Frankreich nicht beunruhigt

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Trotz Nullnummer bleibt Selbstvertrauen groß

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Erstmals war es keine Fußball-Gala. Frankreichs verstärktes B-Team hat am Mittwoch zum Abschluss der Gruppenphase vor dem Tor nicht seine WM-Form gezeigt.

Die Franzosen mussten sich mit einem torlosen Remis gegen Ecuador begnügen. Das Selbstvertrauen scheint aber nach wie vor groß.

Für den Sieger der Gruppe E geht es am Montag (18.00 Uhr) im Achtelfinale in Brasilia gegen Nigeria weiter.

Kaltschnäuzigkeit fehlte

Frankreichs Teamchef Didier Deschamps hatte im Finalstadion in Rio de Janeiro mehr als die Hälfte seiner Startformation, darunter fast die gesamte Abwehr, verändert.

Nach acht Toren in den Duellen mit Honduras (3:0) und der Schweiz (5:2) stotterte diesmal der Motor. "Wir haben gut zusammengespielt, aber wir waren nicht kaltschnäuzig genug", meinte Deschamps, der dennoch viel Positives aus der Gruppenphase mitnimmt.

"Wir wollten, wenn möglich, Gruppensieger werden. Damit sind wir zufrieden, aber es ist noch nicht vorbei", betonte Deschamps. Frankreichs Weltmeister-Kapitän von 1998 hat dem Team neues Leben eingehaucht hat.

Bei der WM 2010 in Südafrika waren die Franzosen noch als zerstrittener Haufen in der Vorrunde ausgeschieden - mitsamt eines Trainingsboykotts und folgender Staatsaffäre.

Ecuador-Spiel nährt Sorgen

Vier Jahre später träumen die Franzosen davon, noch zweimal ins Maracana zurückzukehren. Ihr Viertelfinale würde ebenso dort stattfinden wie das Endspiel am 13. Juli.

"Alles ist erlaubt", titelte die Sportzeitung "L'Equipe" am Donnerstag nach Abschluss der Gruppenphase. "Jetzt beginnt für die Bleus ein anderer Bewerb." Der Auftritt gegen Ecuador nährte allerdings die Sorgen, dass dem Team die Tiefe fehlen könnte.

Den verletzungsbedingten Ausfall ihres Superstars Franck Ribery vor WM-Start scheinen die Franzosen gut weggesteckt zu haben. Weitere Ausfälle könnten aber einen Qualitätsverlust bedeuten.

Schon gegen Ecuador bissen sich die Franzosen am starken Torhüter Alexander Dominguez die Zähne aus. Deschamps betonte auch den Respekt vor Achtelfinal-Gegner Nigeria, dem regierenden Afrika-Cup-Sieger. "Es wird definitiv ein schwieriges Spiel."

"Es ist eine Schande, was passiert ist"

Verteidiger Mamadou Sakho ist wegen Oberschenkelproblemen fraglich. Dazu droht dem 24-Jährigen, wie Uruguays beißender Stürmerstar Luis Suarez bei Liverpool engagiert, wegen eines nicht geahndeten Ellbogenchecks gegen Oswald Minda Ungemach.

Ecuadors Teamchef Reinaldo Rueda forderte eine durchaus mögliche nachträgliche Bestrafung.

Ecuador Frankreich
Ballbesitz 31.4% 68.6%
Zweikämpfe 57.73% 42.27%
Eckbälle 1 7
Torschüsse 12 21
Torschüsse außerhalb Strafraum 6 11
Torschüsse innerhalb Strafraum 6 10
Kopfballchancen 1 3
Abseits 1 1
Fouls 17 6

"Es ist eine Schande, was passiert ist. Gewisse Entscheidungen waren nicht logisch", spielte Rueda auch auf eine seiner Meinung nach überzogene Rote Karte für Schlüsselspieler Antonio Valencia an (50.).

Mäßige Offensive

Die entscheidenden Punkte haben die Ecuadorianer allerdings bereits im Auftaktspiel gegen die Schweiz liegen gelassen, als sie nach Führung durch ein Gegentor in der Nachspielzeit 1:2 verloren. "Das war unser Schlüsselspiel", erklärte Rueda.

Ecuador verpasste als einziges der sechs südamerikanischen Teams das Achtelfinale. Das lag vor allem an der mäßigen Offensive, alle drei Tore erzielte Stürmer Enner Valencia vom mexikanischen Club Pachuca.

Rueda kann sich trotz auslaufenden Vertrages eine Fortsetzung seiner Arbeit vorstellen. Die Mannschaft habe Potenzial. "Wir haben das Team erneuert, das ist die beste Botschaft für die nächsten vier oder acht Jahre."

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