"Verlieren verboten" bei Admiras Europacup-Comeback

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Vilnius - Die Admira feiert am Donnerstag nach 18-jähriger Pause ihr Comeback im Europacup.

Das bisher letzte internationale Spiel absolvierten die Südstädter 1994 im UEFA-Cup-Achtelfinale gegen Juventus Turin, die Rückkehr ins europäische Geschäft gestaltet sich weniger glamourös:

Im Zweitrunden-Hinspiel der Europa-League-Qualifikation wartet auswärts der litauische Club Schalgiris Vilnius.

Trainer Dietmar Kühbauer ließ den aktuellen Zweiten der "A-Lyga" beim Auswärts-0:0 gegen Banga Gargzdai am 29. Juni (seither befindet sich die litauische Ganzjahres-Meisterschaft in der Sommerpause) durch seinen Assistenten Manfred Nastl beobachten.

"Vilnius ist auf unserer Augenhöhe", lautet die Erkenntnis Kühbauers nach der Spionagereise.

Konzentration gefordert

Der Burgenländer wünscht sich gegen Schalgiris ein Resultat, das für das Rückspiel am Donnerstag kommender Woche in der Südstadt eine vielversprechende Ausgangsposition bedeutet.

"Wir müssen mit voller Konzentration an die Sache herangehen und ein gutes Resultat schaffen, also nicht verlieren", forderte Kühbauer.

Ein möglicher Nachteil der Niederösterreicher könnte die mangelnde Erfahrung sein - immerhin war der Club vor etwas mehr als einem Jahr noch in der Ersten Liga engagiert.

"Es wird interessant sein, wie die Spieler mit dieser neuen Situation umgehen", meinte Kühbauer.

Kunstrasen ein Nachteil?

Auch die Tatsache, dass die Partie im Vetra-Stadion auf Kunstrasen ausgetragen wird, spricht nicht unbedingt für die Admira.

"Aber im Winter haben die Spieler die ganze Zeit fast nur auf Kunstrasen trainiert, also sind sie diesen Untergrund gewöhnt", beschwichtigte Kühbauer. Zur Sicherheit ließ der Ex-Internationale zuletzt noch Einheiten auf Plastik-Grün einschieben.

 Den Gegner beschrieb der Admira-Betreuer als kompakte, kopfballstarke Mannschaft. Der dreifache litauische Meister und fünffache Cupsieger spielte bereits vor 24 Jahren dank Rang drei in der UdSSR-Meisterschaft im UEFA-Cup und traf dabei auf die Austria.

Nach einem überraschenden 2:0-Heimsieg und trotz einer 1:0-Führung im Horr-Stadion flog Schalgiris mit dem Gesamtscore von 4:5 aus dem Bewerb.

Narbekovas sieht 50:50 Chance

Mit dabei bei den Litauern waren damals unter anderem Valdas Ivanauskas und Arminas Narbekovas.

Letzterer spielte von 1990 bis 1996 bei der Austria und anschließend mit Unterbrechung drei Saisonen bei der Admira. Der aktuelle Co-Trainer der Nationalelf seines Landes wird am Donnerstag auf der Tribüne sitzen.

Die Chancen sieht der 46-Jährige bei 50:50. "Viel hängt auch vom ersten Spiel ab. Schalgiris war dieses Jahr nicht sehr stabil, daher ist es wichtig, vor dem Rückspiel für eine solide Basis zu sorgen," meinte der 2003 zum "goldenen Fußballer Litauens" gekürte Ex-Präsident und -Trainer des Clubs.

Das nackte Überleben

Als Schalgiris vor fünf Jahren in ernste finanzielle Schwierigkeiten geriet und als Zwangsabsteiger in der zweiten Liga wieder durchstarten musste, hieß der Trainer Mindaugas Cepas, derzeit Assistent des Kroaten Damir Petravic.

"Wir dachten nur daran, wie wir überleben und den Namen Schalgiris auf der Fußballkarte halten konnten", so seine Erinnerungen. Man hätte nie gedacht, so schnell wieder in den Europacup zurückkehren zu können. Der Vizemeistertitel 2011 machte es möglich, derzeit liegt der Verein nach 19 Runden mit sechs Punkten Rückstand auf Ekranes ebenfalls auf Rang zwei.

"Ein besonderer Tag"

"Das Heimspiel gegen die Admira ist ein besonderer Tag für unseren Club, für unsere Fans und für alle Fußball-Liebhaber in der Stadt Vilnius", sagte Cepas.

"Wir haben uns sehr gut auf dieses Match vorbereitet und den starken Gegner, der einen schnellen Angriffs-Fußball spielt, genau analysiert." Ein gutes Ergebnis ohne Gegentor sei enorm wichtig. Schalgiris kassierte in 19 Saisonspielen nur neun Treffer und schoss 34.

Bleibt Sabitzer

Beim Überwinden der starken litauischen Defensive könnte Marcel Sabitzer eine entscheidende Rolle spielen. Ob der 18-Jährige aber noch lange das Admira-Trikot tragen wird, ist offen - schließlich zeigt Red Bull Salzburg Interesse an dem Teenager, dessen Vertrag bei den Südstädtern 2013 ausläuft. "Es gab Gespräche mit den Salzburgern, sie wollten mich kennenlernen", gab der Offensivspieler zu.

Dennoch scheint ein Verbleib des Teamspielers bei den Niederösterreichern nicht ausgeschlossen. "Ich fühle mich bei der Admira und unter Trainer Kühbauer sehr wohl. Hier kann ich noch viel lernen", meinte Sabitzer.

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