"Ich mache mir da keine Sorgen"

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Hoheneder über Leipzig: "Mache mir keine Sorgen"

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Da wurden die Augen plötzlich groß.

Mittwochabend kam Niklas Hoheneder mit seinen Teamkollegen von RB Leipzig zurück aus Mallorca, wo die Mannschaft wie bereits 2013 ihren Aufstieg für drei Tage ausgiebig feiern konnte.

Donnerstagmorgen las der 27-Jährige dann die „Leipziger Volkszeitung“, in der Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz in einem seiner raren Interviews ob der Lizenz-Probleme gar mit dem Rückzug droht.

Im LAOLA1-Interview spricht der Innenverteidiger, der in 32 der 37 Spiele in der dritten Liga auflief, über Schlagzeilen, seinen nächsten Aufstieg und den schöneren Weg in die Bundesliga.

LAOLA1: Hast du die Donnerstagsausgabe der „Leipziger Volkszeitung“ schon gelesen?

Niklas Hoheneder: Ja, gleich in der Früh. Natürlich habe ich mich kurz geschreckt, als ich die Überschrift gelesen habe. Aber der Inhalt ist für uns nichts Neues. Wir haben gewusst, dass es diese Probleme gibt. Uns wurde auch gesagt, wir sollen uns da keine Sorgen machen und dass es geregelt wird. Deswegen mache ich mir auch keine Sorgen.

LAOLA1: Es gibt auch während der Saison immer viel Gegenwind, vor allem von Seiten der gegnerischen Fans. Macht euch das noch etwas aus?

Hoheneder: Nein, gar nicht. Uns Spieler beschäftigt das überhaupt nicht.

LAOLA1: Die Mannschaft hatte zuletzt keine Sorgen, war sie doch auf Mallorca feiern.

Hoheneder: Das war sehr lustig. Wir sind dieses Mal als gesamtes Team dort gewesen. Vergangene Saison waren wir nicht so viele. Der Trainer hat aber gesagt, wir bekommen diese drei Tage nur dann frei, wenn wir alle gemeinsam auf Mallorca fliegen. Während der Saison hat das noch kein Spieler in dieser Form erlebt, das spricht auch für diesen Trainer.

LAOLA1: Was spricht noch für Alexander Zorniger?

Hoheneder: Du kannst mit ihm über alles reden. Er holt auch die Spieler zu sich und fragt, wie es ihnen geht. Er ist richtig nah an der Mannschaft und jeder weiß, wo er aktuell steht. Er sagt dir immer die Wahrheit. Andere sagen ja manchmal irgendwas, um sich nicht weh zu tun. Das schätzen wir alle. Und auf solche Aktionen wie Mallorca oder dass wir einmal im Monat gemeinsam etwas machen, darauf legt er viel Wert. Das Team ist intakt und das ist sicherlich ein Erfolgsgeheimnis.

LAOLA1: Wie würdest du diesen Aufstieg mit jenem aus dem Vorjahr vergleichen?

Hoheneder: Vergangenes Jahr war es insofern emotionaler, als dass wir im letzten Spiel in der Verlängerung gegen Lotte aufgestiegen sind. Die Partie war bis zum Schluss auf Messers Schneide, dieses Mal haben wir nach einer halben Stunde 3:0 geführt und somit gewusst, dass nichts mehr passieren würde. Toll war dann, was der Verein auf die Beine gestellt hat, wir haben auf der Festwiese mit tausenden Fans gefeiert, wurden einzeln aufgerufen und bejubelt. Das war schon geil.

LAOLA1: Wie geil war für dich deine ganz persönliche Saison?

Hoheneder: Es waren auch kleine Tiefs dabei, nach einer Gelbsperre war ich länger draußen, weil die Kollegen das auch gut gemacht haben. Das war in Ordnung. Danach habe ich wieder gespielt, ehe ich zum Frühjahrs-Auftakt nicht mein bestes Spiel abgeliefert habe. Aber zwei Partien später bis zum Schluss war ich dabei. Ich kann zufrieden sein. Ich habe mich in den schwierigen Zeiten auch nicht aufgegeben und jetzt hoffe ich, dass ich auch das Vertrauen in der zweiten Liga geschenkt bekomme.

