Salzburg: Bollwerk statt Spektakel

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Wer von Red Bull Salzburg in dieser Saison bedingungslosen Angriffs-Fußball erwartet hatte, hat Ricardo Moniz nur mit einem Ohr zugehört.

Natürlich will der niederländische Cheftrainer am liebsten ein Offensiv-Spektakel bieten.

Natürlich will er jeden Gegner dominieren, ihn in dessen Hälfte festnageln und ihm das Salzburger Spiel aufzwingen.

Bollwerk statt Spektakel

Aber der 47-Jährige sagte schon im Rahmen der Saisonvorschau zu LAOLA1: „Du kannst nur Angriffs-Fußball spielen, wenn du auch verteidigend denkst.“

Gesagt, getan. In der aktuellen Spielzeit hat seine Truppe in vier Pflichtspielen erst einen Gegentreffer hinnehmen müssen.

„Das ist sehr positiv, da haben wir uns zur vergangenen Saison klar gesteigert“, ist Moniz immerhin mit dem Defensiv-Verhalten einigermaßen zufrieden.

Zum Vergleich: In den letzten neun Spielen der Vorsaison kassierte Salzburg unter Moniz noch elf Tore.

Pasanen und Lindgren sorgen für Stabilität

Die aktuelle Tendenz beweist, dass Leitgeb und Co. die Vorgaben ihres Chefs immer besser umsetzen können.

Dazu bekam Moniz mit Petri Pasanen und Rasmus Lindgren zwei erfahrene Spieler, die für mehr Balance innerhalb der Mannschaft sorgen.

„Ich wollte die Beiden, weil sie starke Persönlichkeiten sind und sich nicht verstecken. Sie haben viel internationale Erfahrung, die uns gut tut“, so Moniz.

"Wollen unsere Fans zurückgewinnen"

Gegen den FK Senica will der Niederländer aber auch wieder etwas von seiner Offensive sehen.

Die hatte sich gegen Liepajas und im Westderby gegen Wacker Innsbruck eine schöpferische Auszeit genommen.

„Wir wollen unsere Fans, die zu Recht enttäuscht sind, wieder zurückgewinnen. Aber die Spieler sind eben keine Maschinen“, betont Moniz, der gegen die Slowaken sein System auf zwei Stürmer umstellen könnte.

Stimmung gekippt

Wie schnell die Stimmung kippen kann, hat er in den letzten Tagen am eigenen Leib verspürt. Himmelhochjauchzend nach dem Austria-Spiel, fast zu Tode betrübt nach dem Westderby.

„Ich muss damit leben, dass sich die Stimmung innerhalb einer Woche komplett ändern kann. Letztlich trage ich auch die Verantwortung, nicht die Spieler.“

Senica sollte jedenfalls in der dritten EL-Quali-Runde keine großen Gefühlsschwankungen hervorrufen.

Perfekt vorbereitet

Der slowakische Vertreter wurde von Scout Manfred Linzmaier zwei Mal beobachtet, zudem lieferte Dusan Svento einige Informationen über seine Landsleute. Überraschungen sollte es also keine geben.

„Senica ist eine gefährliche Mannschaft mit einem guten Kollektiv. Sie haben routinierte Tschechen und viele talentierte Slowaken im Team“, erläutert Svento.

Moniz ergänzt: „Sie sind eine junge, hungrige Mannschaft und haben mit dem Brasilianer Kaka Faleiro eine starke Nummer zehn.“

Rollen klar verteilt

An der klaren Favoritenrolle Salzburgs ändert das aber rein gar nichts.

„Natürlich sollte diese Hürde mit unserer individuellen Klasse kein Problem sein – theoretisch. Wir müssen jedoch immer wieder beweisen, dass wir die Favoritenrolle zu Recht haben“, stellt Moniz klar.

Kurt Vierthaler

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