Das Ende der Bayern-Dominanz

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BVB vs. Bayern: Ein Duell auf (sportlicher) Augenhöhe

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"Es könnte sich ein Duell entwickeln wie in Spanien zwischen Real und Barca", frohlockte Christian Nerlinger in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung.

In der Tat sieht es - wenngleich das Duo sportlich noch nicht in derselben Liga anzusiedeln ist wie das spanische Pendant - so aus, als bekäme der FC Bayern, über Jahrzehnte hinweg dominierende Kraft in Deutschland, mit Borussia Dortmund ernsthafte Konkurrenz.

BVB ein ebenbürtiger Gegner

Nach dem überraschenden Titelgewinn in der letzten Saison gelang es den Schwarz-Gelben, ihr hohes Niveau zu halten. Galt in der Vergangenheit, der Meistertitel ist nur machbar, wenn die Bayern patzen, so muss diese Floskel überdacht werden.

Die Münchner spielen eine starke Saison und präsentieren sich deutlich stabiler als in der Spielzeit 2010/11. Dennoch rangieren sie in der Tabelle vor dem möglicherweise entscheidenden Duell (Mittwoch ab 20 Uhr im LIVE-Ticker) drei Zähler hinter dem großen Rivalen aus dem Ruhrgebiet nur an zweiter Position.

Hoeneß zollt dem BVB Respekt

Den Machern des BVB, hierbei seien in erster Linie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Manager Michael Zorc und Trainer Jürgen Klopp erwähnt, gelang es, im Schatten der mächtigen Bayern einen in sportlicher Sicht ebenbürtigen Gegner zu formen.

Im Hinspiel gewann der BVB knapp mit 1:0

BVB gibt die Deckung auf

Im Gegensatz dazu wagen sich die Borussen, die sich im letzten Jahr als Meister des Understatements entpuppten, langsam aus der Deckung.

"Wenn wir gewinnen, glaube ich nicht, dass wir uns das noch nehmen lassen", so Innenverteidiger Mats Hummels, seines Zeichens Ex-Angestellter des FC Bayern.

Watzke nimmt Hoeneß nicht ernst

Watzke legt unverblümt nach: "Klar wollen wir nun auch den Titel!", und ergänzt spitzzüngig so manche Kampfansage aus dem Süden: "Ich schätze ihn ja total, aber deshalb muss man trotzdem nicht alles ernst nehmen, was er sagt."

An den Spielern würden etwaige Kampfansagen ohnehin abprallen. "Unsere Spieler lachen sich darüber kaputt. Die juckt das wirklich nicht."

"Unbeaten"-Serie seit September

Die Angriffslust von Seiten des Titelverteidigers kommt zwar überraschend, aber nicht von ungefähr. 23 Bundesliga-Spiele sind Jürgen Klopps Mannen unbesiegt.

In dieser seit September währenden Erfolgsserie wurden unter anderem Schalke 04, Werder Bremen und natürlich der FC Bayern bezwungen.

Neun Pflichtspiel-Siege en suite

Im Gegenzug warten die Münchner, die zwischenzeitlich schon sieben Zähler zurücklagen, mit neun Pflichtspiel-Siegen en suite auf. Die Brust sollte beiderseits mit jeder Menge Stolz geschwellt sein.

Mehr als 80.000 Fans im Stadion (insgesamt gab es mehr als 450.000 Kartenanfragen) sowie Millionen Fernseh-Zuseher sind angesichts solcher Zahlen voller Hoffnung, ein Spektakel der Extraklasse zu bekommen. Eines, wie sie es von Real und Barca seit Jahren gewohnt sind.

chn

 

Wie lautet euer Tipp? Wer setzt sich im Kampf um den Titel durch?

Uli Hoeneß zollt der Arbeit des Rivalen aus Nordrhein-Westfalen nicht von ungefähr höchsten Respekt. "Wir haben registriert und finden es auch toll, dass wieder ein Verein kommt, der es wirklich auf Augenhöhe mit uns auch mal längere Zeit aushält", so der Bayern-Präsident im "AUDI Star Talk".

Dortmund als richtiger Schritt

Watzke erklärte der "tz", warum es für junge Spieler nicht mehr selbstverständlich ist, bei einem Angebot der Bayern an die Isar zu wechseln.

"Es ist kein Selbstläufer mehr. Der eine oder andere sagt: Borussia Dortmund ist im jetzigen Karrierestadium für mich der Schritt, der am besten ist. Wir haben einfach eine Menge zu bieten. Und wir spielen momentan ja auch attraktiven Fußball."

Reus und Götze als Denkzettel

Beste Beispiele für den Wandel sind Marco Reus und Mario Götze. Ersterer wurde von allen FCB-Granden überschwänglich gelobt und umworben, um am Ende seine Unterschrift unter den Vertrag der Borussia zu setzen.

Der 22-Jährige begründete seine Entscheidung mit dem für ihn "besten Schritt" für seine persönliche Entwicklung. Ein schwerer Schlag für die Bayern, die stets der Meinung waren, jeden deutschen Spieler zu bekommen, wenn sie ihn denn wollen.

Mit der Vertragsverlängerung von Mario Götze, der seinen Kontrakt vorzeitig bis 2016 ausdehnte, folgte der nächste Denkzettel für die "Roten".

Zurückhaltung bei den Bayern

Entsprechend zurückhaltend, fast schon demütig, zeigen sich die von vielen als arrogant bezeichneten Bayern-Bosse vor dem Showdown am Mittwochabend im Signal Iduna Park.

"Das ist eine Herausforderung, die wir absolut ernst nehmen und die wir auch annehmen", so Hoeneß. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge ergänzt:

"Ich weiß nicht, was gegen Dortmund spricht. Wir sind Zweiter, Dortmund hat also die Pole Position inne. Es wird ein Gigantentreffen."

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