Messi und Co. wollen den Neuling im Zaum halten

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Neymar und Brasilien haben vorgelegt, nun ist Erzrivale Argentinien mit Lionel Messi gefordert.

Der Weg ins südamerikanische Traumfinale der Fußball-WM startet für die "Albiceleste" gegen einen Debütanten.

Bosnien-Herzegowina ist es vorbehalten, die Form des zweifachen Weltmeisters in der Nacht auf Montag (0.00 MESZ) erstmals zu testen. Gespielt wird im neuen Maracana-Stadion von Rio de Janeiro.

Dreh- und Angelpunkt

Die Augen und TV-Kameras werden sich natürlich nur auf den Superstar Argentiniens richten. Trotz eines durchwachsenen Frühjahres beim FC Barcelona soll Messi die durchschlagskräftige Offensive anführen. Dem Dribbelkünstler werden von Teamchef Alejandro Sabella alle Freiheiten gewährt. Er machte Messi 2011 nach seiner Amtsübernahme zum Kapitän und großen Dreh- und Angelpunkt.

"Ich träume davon, mit der Auswahl Titel zu gewinnen. Was ich am meisten möchte, ist mit Argentinien zu gewinnen", betonte der 26-Jährige im WM-Vorfeld unentwegt. Messis nun auch in einem Vorbereitungsspiel aufgetretener mysteriöser Brechreiz soll mit Nervosität zusammenhängen - schließlich trägt der vierfache Weltfußballer ähnlich wie Neymar die Hoffnungen einer ganzen Nation.

Mehr als Messi

Dass Argentinien durch die Fixiertheit auf Messi leichter auszurechnen ist, sollen seine Nebenleute wettmachen. Mit dem zuletzt angeschlagenen Napoli-Torjäger Gonzalo Higuain und Sergio Aguero vom englischen Meister Manchester City agieren im Sturm zwei weitere Angreifer mit Klasse. Dazu kommt noch Real Madrids Angel di Maria im Mittelfeld. Die große Stärke Argentiniens liegt somit klar in der vorderen Abteilung. In der Abwehr scheinen die Südamerikaner umso verwundbarer. Als Schwachstelle gilt vor allem Linksaußen Marcos Rojo, ein gelernter Innenverteidiger.

"Natürlich sind wir ein sehr offensives Team, aber wir wissen, dass unsere Gegner stark sind. Deshalb werden wir auch gut verteidigen", betonte Ezequiel Garay. Der Profi von Benfica Lissabon soll in der Innenverteidigung das Kommando übernehmen. Er gab vor, Bosnien nicht ins offene Messer zu laufen, dennoch: "Wir sind Argentinien, wir müssen auf Sieg spielen. Angst haben wir vor niemandem."

Auf Kroatiens Spuren?

Als Pluspunkt für Argentinien gilt bei dieser WM auch, dass mit Sabella ein gewiefter Taktiker am Werk ist. In Südafrika 2010 lag der Fokus des damaligen Teamchefs noch darauf, als Motivator zu dienen. Unter Diego Maradona scheiterte eine auf dem Papier starke argentinische Elf im Viertelfinale an Deutschland kläglich mit 0:4. Ins Halbfinale hat es die Fußball-Großmacht seit Platz zwei in Italien 1990 nicht mehr geschafft. Laut Javier Mascherano wäre es Zeit dafür: "Wir müssen Argentinien dorthin zurückbringen, wo wir schon lange nicht mehr waren."

Bosnien will auf den Spuren von Kroatien wandeln. Brasilien hatte zum Auftakt mit der zweiten Mannschaft vom Balkan Mühe, auch die "Zmajevi" (Drachen) - Sturm-Profi Anel Hadzic wird auf der Bank Platz nehmen - wollen einen Titelfavoriten ärgern. Für Teamchef Safet Susic ist Argentinien in der Gruppe F mit den übrigen Kontrahenten Nigeria und Iran zwar der "Ultrafavorit", aber auch nicht der Maßstab. "Für uns zählen vor allem die Spiele gegen Nigeria und Iran", betonte der jugoslawische Ex-Internationale. Da müsse man den Einzug ins Achtelfinale klar machen.

Druck verspüren die als starkes Kollektiv agierenden Bosnier vor der WM-Premiere ihrer noch jungen Geschichte nicht. "Wir haben im ersten Spiel nicht viel zu verlieren", meinte Mittelfeldmann Sejad Salihovic. Der Hoffenheim-Profi war wegen einer im Training erlittenen Oberschenkelverletzung zuletzt nicht voll belastbar. Ähnlich wie bei Argentinien liegt auch die Stärke Bosniens eher in der Offensive mit Agueros Clubkollegen Edin Dzeko oder Roma-Profi Miralem Pjanic.

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

Argentinien - Bosnien-Herzegowina
Montag, 0.00 Uhr MESZ, Rio de Janeiro, Maracana

Argentinien: 1 Romero - 4 Zabaleta, 2 Garay, 17 F. Fernandez, 16 Rojo - 5 Gago, 14 Mascherano, 7 Di Maria - 20 Aguero, 10 Messi, 9 Higuain

Ersatz: 12 Orion, 21 Andujar - 3 Campagnaro, 15 Demichelis, 23 Basanta, 6 Biglia, 8 Perez, 11 Rodriguez, 19 Alvarez, 13 A. Fernandez, 22 Lavezzi

Fraglich: 18 Palacio (Knöchelverletzung)

Teamchef: Alejandro Sabella

Bosnien-Herzegowina: 1 Begovic - 13 Mujdza, 3 Bicakcic, 4 Spahic, 5 Kolasinac - 7 Besic, 8 Pjanic - 20 Hajrovic, 10 Misimovic, 16 Lulic - 11 Dzeko

Ersatz: 12 Fejzic, 22 Avdukic - 2 Vrsajevic, 6 Vranjes, 15 Sunjic, 14 Susic, 17 Ibricic, 18 Medunjanin, 21 Hadzic, 9 Ibisevic, 19 Visca

Fraglich: 23 Salihovic (Oberschenkelprobleme)

Teamchef: Safet Susic

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