europa, doch die Realität hielt für die alteingesessenen Großklubs zuletzt Abstiegskampf pur bereit. Was sie eint, sind die vielen Fehler, die über Jahre hinweg in Kaderplanung, auf der Trainerposition oder im restlichen sportlichem und/oder wirtschaftlichem Umfeld begangen wurden. Zuletzt waren diese Verfehlungen nicht mehr zu kaschieren und es ist höchste Zeit, langsam Altlasten abzubauen sowie Anspruch und Wirklichkeit näher zusammen zu führen.

Willkommen in der Bundesliga

Mit dem 1. FC Köln hat ein weiterer echter Traditionsverein den Sprung zurück geschafft und das mit einem österreichischen Trainerteam. Bislang schafften es Peter Stöger und Co. in der Domstadt für Ruhe zu sorgen. Bleibt abzuwarten, ob dies auch in der Bundesliga und bei womöglich mäßigeren sportlichen Leistungen gelingt. Gesprächsstoff und Unruhe waren bei den vergangenen Gastspielen der Kölner im Oberhaus stets garantiert. Ganz anders die Situation bei Überraschungs-Aufsteiger Paderborn. Der Klub mit dem Mini-Etat von rund 15 Millionen Euro ist Abstiegskandidat Nummer eins, ähnlich stand es im Vorjahr aber auch um Braunschweig und die Eintracht wehrte sich bis zum Schluss gegen das scheinbar Unvermeidbare. 

Mit Dietmar Beiersdorfer kommt der HSV zurück in die Spur

 

PRO (ein Kommentar von Christoph Kristandl):

Der HSV hat wieder einmal einen Retter. War es vor zwei Jahren noch die Rückkehr von Rafael van der Vaart, der Hamburgs Fans von Erfolgen längst vergangener Tage träumen ließ, ist es nun Dietmar Beiersdorfer. Der einst erfolgreiche Sportchef wurde 2009 zwar mehr oder weniger vom Hof gejagt, ein Comeback des 50-Jährigen bei seinem Herzensverein stand aber immer im Raum. Als Vorstandvorsitzender soll Beiersdorfer nun den maroden HSV wieder auf Vordermann bringen. Mit seiner Installierung fließt auch das nötige Kleingeld von Gönner Klaus-Michael Kühne wieder in die Kassen und anders als seine Vorgänger, weiß Beiersdorfer, wie die vorhandenen Mittel einzusetzen ist. Seine ersten Transfers machen mehr Sinn, als alles was in den letzten Perioden verbrochen wurde. Er verfügt über die nötigen Kenntnisse und Kontakte im Hamburger Umfeld und darf sich zudem einer gewissen Lobby sicher sein, die diverse handelnde Personen der letzten Zeit - teilweise zurecht - nicht genossen. Es wird noch Jahre dauern, bis er all die Baustellen behoben und Kader-Leichen loswird. Doch letztlich wird der Hamburger SV mit Beiersdorfer langsam wieder auf den rechten Weg finden.

CONTRA (ein Kommentar von Jakob Faber):

Dietmar Beiersdorfer ist es diesmal also. Keine besonders originelle Idee des HSV-Vorstands: Sein Vertrag wurde schließlich schon einmal vorzeitig aufgelöst. Auch danach war die Karriere des Ex-Profis nicht gerade von Erfolg gekrönt. Beim Red-Bull-Konzern zeigt Ralf Rangnick gerade das, was Beiersdorfer hätte machen sollen. In St. Petersburg, seiner letzten Station, fiel er vor allem durch das Verpulvern von Millionen-Beträgen auf. Dieser Mann soll den HSV also nun zu alten Erfolgen führen? Da hätte man sich in der Hansestadt etwas Kreativeres einfallen lassen können. Gerade dem verkrusteten HSV-Umfeld hätte neuer Schwung, zum Beispiel durch einen jungen Manager wie Christian Heidel (Mainz), gut getan. Der hätte den Klub von Fuß auf neu aufstellen können, mit modernen Arbeitsmethoden und einer zeitgemäßen Vereinsstruktur. Stattdessen brät man weiterhin im eigenen Saft. Dieser HSV ist nicht mehr zu retten, schon gar nicht von Dietmar Beiersdorfer.

 
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