Die kleinen Riesen des Weltfußballs

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Nur einer von rund 8,5 Millionen Brasilianern schaffte es für die WM 2014 in die Selecao, in Uruguay steht dagegen jeder 150.000 Staatsbürger im Kader.

Die USA haben 82 Mal mehr Menschen zur Verfügung als Bosnien & Herzegowina, dennoch gehen beide mit ähnlichen Erwartungen in den Bewerb.

Die Ausrede „Wir sind ein kleines Land“ hört man bei Misserfolgen auch in Österreich. Aber wie wichtig ist die Größe wirklich? Und wer glänzt trotz eines kleinen Pools an potenziellen Spielern?

LAOLA1 hat die Größe der WM-Teilnehmer ihrer fußballerischen Qualität gegenübergestellt und gibt nun Antworten.

Die FIFA-Weltrangliste hat bekanntlich ihre Mängel. Deshalb werden zur Reihung der Teams auch ihre Leistungen bei vergangenen Weltmeisterschaften herangezogen (Details in der Factbox).

Zur besseren Übersicht wurden die Teams nach dem Ranking in jeweils vier Viertel geteilt – sowohl beim fußballerischen Erfolg, als auch nach der Bevölkerung (die Rohdaten findest du am Ende der Story).

Die folgende Grafik zeigt, wie viel Erfolg die Nationen aus ihrer Bevölkerung holen. Die sportlich erfolgreichsten Länder sind ganz rechts, die kleinsten ganz oben. Dementsprechend gilt: Je näher am rechten oberen Eck, desto „effizienter“.

Kein Land hat es geschafft, in beiden Wertungen in die Top acht und damit ins beste Viertel zu kommen. Am nächsten dran war Portugal, das die fußballerische Nummer neun war (nur eine zusätzliche Runde bei einer WM hätte gereicht, um mit dem Achten England gleichzuziehen). Auch Uruguay schrammte als Fußball-Zehnter nur knapp am Platz an der Sonne vorbei. Und das, obwohl die Urus mit 3,39 Mio. Einwohnern das kleinste Land der WM sind.

Es zeigt sich: Um dauerhaft in der absoluten Weltspitze mitspielen zu können, braucht es eine gewisse Größe. Unter den Topnationen sind die Niederlande mit 16,77 Millionen Einwohnern der Ausreißer, der Rest der Top acht verfügt über 41 (Argentinien) bis 199 (Brasilien) Millionen.

Umso bemerkenswerter, dass ein Quintett besonders kleiner Nationen nur einen Schritt hinter den Topteams landet. Belgien, Uruguay, Portugal, Kroatien und die Schweiz zählen allesamt unter 12 Millionen Einwohner.

Das einzige Team in beiden drittbesten Vierteln ist Chile. Ähnliche Ergebnisse mit deutlich größerer Manpower fuhr das nordamerikanische Duo USA und Mexiko ein.

Im linken unteren Eck finden sich der Iran, Nigeria und Japan wieder. Den „Söhnen Nippons“ wurde dabei vor allem ihre schlechte Platzierung in der Weltrangliste (46.) zum Verhängnis.

Österreich wäre in der Grafik übrigens neben Honduras und Costa Rica zu finden. Rot-Weiß-Rot wäre das siebtkleinste Land bei der WM, in der fußballerischen Wertung hinter Australien und Kamerun allerdings das dritt-erfolgloseste.

 

Martin Schauhuber

Die gesamten Daten, alphabetisch nach Ländern geordnet:

Land Weltrangliste WM-Score Fußball Gesamt Einwohnerzahl
Algerien 22 29 40 38,48
Argentinien 5 14 16,5 41,09
Australien 62 26 57 22,68
Belgien 11 26 31,5 11,14
Bosnien und Herzegowina 21 30 40,5 3,83
Brasilien 3 0 1,5 198,70
Chile 14 24 31 17,46
Costa Rica 28 28 42 4,81
Deutschland 2 2 3 81,89
Ecuador 26 26 39 15,49
Elfenbeinküste 23 28 39,5 19,84
England 10 14 19 53,01
Frankreich 17 8 16,5 65,70
Ghana 37 22 40,5 25,37
Griechenland 12 29 35 11,28
Honduras 33 29 45,5 7,94
Iran 43 28 49,5 76,42
Italien 9 10 14,5 60,92
Japan 46 22 45 127,60
Kamerun 56 27 55 21,70
Kolumbien 8 29 33 47,70
Kroatien 18 21 30 4,27
Mexiko 20 18 28 120,80
Niederlande 15 11 18,5 16,77
Nigeria 44 25 47 168,80
Portugal 4 19 21 10,53
Russland 19 29 38,5 143,5
Schweiz 6 26 29 7,99
Spanien 1 12 12,5 47,27
Südkorea 57 18 46,5 50
Uruguay 7 22 25,5 3,39
USA 13 20 26,5 313,90
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