LAOLA1: Du kennst die Liga aus KSC-Zeiten. Wie siehst du deine Chancen, Stammspieler zu bleiben?

Hoheneder: Ich muss einfach weiterarbeiten. Es werden sicher auch wieder neue Spieler dazukommen und da muss man sich gleich wieder ab dem ersten Training beweisen. Wichtig ist aber auch, dass der Trainer den Kern beisammen hält. Das war ihm ganz wichtig und da freut es mich auch, dass er mich zu diesem Kreis dazuzählt. Ich bin gespannt, wen wir holen werden. Wenn jemand auf meiner Position in die Mannschaft kommt, dann wird es natürlich interessant.

LAOLA1: Spürt ihr Druck, gleich wieder aufsteigen zu müssen?

Hoheneder: Wir hatten diese Saison schon keinen Druck, es gleich schaffen zu müssen. Ralf Rangnick hat in einem Interview auch gesagt, dass es toll sei, es bereits jetzt geschafft zu haben. Das ist auch wirklich schnell gegangen. Und jetzt gleich zu sagen, wir marschieren durch, das wäre sehr frech. Wir halten den Ball flach, im Winter können wir weiterreden, wenn wir wissen, wo wir in dieser Liga stehen. Jetzt brauchen wir auch keine Prognosen abgeben.

LAOLA1: Euer Spielstil fordert von einem Innenverteidiger einiges ab. Wie war die Umstellung?

Hoheneder: Die war für mich riesig, da habe ich mich auch gefragt: Warum attackiere ich so hoch? Warum lasse ich mich nicht zur Sicherheit etwas fallen, wenn der Gegner den Ball bekommt? Das war absolutes Neuland und ich habe es auch am Anfang nicht so hinbekommen. Es war Harakiri und wir hatten alle am Anfang Probleme, aber mit der Zeit haben wir es hinbekommen. Es geht einfach darum, dass es alle gemeinsam machen und dann funktioniert es super. Wir haben im Frühjahr bis auf ein Spiel gegen Dortmund (3:3) auch kaum Tore bekommen, sowie überhaupt Chancen zuzulassen. Der Trainer setzt auch viel auf Zweikampf, du musst deine Duelle als Innenverteidiger gewinnen. Du brauchst nicht gut ausschauen dabei, kannst den Ball auch auf die Tribüne jagen, Hauptsache du bist am Ball. Das war aber ohnehin immer mein Spiel.

LAOLA1: Und bei eurem besonderen Anstoß-Angriff bist du auch zumeist involviert.

Hoheneder: Es gibt vier Zielspieler, wo der weite Ball hinkommen soll. Ich sage immer, man soll ihn auf mich spielen, denn ich gewinne oft die Kopfball-Duelle und kann den Ball dann verlängern. Deswegen, immer zu mir (lacht). Einmal hat es schon zu einem Tor geführt, zwei Mal waren wir dicht dran. Das macht echt Spaß. Leider ist es auch einmal in die Hose gegangen, da haben wir ein Kontertor bekommen. Da habe ich aber nicht gespielt, deswegen wird es passiert sein (lacht).

LAOLA1: Dein guter Freund Florian Klein ist nun via österreichische Bundesliga bei Stuttgart in der Bundesliga gelandet, dorthin willst du noch. Führen auch in dieser Hinsicht verschiedene Wege nach Rom?

Hoheneder: Zum einen möchte ich ihm gratulieren, das ist echt toll und eine super Sache. Er wollte immer in diese Liga und Stuttgart ist ein toller Klub. Zum anderen hat er es mit 27 Jahren direkt geschafft, ich bin eben früher gegangen und versuche es sozusagen über Umwege. Aber wenn du bei einem Verein bist, wo du dich wirklich wohl fühlst, und dann den Aufstieg schaffst, noch dazu von Liga vier aus - dann wäre das für mich der noch schönere Weg. Das tut mir leid für den Flo (lacht).

 

Das Interview führte Bernhard Kastler

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