Keine Geschenke im Brüder-Duell

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Brüderduell: Boatengs wollen sich nichts schenken

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Für Ghana geht es am Samstag (21.00 Uhr MESZ) im zweiten Spiel der Gruppe G bei der Fußball-WM in Brasilien gegen Deutschland bereits um alles.

Eine Niederlage könnte das schnelle Vorrunden-Out besiegeln. Die DFB-Truppe könnte hingegen schon das Ticket für das Achtelfinale buchen.

Der Einzug in die K.o.-Runde wäre perfekt bei einem Sieg, wenn einen Tag später Portugal gegen die USA nicht gewinnt.

Ghana kündigt Kampf "bis aufs Blut" an

DFB-Trainer Joachim Löw möchte sich anders als bei der Weltmeisterschaft 2010 dieses Mal ein Zitterspiel zum Gruppenabschluss ersparen. Zumal im Duell gegen Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann und dessen US-Boys am kommenden Donnerstag in Recife ohnehin schon viele Emotionen liegen werden.

Ghana hat dem Team von Löw einen Kampf "bis aufs Blut" angekündigt. "Er hat schon viele Dinge gesagt, aber das glaube ich ihm jetzt mal", sagte der 54-Jährige zur martialischen Ansage des Schalkers Kevin-Prince Boateng, der seit dem Turnier vor vier Jahren in Südafrika für das Land seines Vaters spielt.

Boateng-Duell im Mittelpunkt

In der Vorberichterstattung auf das Match in Fortaleza steht nicht nur in den deutschen Medien das Aufeinandertreffen der Halbbrüder Kevin-Prince und Jerome Boateng, die beide in Berlin aufwuchsen und bei Hertha BSC erste Bundesliga-Erfahrungen sammelten, im Mittelpunkt.

"Jetzt ist die Zeit gekommen, einmal gegen meinen Bruder zu siegen", sendete Kevin-Prince eine weitere deutliche Botschaft. Ob der Mittelfeldspieler anders als bei der 1:2-Auftaktniederlage gegen die USA diesmal von Beginn an zum Einsatz kommen wird, ist jedoch noch unklar.

Eine Stunde lang musste Boateng das Spiel in Natal am Montag von der Bank verfolgen. Nach seiner Einwechslung hatte Ghana die US-Amerikaner noch besser im Griff, die Niederlage verhindern konnte er aber auch nicht.

Mertesacker mit 100. Länderspiel

Nachdem er seinem Trainer James Kwesi Appiah in Interviews direkt nach der Partie zumindest unterschwellig Inkompetenz vorgeworfen hatte, hielt sich der 27-Jährige zuletzt mit Kommentaren zurück. Auch Appiah selbst gab sich eher zugeknöpft. "Es könnte Änderungen in der Mannschaft geben", meinte er lediglich vage.

Wenn sein älterer Bruder auf ihn zukomme, "werde ich ihn stoppen", versprach jedenfalls Jerome, der in der DFB-Abwehr gesetzt ist. "Ich will ein gutes Spiel machen und der Mannschaft helfen", sah es der 25-Jährige ganz nüchtern.

"Es ist wieder so ein entscheidendes Spiel, auf das wir uns hundertprozentig fokussieren müssen, bei dem wir die Anspannung spüren wollen", sagte sein Nebenmann Per Mertesacker, der gegen Ghana sein 100. Ländermatch absolvieren und damit als 13. deutscher Spieler in den "Club der Hunderter" aufsteigen wird.

Hummels fraglich

An Taktik und Personal des Portugal-Spiels am Montag wird Löw nicht allzu viel verändern. Sein Matchplan bezieht aber auch die Hitze und die Qualitäten des Gegners ein. "Mit diesen Temperaturen sind die Spieler von Ghana aufgewachsen und leben ständig damit", warnte der DFB-Coach.

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Mats Hummels, der gegen Portugal eine Oberschenkelverletzung erlitten hatte. Fällt der Dortmunder aus, würde WM-Neuling Shkodran Mustafi wie schon in den letzten Minuten beim 4:0-Sieg in Salvador rechts verteidigen.

Die zwei bisherigen Duelle der beiden Länder hat die DFB-Auswahl gewonnen. Zuletzt gab es bei der WM 2010 in der Gruppenphase dank eines Tores von Mesut Özil ein knappes 1:0 - beide Mannschaften stiegen auf. Für den erneuten Einzug in die K.o.-Phase benötigen die "Black Stars" diesmal zumindest einen Punkt. Fix ausgeschieden ist Ghana bei einer Niederlage und einem Punktgewinn der USA gegen Portugal.

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