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Noch grün hinter den Ohren in den Europacup

Rapid blickt auf eine langjährige Europacup-Tradition zurück. Doch letztes Jahr war auf einmal alles anders.

Mit Rang fünf in der Saison 2010/11 verpassten die Hütteldorfer das erklärte Ziel klar und waren die darauffolgende Spielzeit zum Zuschauen verdammt.

Umso größer ist die Vorfreude, dass die Grün-Weißen nach einem Jahr des Umbruchs wieder angreifen dürfen. Allerdings unter anderen Vorzeichen.

LAOLA1 warf einen Blick in die Statistik und staunte nicht schlecht. Denn anstatt mit gestandenen Euro-Fightern geht Rapid diesmal vorwiegend mit Europacup-Greenhorns ins Rennen.

Schöttel und seine Greenhorns vor Premiere

Das Ergebnis: Insgesamt 15 Mann haben noch kein einziges Vereinsspiel auf internationaler Ebene in ihrer Vita, selbst Trainer Peter Schöttel feiert eine Premiere.

Das „verlorene Jahr“ war schuld daran, dass eine Vielzahl der Kaderspieler am Donnerstag in der Europa-League-Quali auswärts gegen Vojvodina Novi Sad (ab 21 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) erstmals Europacup-Luft schnuppern dürfen.

In den ersten zwei Saisonspielen in der Bundesliga spielte den Wienern ausgerechnet der frische Wind durch die vielen Jungen und die Unbekümmertheit in die Karten.

International könnte die fehlende Erfahrung eines Guido Burgstaller, Deni Alar oder Gerson aber nach hinten losgehen.

„Erfahrung schön und gut, Qualität ist wichtiger“

Einer, der selbst seinem ersten Auftritt am Donnerstag entgegenfiebert, ist Rapids Nummer eins im Tor, Lukas Königshofer, der sich ob dieser Statistik sichtlich überrascht zeigt.

„Diese Statistik ist mir jetzt auch neu. Ich sehe das aber nicht als Nachteil. Wir haben einen guten Kader, haben den Start super hingebracht und sind gut in Form. Ich glaube, dass es kein Problem sein wird, dass wir einige drin haben, die noch nicht international gespielt haben“, meint der 23-Jährige im Gespräch mit LAOLA1.

Mit Thomas Dau, Brian Behrendt, Louis Schaub und Kristijan Dobras (der ab und zu mit den Profis mittrainiert) stehen zudem vier Spieler im Großkader, die noch überhaupt kein Pflichtspiel für den Rekordmeister absolvierten.

„Erfahrung ist schön und gut, aber Qualität ist noch immer wichtiger. Ich finde, wir haben im Gegensatz zum letzten Jahr sicherlich an Qualität gewonnen. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Sicher brauchen wir auch Spiele, damit Erfahrung dazukommt. Aber dafür sind die jetzt ja da“, ist der Keeper vom Team überzeugt.

Hofmann und Co. als erfahrene Stützen

Schließlich gibt es ja auch noch feste Größen in Schöttels Mannschaft, die sehr wohl auf einige Einsätze in Europa verweisen können.

Insgesamt handelt es sich um zehn Akteure, allen voran Kapitän Steffen Hofmann, der von der Champions League bis zum UI-Cup bereits in jedem europäischen Bewerb eine Duftmarke setzen konnte.

Während Hofmann, Markus Katzer, Stefan Kulovits, Muhammed Ildiz, Christopher Trimmel und Christopher Drazan alle Europacup-Einsätze für Rapid bestritten, sammelten vier Spieler auch mit anderen Vereinen Erfahrungen.

Dabei handelt es sich um Mario Sonnleitner (GAK/Sturm/Rapid), Markus Heikkinen (HJK Helsinki/Rapid), Thomas Prager (Heerenveen/Luzern) und Michael Schimpelsberger (Twente).

„Momo“ Ildiz und Schimpelsberger durften allerdings bei ihrem einzigen Einsatz nur wenige Minuten schnuppern.

Hohe Erwartungen an junges Team

Wie sich diese Kaderzusammenstellung auf die anstehenden Aufgaben in der Europa-League-Qualifikation auswirkt, bleibt abzuwarten.

Die Erwartungen im Umfeld sind nach einem Jahr Absenz enorm, die Spieler selbst machen sich jedoch keinen Druck. Auch nicht die Debütanten.

„Ich sehe es eher als Chance, um uns empfehlen und für den ganzen Verein und Österreich etwas tun zu können. Ich sehe es als Freude, nicht als Druck“, bestätigt Königshofer.

Spätestens nach den ersten Minuten im internationalen Rampenlicht werden auch die grün-weißen Greenhorns nicht mehr grün hinter den Ohren sein.


Alexander Karper

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