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Das wurde aus Salzburgs EL-Helden von 2009

Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, dass Red Bull Salzburg das erste Kapitel seines Europacup-Märchens schrieb.

Am 17. September 2009 holten die „Bullen“ beim haushohen Favoriten Lazio Rom einen 2:1-Sieg und legten damit den Grundstein für eine unglaubliche Europa-League-Gruppenphase.

Was folgte, war eine Siegesserie, die es so noch nie gegeben hatte. Salzburg gewann als Außenseiter alle sechs Gruppenspiele und scheiterte im Sechzehntelfinale unglücklich an Standard Lüttich.

Die Ausgangsposition heuer ist eine ähnliche wie vor zwei Jahren. Auch dieses Mal befindet sich Österreichs Vizemeister in einer Gruppe mit Paris St. Germain, Athletic Bilbao und Slovan Bratislava mehr in der Underdog-Position.

Doch was wurde aus den Helden von 2009? Wie viel Spirit von damals steckt noch in der aktuellen Truppe von Ricardo Moniz?

LAOLA1 wirft einen Blick auf die Startelf aus dem Lazio-Spiel und zeigt, was aus den Europacup-Fightern geworden ist.

Eddie Gustafsson:

Der Fels in der Salzburger Brandung. Gustafsson war 2009/10 ein entscheidender Faktor – wenn nicht sogar der entscheidende Faktor -, dass die „Bullen“ derart durchstarteten. In den sechs Gruppenspielen kassierte der Schwede nur zwei Gegentore. Vor allem in der zweiten Partie gegen Villarreal wuchs der Kapitän über sich hinaus. Auch ein Schien- und Wadenbeinbruch konnte den Schlussmann nicht aus der Bahn werfen: 15 Monate nach seiner schweren Verletzung kämpfte sich der 34-Jährige wieder als Nummer eins zurück.

 

Rabiu Afolabi:

Der Nigerianer kam Ende August als Last-Minute-Neuzugang und bildete zusammen mit Ibrahim Sekagya die bärenstarke Innenverteidigung. Afolabi glänzte aber nicht nur als kompromissloser Abräumer, sondern auch als Goalgetter. Fünf Saisontore, darunter eines in der EL-Gruppenphase gegen Villarreal (2:1), standen beim heute 31-Jährige am Ende auf der Habenseite. Im Sommer fiel er nach einer schwachen Saison dem Salzburger Ausmisten zum Opfer und schloss sich dem französischen Zweitligisten Monaco an.

 

Ibrahim Sekagya:

Afolabis kongenialer Partner war seit seiner Ankunft im Sommer 2007 unumstrittener Stammspieler und nach Gustafssons Ausfall sogar Kapitän. Auch in der Erfolgssaison 09/10 war der Kicker aus Uganda ein wichtiges Puzzleteil am Weg zum Erfolgsrun. Vergangene Spielzeit hat der 30-Jährige aber merklich abgebaut, die Schnitzer häuften sich. Spielt unter Moniz mittlerweile nur mehr die zweite Geige.

 

Christian Schwegler:

Der damalige Neuzugang fügte sich auf der rechten Seite gleich exzellent ein und schien Laszlo Bodnar vergessen zu machen. Nicht spektakulär, sondern grundsolide – so wie es das Naturell des ruhigen Schweizers erahnen ließ. Bei Moniz hat der 27-Jährige dagegen einen schweren Stand. Obwohl er fit ist, lässt der Niederländer lieber den zum Rechtsverteidiger umfunktionierten Fränky Schiemer ran.

 

Andreas Ulmer:

Das gleiche Schicksal wie Schwegler ereilte sein linkes Pendant Andreas Ulmer. Eigentlich war der unaufgeregte Dauerbrenner nicht aus der Mannschaft zu denken, ehe ihn eine schwere Verletzung lange aus dem Verkehr zog. Jetzt ist der 25-Jährige hinter Dusan Svento und Jefferson nur mehr dritte Wahl.

 

Franz Schiemer:

Der Oberösterreicher gab mit dem Ausgleichstreffer beim 2:1-Sieg gegen Lazio den Startschuss zum Bullen-Erfolgslauf. Schiemer steuerte in der Folge noch einen weiteren Treffer gegen Lewski Sofia bei, verpasste aber auch zwei Spiele wegen Verletzung. Trotz zahlreicher Verletzungen zählt der 25-Jährige zum Stamm in Salzburg. In dieser Saison läuft er zumeist als Rechtsverteidiger auf.

 

Nikola Pokrivac:

So wie Afolabi kam der Kroate im Herbst 2009 am letzten Drücker. Seine Verpfichtung sollte sich aber noch auszahlen – zumindest in der Hinrunde. Mit viel Spielverständnis, einem sicheren Passspiel und gefährlichen Distanzschüssen war der Regisseur ein maßgeblicher Faktor für den Erfolgslauf. Nach der Winterpause verspielte der 25-Jährige bei Stevens viel Kredit und somit seinen Stammplatz. Flüchtete diesen Sommer in seine Heimat zu Dinamo Zagreb.

 

Somen Tchoyi:

Ihm zuzusehen war meistens eine Augenweide – wenn er denn Lust hatte. Tchoyi verzauberte das Salzburger Publikum mit spektakulären Dribblings und herrlichen Toren. Unvergessen sein Zaubertor gegen Lazio Rom zum 2:1-Heimsieg, als er nach einem unwiderstehlichen Solo den Ball über Goalie Muslera lupfte. Der 28-Jährige wechselte im Sommer 2010 zu Scharner-Klub West Bromwich und hat sich dort mittlerweile einen Stammplatz erkämpft.

 

Dusan Svento:

Auch er kam 2009 neu ins Team und fügte sich gleich hervorragend ein. Am linken Flügel sorgte der Slowake für viel Druck und schoss in der EL-Gruppenphase auch zwei Tore, darunter den 1:0-Siegtreffer gegen Lewski Sofia. Zwei Jahre später ist der 26-Jährige immer noch ein wichtiger Bestandteil der Salzburger Mannschaft  - wenn auch etwas weiter hinten.

 

Christoph Leitgeb:

Als der Blondschopf 2007 nach langen, zähen Verhandlungen endlich in die Mozartstadt gelotst werden konnte, sprach der damalige Trainer Giovanni Trapattoni verheißungsvoll vom „neuen Nedved“. Den großen Vorschuss-Lorbeeren wurde der hochveranlagte Kicker aber zu selten gerecht. Vor allem international versteckte sich der mittlerweile 26-Jährige oft hinter seinen Nebenleuten. Obwohl der Steirer auch unter Moniz gesetzt ist, haftet ihm etwas der Ruf des „ewigen Talents“ an.

 

Marc Janko:

Er war zwei Spielzeiten die personifizierte Torgefahr. Selbst unter Defensiv-Apostel Huub Stevens machte Janko seine Treffer, darunter vier in der Europa League. Vergangenen Sommer folgte dann endlich der lang ersehnte Schritt ins Ausland. Bei Twente Enschede strafte der 28-Jährige seine Kritiker Lügen und bewies, dass er auch gegen stärkere Gegner als Kapfenberg und Mattersburg netzen kann.

 

Kurt Vierthaler

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