Jedem sein Favorit

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Darum wird "mein" Land auch Weltmeister

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Jetzt geht es wirklich ans Eingemachte.

Nur noch die acht Gruppensieger sind bei der 20. Weltmeisterschaft in Brasilien noch im Bewerb - das hat es in der 84-jährigen Geschichte des Turniers noch nie gegeben.

Heißt aber auch - und dieser folgende Satz ist ein sehr strapazierter in den vergangenen Tagen - es gibt keinen glasklaren Favoriten.

Nur drei Achtelfinalpartien gingen nicht in die Verlängerung, die Niederlande setzte sich zudem erst in der Nachspielzeit durch und Frankreich siegte ebenso erst mit späten Toren.

Einzig Kolumbien konnte sich souverän durchsetzen. Dennoch spricht für jedes Team etwas, die LAOLA1-Redakteure haben vor dem Start ins Viertelfinale für jede Mannschaft Partei ergriffen.

 

Darum wird FRANKREICH Weltmeister von Bernhard Kastler

Im Vergleich zur WM 2010 erlebt "La Grande Nation" eine fußballerische Renaissance, vor allem was den Teamgeist betrifft. Sie bringt alles mit, was es bei diesem Turnier braucht, um am Ende ganz vorne zu stehen. Die Qualität ist vor allem in der Offensive unbestritten, es gibt Einzelspieler wie Karim Benzema, die enge Partien entscheiden können. Im Gegensatz zu Brasilien (Neymar) oder Argentinien (Messi) lastet aber der große Druck nicht nur auf einem Paar Schultern. Frankreich bringt die Tiefe des Kaders, die Dynamik, die Athletik und den Willen mit. Sie werden Weltmeister, weil sie zur richtigen Zeit, am richtigen Ort auf dem Punkt da sind.

 

Darum wird DEUTSCHLAND Weltmeister von Martin Wechtl

Gut, Deutschland hat sich bis jetzt mit Ausnahme der Partie gegen Portugal nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Aber wer hat das schon? Die DFB-Elf ist eine Turnier-Mannschaft und auch wenn jetzt fünf Euro für’s Phrasenschwein fällig werden: Diese Mannschaft steigert sich mit dem Gegner. Wer Deutschland nicht auf der Rechnung hat, ist selber schuld. Denn wie sagte nicht schon England-Legende Gary Lineker: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten einem Ball nach und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ Damit ist wohl klar, wer Weltmeister wird…

 

Darum wird BRASILIEN Weltmeister von Alexander Karper

Ein gelbes Meer auf den Tribünen, Samba tanzende Fans an den Stränden – es ist ein Land, das Fußball lebt. Das geht nicht spurlos an der Selecao vorbei. Es wird gekämpft und alles gegeben, um Millionen von Fans nicht zu enttäuschen. Nur der Titel im eigenen Land zählt. Da kann schon einmal das Spielerische ein wenig auf der Strecke bleiben. Hier haben einige Brasilianer sicherlich noch Verbesserungspotenzial, das Spiel ist oftmals zu sehr auf Neymar zugeschnitten. Aber die Euphorie setzt Extra-Kräfte frei, die für eine Steigerung sprechen. Auch in puncto Tränen, die bei einem Titelgewinn jene, die bereits geflossen sind, übertreffen würden.

 

Darum wird KOLUMBIEN Weltmeister von Harald Prantl

Und wie sie alle zittern, wanken, stolpern. Die Brasilianer sind auf Elferschießen angewiesen, die Argentinier auf Messis Geniestreiche, die Deutschen auf eine vernünftige Aufstellung, die Niederländer auf Robbens Fallsucht… So richtig souverän waren bis jetzt nur die Kolumbianer. Und weil es eine WM der Überraschungen ist, wird es am Ende auch einen Überraschungs-Weltmeister geben. Den Druck haben die anderen, Kolumbien hat die Leichtigkeit und seine Euphorie. WM-Star James Rodriguez, Dribblanski Juan Cuadrado und der unerschütterliche Abwehrrecke Mario Yepes werden diese Truppe zum Titel führen. Denn wer könnte am Ende dieses Turniers, das uns schon so viel Schlaf geraubt hat, sonst ganz oben stehen, als die, die sie „Cafeteros“ nennen?

