"Wenn man einen Messi hat, ist alles möglich“

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90 Minuten waren gespielt. Die argentinische Bankrot-Erklärung gegen den Iran praktisch besiegelt.

Doch dann kam er, der Messi(as).

„La Pulga“ schlenzte die Kugel außerhalb des Strafraums aus halbrechter Position unhaltbar ins Netz und bewahrte die Titel-Mitfavoriten vor einer Blamage.

 „Als ich gesehen habe, dass der Ball drin war, war ich sehr, sehr glücklich. Wir sind nun qualifiziert für die nächste Runde. Genau das hatten wir uns für heute vorgenommen“, sagte der Matchwinner unmittelbar nach dem 1:0-Sieg und dem damit verbundenen Achtelfinal-Einzug.

Dort müssen sich die Mannen von Teamchef Alejandro Sabella jedoch gehörig steigen, denn die Performance gegen die Nummer 43 der FIFA-Weltrangliste war alles andere als weltmeisterlich.

Ideenlose Leistung

Der zweifache Weltmeister bot gegen taktisch geschickte und defensiv sehr disziplinierte Iraner eine erschreckend schwache und ideenlose Leistung.

Und mit ein bisschen mehr Glück wäre für den großen Underdog  sogar die Sensation möglich gewesen, doch  Dejagah und Ghoochannejhad scheiterten beim Stand von 0:0 jeweils per Kopf an Torhüter Sergio Romeo (67. bzw. 86.).

Zudem wurde der Elf von Carlos Queiroz ein klarer Elfmeter von Schiedsrichter Milorad Mazic verwehrt. Der Serbe ließ nach einem Zweikampf zwischen Zabaleta und Dejagah weiterspielen, obwohl der Argentinier den Iraner, bevor er den Ball tra,f klar von den Beinen holte.

Dementsprechend ernüchternd fiel das Statement des iranischen Chefcoachs aus.  „Zwei Dinge waren heute entscheidend für unsere Niederlage: Lionel Messi und der Schiedsrichter. Ich bin aber stolz auf meine Spieler, weil wir 90 Minuten alles offen gehalten haben. Aber Messi kann jederzeit die Entscheidung bringen. Er hat es das eine oder andere Mal versucht, bis es ihm am Ende schließlich gelungen ist“, meinte Queiroz.

Sabella lobt Messi

Sein Pendant lobte selbstverständlich ebenfalls den Barca-Superstar. „Wenn man einen Messi hat, ist alles möglich. Nicht einmal zwei Torhüter hätten Lionels Tor verhindern können“, verneigte sich Sabella vor dem Ausnamekönner.

Doch bei  aller Freude über den Last-Minute-Sieg blieben dem 59-Jährigen, der auf ein klassisches 4-3-3-System umstellte,  die spielerischen Defizite nicht verborgen.

Trotz der individuellen Klasse in den eigenen Reihen fanden seine Spieler kaum Mittel, die iranische Mauer zu durchbrechen und das, obwohl mit 83 Prozent an Ballbesitz in Hälfte eins ein neuer interner Rekord aufgestellt wurde.

Argentinien Iran
Ballbesitz 76.7% 23.3%
Zweikämpfe 59.26% 40.74%
Eckbälle 10 6
Torschüsse 21 8
Torschüsse außerhalb Strafraum 9 2
Torschüsse innerhalb Strafraum 12 6
Kopfballchancen 8 4
Abseits 0 1
Fouls 7 14

„Iran hat eine hervorragende Partie gemacht“

Gerade einmal zwei Schüsse gingen in den  ersten 45 Minuten auf das Tor. „Das war eine sehr schwierige Angelegenheit. Wir hatten in der ersten Halbzeit drei klare Chancen herausgespielt und hatten auch bei Standardsituationen noch einige Möglichkeiten. Iran hat eine hervorragende Partie gemacht, sich hinten eingeigelt, gut gekontert und sich gute Chancen erspielt“, erklärte Sabella.

Selbst Matchwinner Messi lieferte bis auf seinen zweiten Turniertreffer eine eher bescheidene Darbietung ab.

Drei Tage vor seinem 27. Geburtstag leistete sich der viermalige Weltfußballer einige Fehlpässe, macht das Spiel oft langsam und wirkte teilweise lethargisch.

„Müssen ruhiger spielen“

Das einfache Defensiv-Konzept der Iraner (doppeln, taktische Fouls, enge Räume) stellte die Südamerikaner vor große Probleme.

„Wir müssen das Geschehene eingehend analysieren, um Verbesserungen vorzunehmen. Es gab einige Dinge, die uns Sorgen bereitet haben“, gestand Argentiniens Chefcoach.

Tormann Romero hat abschließend bereits die ersten Verbesserungsvorschläge parat: „Wir müssen gegen Nigeria ruhiger sein und besser spielen.“

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