Messi: "Jetzt wollen wir mehr"

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Argentinien feiert Semifinal-Einzug fast schon wie Titel

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24 Jahre hat Argentinien darauf gewartet, jetzt steht die Mannschaft erstmals sei den Glanzzeiten von Diego Maradona wieder in einem WM-Halbfinale.

Die "Albiceleste" gewann am Samstag in Brasilia gegen Belgien dank eines frühen Treffers von Gonzalo Higuain 1:0 und trifft nun auf die Niederlande.

Das erste Mal in Brasilien spielte nicht Superstar Lionel Messi die Hauptrolle.

Argentinier feiern schon wie bei Titelgewinn

Spieler und Anhänger feierten den Einzug in die Runde der besten Vier fast schon wie den Titelgewinn.

Nach den 90 Minuten gegen insgesamt zu zaghafte Belgier stand Messi mit erhobenen Armen auf dem Rasen und dirigierte einen Chor von Zehntausenden euphorisierten Fans.

"Der Traum, den wir seit dem ersten Tag seit wir in Brasilien sind, haben, geht weiter", sagte Matchwinner Higuain.

"Feiert! Weint! Schreit! 24 Jahre sind vergangen und ein weiteres Mal ist Argentinien unter den vier Besten der Welt", schrieb "Ole". Einfach nur "riesig" fand es "La Nacion".

"Das erste Ziel ist erreicht"

1990 in Italien hatte Maradona Argentinien ins Endspiel gegen Deutschland geführt - diese Finalpaarung könnte es auch heuer geben.

"Das erste Ziel ist erreicht. Jetzt wollen wir mehr", gab Messi die Devise für die letzte Turnierwoche aus. Die Südamerikaner bekommen es am Mittwoch (22.00 Uhr MESZ) in Sao Paulo mit den Niederlanden zu tun, gegen die man bisher nur eines von acht Länderspielen gewinnen konnte.

Das war allerdings das wichtigste Duell von allen, bezwang man die "Elftal" doch im Finale der Heim-WM 1978 mit 3:1 nach Verlängerung.

Ausfall von Di Maria würde schmerzen

Ausgerechnet in der entscheidenden WM-Phase droht jedoch der Ausfall des neben Messi bisher besten Mannes in Himmelblau und Weiß: Angel di Maria verletzte sich gegen Belgien am rechten Oberschenkel.

Medienberichten zufolge soll sich der offensive Mittelfeldspieler einen Muskelfaserriss zugezogen haben und die WM für ihn gelaufen sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es bisher aber nicht.

Im Kampf um den insgesamt fünften WM-Finaleinzug bleiben somit womöglich nur zwei Spieler aus dem Quartett über, das Medien "die vier Fantastischen" getauft haben.

Neben Messi, Higuain und Di Maria zählt auch Sergio Aguero zu der Sturmreihe, die jede Abwehr der Welt in Angst und Schrecken versetzen kann.

Der mögliche Ausfall des Champions-League-Siegers von Real Madrid würde die Mannschaft sicher härter treffen als das Fehlen von Aguero, der seit dem letzten Gruppenspiel gegen Nigeria ebenfalls am Oberschenkel verletzt ist.

"Ein Schlüsselspieler in diesem ganzen Projekt"

"Ich hoffe, dass es nicht so schwerwiegend ist", sorgte sich Trainer Alejandro Sabella um Di Maria.

"Er ist ein Schlüsselspieler in diesem ganzen Projekt", betonte auch Higuain. Wenigstens platzte aber bei dem Napoli-Stürmer nach 338 WM-Minuten in Brasilien rechtzeitig der Knoten.

Argentinien Belgien
Ballbesitz 46,30% 53,70%
Zweikämpfe 44,34% 55,66%
Eckbälle 3 4
Torschüsse 10 10
Torschüsse außerhalb Strafraum 5 7
Torschüsse innerhalb Strafraum 5 3
Kopfballchancen 0 3
Abseits 1 6
Fouls 11 14

"Ich war nicht wirklich verzweifelt auf der Jagd nach einem Tor, weil ich wusste, dass ich früher oder später treffen würde", betonte der "Man of the Match" vom Samstag.

Sein Streich in der 8. Minute war das sechste Tor von insgesamt acht Treffern, die auf das Konto des gefeierten Quartetts gehen - viermal war Messi erfolgreich, einmal di Maria, einmal Higuain.

"Ein seltsames Match" für Messi

Brilliert hat das Team gegen Belgien keineswegs, die "Albiceleste" habe sich aber im Vergleich zu den vorhergehenden Spielen gesteigert, befand auch Volksheld Maradona.

Im Angriff entlasteten die Kollegen Messi mehr als bisher, was dazu führte, dass der Barcelona-Star nicht den offensiven Alleinunterhalter geben musste, sondern in einer anderen, defensiveren Rolle gefordert war.

"Es war ein seltsames Match für mich. Ich musste zurücklaufen, auf und ab rennen und versuchen, ihre Spieler zu stoppen", sagte der 27-Jährige.

Dennoch hatte der viermalige "Man of the Match" bei der entscheidenden Szene erneut seine Beine im Spiel. Wie schon gegen die Schweiz im Achtelfinale bereitete er das Siegtor vor. Ohne Messi geht es also nicht.

"Jede Bewegung, die er macht, ist ein Zeichen der Hoffnung für uns", meinte Sabella fast schon philosophisch. "Ein Spiel hat mehrere Aspekte, nicht nur Tore. Wenn du einen Spieler wie Messi hast, der nie oder fast nie den Ball verliert, ist das wie Wasser in der Wüste."

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