 


Darum wird ARGENTINIEN Weltmeister von Philipp Bachtik

"Argentinien spielt nur mit 40 Prozent!" Wenn Diego Maradona das sagt, dann wird es ja stimmen. Wenn diese 40 Prozent für den Viertelfinal-Einzug gereicht haben, dann hat die Albiceleste auf alle Fälle das Potential für den großen WM-Coup. Auch ohne die große Expertise von Argentiniens WM-Helden 1986 ist offensichtlich: Einige Spieler verließen sich bisher vor allem auf Lionel Messi. In der entscheidenden Phase werden aber auch diese Herren erkennen, dass sie Fußballspielen dürfen. Und mit 100 Prozent führt der Weg zum dritten Titel.

 

Darum wird BELGIEN Weltmeister von Jakob Faber

Erfolg ergibt sich in der Regel aus mannschaftlicher Geschlossenheit plus individueller Stärke. Beide Aspekte erfüllt Belgien in jeglicher Hinsicht. Über die überragende Qualität der „goldenen Generation“ ist genug geschrieben worden. Selbst von der Bank kann Motivator Marc Wilmots zu jeder Zeit jenen Spieler bringen, der die Partie entscheidet. Nicht umsonst hat Belgien die meisten Joker-Tore erzielt. Dazu kommt eine Defensive, die kaum etwas zulässt, gepaart mit dem aktuell wohl besten Torhüter der Welt. Diese Mannschaft hat einfach alles, was es für den Erfolg braucht. Inklusive einem großartigen Team-Spirit. Denn die Spieler wissen auch um ihre politische Verantwortung: Bei den ewigen Streitigkeiten zwischen Wallonen und Flamen würde den Belgiern nichts besser tun, als der WM-Titel.

 

Darum wird NIEDERLANDE Weltmeister von Andreas Terler

Wirklich attraktiv war es ja nicht, was uns die Elftal bisher gezeigt hat. Gut, die zweite Hälfte gegen Spanien war – dank mithilfe des Noch-Weltmeisters – nett anzusehen. Aber sonst? Absolut egal! Denn was stimmte, war das Resultat. Und das liegt allen voran an General van Gaal, der die Verteidigung zum obersten Prinzip gemacht hat. Das mag gewisses Risiko bergen, hat aber bei der schweißtreibenden Wetterlage in Brasilien so seine Vorteile. Ganz nach dem Motto: Nehmt ihr den Ball, wir machen aber mehr draus. Dafür reichen zur Not auch 20 bis 30 Minuten. Robben agiert sowieso in Überform, dazu hat man allerfeinstes Personal wie Huntelaar oder Depay auf der Bank. Das reicht.

 

Darum wird COSTA RICA Weltmeister von Peter Altmann

Costa Rica holt den Titel... weil ich bei der Redaktionskonferenz am langsamsten war... Nein ernsthaft, einer muss für die „Ticos“ Partei ergreifen, und das mache ich alleine schon aus Sympathiegründen gerne. Es ist schön zu sehen, wie sich ein qualitativ vermeintlich unterlegenes Team mit einem guten Konzept durchsetzt. Die Basis ist die kompakte Defensive. Costa Rica ließ bislang lediglich zwei Gegentore zu – eines ein Elfmeter, das andere in Unterzahl in der Nachspielzeit. Keylor Navas ist unter den vielen guten Goalies einer der Besten. Aber auch der eine oder andere Feldspieler wie Bryan Ruiz oder Joel Campbell sticht hervor, ebenso wie Meister-Motivator Jorge Pinto als Teamchef. Costa Rica als Weltmeister? Hin und wieder werden auch Märchen wahr…

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