Brasilien entlässt Teamchef Menezes

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Brasiliens Fußball-Verband (CBF) hat am Freitag die Flucht nach vorne angetreten und eineinhalb Jahre vor der WM im eigenen Land Nationalcoach Mano Menezes wie auch dessen gesamten Trainerstab entlassen.

Der 50-jährige Menezes konnte die Verbandsführung offensichtlich nicht überzeugen, dass die Selecao unter seinem Kommando Chancen hat, 2014 den Titel Nummer sechs zu holen.

Wer sein Nachfolger wird, ist noch offen.

Positive Bilanz

Dabei sah die Bilanz von Menezes gar nicht so schlecht aus. Unter seiner Regie absolvierte die Nationalmannschaft insgesamt 40 Spiele.

Es gab 27 Siege, sechs Unentschieden und sieben Niederlagen. Die Selecao schoss dabei 84 Tore und kassierte 30 Gegentreffer, wie die Sportzeitschrift "Lance!" vorrechnete.

Doch als Brasilien in London das ersehnte Olympia-Gold verpasste, wurde die Kritik lauter.

Romario jubelt

Die Selecao spiele unter Menezes keinen attraktiven Fußball, "weil ihm (Menezes) die Fähigkeit, die Intelligenz, der Anstand fehlen", giftete Ex-Stürmerstar Romario diese Woche.

Der Weltmeister von 1994 feierte dann auch die Entlassung im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter:

"Leute, heute ist ein historischer Tag, an dem Brasilien Feuerwerke zünden und ein Fest machen sollte."

"Präsident will neue Methode"

Menezes hatte sein Amt im August 2010 nach dem Viertelfinal-Aus Brasiliens bei der Südafrika-WM als Nachfolger von Carlos Dunga angetreten.

Die Entlassung geht vor allem auf CBF-Chef Jose Maria Marin zurück. "Der Präsident will eine neue (Spiel-)Methode und das muss respektiert werden", sagte der zuständige Selecao-Direktor Andres Sanchez, der selbst klar gegen die Entscheidung war.

Wer folgt Menezes nach?

Im Nachfolge-Karussell gebe es nun sechs oder sieben Namen. Im Gespräch sind unter anderen Tite (Corinthians Sao Paulo), Muricy Ramalho (Santos FC) und der derzeit vereinslose Ex-Nationalcoach und 2002-WM-Sieger Luiz Felipe Scolari.

Menezes hatte sich noch am Donnerstag lobend und zufrieden über die Leistung der Selecao nach dem Sieg Brasiliens über Argentinien in dieser Woche im binationalen "Superclasico"-Turnier geäußert.

Für ihn dürfte die Entscheidung überraschend gekommen sein.

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