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"Für uns war es der richtige Härtetest"

Das deutsche Fußball-Nationalteam hat seine Zweifler vorübergehend verstummen lassen.

Mit einem historischen 2:1-Sieg im Test in Frankreich nahm Österreichs WM-Qualifikations-Gegner den Kritikern den Wind aus den Segeln.

Erstmals seit einem 3:0 im EM-Jahr 2008 gegen das ÖFB-Team in Wien gewannen die Deutschen einen Jahresauftakt - angesichts der Qualität des Gegners keine Selbstverständlichkeit.

"Der richtige Härtetest"

"Für uns war es der richtige Härtetest. Das Spiel war sehr temporeich und schnell", erklärte Deutschlands Teamchef Joachim Löw.

Der Wind, der dem früheren Tirol- und Austria-Trainer entgegenweht, ist seit einem 4:4 nach 4:0-Vorsprung in der WM-Quali gegen Schweden rauer geworden.

Da kam der erste Sieg in Frankreich seit 1935 gerade recht, noch dazu in einem Spiel auf hohem Niveau.

Jogi macht es wie Spanien

"Das war endlich wieder Jogi-Fußball!", lobte selbst die zuletzt kritische "Bild"-Zeitung am Donnerstag.

Sogar das Experiment mit einer "falschen Neun" ging auf.

Nach der Einwechslung von Mittelfeldspieler Toni Kroos für seinen Bayern-Kollegen Mario Gomez spielte das DFB-Team wie Europameister Spanien oder hin und wieder auch der FC Barcelona ab der 53. Minute ohne echten Stürmer.

Müller und Khedira treffen

Mesut Özil glänzte auch an vorderster Front als Gestalter. Der Real-Madrid-Spielmacher war der beste Mann auf dem Platz.

Für die Tore sorgten Thomas Müller (51.) und nach Özil-Vorarbeit dessen Clubkollege Sami Khedira (74.).

"Jetzt hat das ganze Land gesehen, dass beim DFB nicht alles schlecht ist", betonte WM-Torschützenkönig Müller. Die historische Dimension war da sogar nebensächlich.

"Waren klar besser"

"Wenn man die gesamten 90 Minuten betrachtet, waren wir klar die bessere Mannschaft", meinte Löw. "Wir haben nie die Kontrolle verloren wie gegen Schweden."

Der Selbstfaller gegen die Skandinavier hat am Image der deutschen "Boy Group" genagt - und Österreichs möglichem Konkurrenten um Platz zwei in WM-Quali-Gruppe C einen so nicht erwarteten Bonuspunkt beschert.

Schweden unterliegt Argentinien knapp

Die Schweden waren beim 2:3 in ihrem Test gegen Argentinien chancenloser, als es das Ergebnis vermuten lässt.

Nach 23 Minuten lag das Starensemble aus Südamerika 3:1 voran, kontrollierte danach die Partie.

"Wir hätten höher gewinnen müssen", meinte Mittelfeldspieler Javier Mascherano.

Weltfußballer Lionel Messi war zwar gefährlich, ging aber ebenso wie Schwedens zur Pause ausgewechselter Superstar Zlatan Ibrahimovic leer aus.

Schweden-Coach zufrieden

Schwedens Teamchef Erik Hamren war mit dem couragierten Auftritt zufrieden.

"Wir hätten uns hinten einigeln können und auf Konter warten, aber wir haben entschieden, dass wir versuchen mitzuspielen", erklärte der Coach.

Wirklich gefährlich war sein Team, das die WM-Qualifikation am 22. März zu Hause gegen Irland fortsetzt, aber nur aus Standardsituationen.

Irland tankt Selbstvertrauen

Die Iren, die vier Tage nach dem Gastspiel in Schweden Österreich empfangen, tankten vor dem wichtigen Doppeltermin mit einem 2:0 gegen Polen Selbstvertrauen.

"Mit mehr Selbstvertrauen können wir auch besseren Fußball spielen", meinte Teamchef Giovanni Trapattoni, der sich unter anderem vom lange nicht berücksichtigten Norwich-City-Spielmacher Wes Hoolahan, Torschütze zum 2:0, angetan zeigte. "Wir haben jetzt mehr Optionen."

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