"Hauptsache weiter"

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Werbung für die Heimspiele 2012/13 war das wahrlich keine.

Doch am Ende zählt das Happy End, so auch im Fall der SV Ried und ihrem 0:0 im Rückspiel der zweiten Europa-League-Quali Runde gegen Soligorsk.

Nach dem 1:1 im Hinspiel stiegen die Innviertler per Auswärtstorregel auf, was nun Legia Warschau als nächsten Gegner zur Folge hat.

Erleichterung pur

Es war zweifellos ein glücklicher Aufstieg, die Gäste hätten mit ihren vielen Chancen das Weiterkommen in Hälfte eins sichern müssen.

"Ich bin so etwas von erleichtert. Ist es dir auch so ergangen wie mir?", fragte SVR-Präsident Hans Willminger seine Mitarbeiter. Merklich hat ihm das Spiel einige Nerven gekostet.

Wie auch den 4100 Fans in Ried, darunter Ex-Trainer Paul Gludovatz ("Soligorsk muss zur Pause 2:0 führen, ab der 47. Minute war es dann erledigt") als Gast.

"Man kann es ganz einfach sagen: Wir waren schlecht, sie waren gut. Wir waren vor allem in den Zweikämpfen zu schwach", musste Mario Reiter bei seiner Heimspiel-Premiere eingestehen.

Das war freilich nicht zu übersehen, nicht zuletzt wegen dem klaren Chancenplus. "Sie haben sich das Hinspiel scheinbar gut angesehen, denn sie haben viele Räume gehabt", analysierte Andreas Schicker.

"Hauptsache weiter"

Für beide ehemalige Wiener Neustädter blieb am Ende aber das Fazit zu ziehen: "Hauptsache weiter."

Beide wussten allerdings auch, dass Trainer Heinz Fuchsbichler dieses Spiel mit seinen Schützlingen noch einmal aufarbeiten muss.

"Wir waren heute die schlechtere Mannschaft und sind glücklich aufgestiegen. Ich hoffte in der ersten Hälfte, dass wir ohne Rückstand in die Kabinen gehen würden", verdrehte auch der Coach die Tatsachen nicht.

Fuchsbichler war überrascht

Nach den ersten drei Spielen der Saison, in denen Ried größtenteils tadellos agierte, zeigte sich Fuchsbichler überrascht.

"Mir hat nach solchen Spielen die Brust gefehlt. Irgendwie hat sich jeder gefürchtet, den Ball zu bekommen. Wir haben zudem hinsichtlich Zweikämpfen alles vermissen lassen und hatten viele unnötige Ballfehler, die zu Chancen führten", resümierte der Steirer.

Die Spieler sahen es ähnlich, die Körpersprache ließ zu wünschen übrig. Warum und wieso, das konnte keiner so richtig sagen. Von Belastungsproblemen in der frühen Saison sprach keiner.

Der Trainer musste in der Halbzeit dennoch handeln und sein offensiveres 3-3-3-1 umstellen, sprich Robert Zulj für den Sechser Marcel Ziegl bringen.

"Zulj kein Bauernopfer"

"Robert war leider so etwas wie das Bauernopfer, er hat aber nicht schlechter als die anderen gespielt", stellte sich Fuchsbichler demonstrativ vor seinem jungen Spieler, der seinem Vorhaben ("Ich werde dem Trainer zeigen, dass er nicht an mir vorbei kann") unglücklicherweise nicht Folge leisten konnte.

Mit der Umstellung mussten die Rieder nur die Anfangsphase der zweiten Hälfte überstehen, danach war der Käse mehr und mehr gegessen. Die Gäste konnten nicht mehr zusetzen, die Hausherren hatten das Spiel mehr im Griff.

Eine halbe Stunde vor Schluss feierte noch Carill nach Knieproblemen sein Comeback, wurde für den enttäuschenden Gartler-Ersatz Guillem eingewechselt. Ein Team ohne echten Stürmer - "aus der Not geboren", wie Fuchbichler zugab, "um auch Bälle vorne zu halten".

Mit Wirkung, die Weißrussen kamen zu keiner nennenswerten Chance mehr: "Wir haben den Aufstieg weder heute noch letztes Mal vertan, wir haben ja zwei Mal Remis gespielt", sprach Soligorsk-Coach Vladimir Zhuravel, der für ein Gesamtresümee keine Übersetzerin mehr braucht: "Alles zusammen - es ist Mist."

"Düdelingen" gegen Legia

Für Ried war das Spiel Mist, aber die Konsequenz ein Traum - wie im Vorjahr neuerliches Weiterkommen in der Europa-League-Quali. "Da freut sich auch die Vereinskasse", weiß Präsident Willminger.

Nun wartet mit Legia Warschau ein deutlich schwieriger Gegner. "Da sind wir nun das Düdelingen", beschreibt Fuchsbichler die Ausgangsposition mit dem österreichischen "Unwort des Jahres" aus sportlicher Sicht.

Aber wenn es denselben Ausgang nimmt, sehr gerne.

 

Bernhard Kastler

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