Weniger Informationen sind für Rapid voerst mehr

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Es gibt verschiedene Methoden, eine Mannschaft auf den kommenden Gegner einzuschwören.

Rapid-Trainer Peter Schöttel hüllte sich vor dem Abflug nach Thessaloniki eher in Schweigen. Nähere Informationen zu PAOK gibt es erst in der heißen Phase vor dem anstehenden Playoff-Hinspiel zur Europa League, um eine Reiz-Überflutung zu vermeiden.

Kapitän Steffen Hofmann bringt es im Gespräch mit LAOLA1 auf den Punkt. „Um ehrlich zu sein: Wir Spieler wissen noch nicht all zu viel. Es ist natürlich immer so, dass das Auswärtsspiel eine Reise ins Ungewisse ist.“

Unbekannte sind die Griechen keinesfalls, wenn man sich die Erfolge in der Europa-League-Gruppenphase der vergangenen zwei Jahre zu Gemüte führt.

Fokus auf den Gegner erst vor Ort

Die Stimmung war beim Abflug in die zweitgrößte griechische Stadt aufgrund der frühen Abreise gedämpft, besserte sich aber spätestens bei der Ankunft bei strahlendem Sonnenschein und über 30 Grad Celsius.

Erst hier vor Ort soll die Mannschaft bei einem Video-Studium mehr über den Gegner erfahren, auch wenn es schon ein informatives Vorgespräch gab.

„Der Trainer hat uns gestern nach dem Training über jeden Spieler etwas erzählt“, verrät Linksverteidiger Markus Katzer.

Über Dimitrios Salpingidis musste Schöttel zumindest Mario Sonnleitner nicht mehr viel erzählen. Dieser kennt den griechischen EURO-Stürmer noch aus früheren Duellen.

...aber wir haben auch gute Spieler"

„Salpingidis kenne ich noch, als ich mit Sturm gegen Panathinaikos gespielt habe. Ein guter Spieler, aber wir haben auch gute Spieler“, stellt sich der Blondschopf auf das direkte Duell mit dem quirligen Offensivspieler ein.

Gerade in der Offensive haben die Griechen einige Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Defensive ist bei griechischen Vereinen sowieso ausgeprägt.

„Wir wissen schon, dass es ein sehr guter Gegner mit routinierten Spielern ist. Sie haben schnelle Spitzen und Flügelspieler. Es ist ein schweres Los,aber für PAOK ist es auch ein schweres Los“, will sich Sonnleitner keinesfalls im Vorhinein geschlagen geben.

Dass im Toumba-Stadion zu Saloniki fanatische Fans und Gänsehaut-Atmosphäre warten, ist keinem der Spieler in Verborgenheit geblieben.

Hexenkessel als zusätzliche Motivation

Rund 26.000 Fans werden erwartet. Angst vor einem aufgeheizten Hexenkessel hat aber keiner. Schon gar nicht Lukas Königshofer.

„Das sind genau die Spiele, für die man Fußballer geworden ist. Das taugt uns voll. Das Stadion ist ein Hexenkessel. Aber wir wissen, dass wir keinen Jausengegner haben.“

Auch Deni Alar, in den letzten drei Spielen immer als Torschütze erfolgreich, sieht die erwartete Kulisse eher als zusätzliche Motivation, denn als Abschreckung.

Nach den zuletzt gezeigten Leistungen ist das Selbstvertrauen groß, der Glaube an die eigene Stärke ist den Profis anzusehen.

Selbstvetrauen, aber keine Selbstüberschätzung

„Natürlich geben Siege immer Selbstvertrauen und heben die Stimmung. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, dass wir glauben, wir fahren dorthin und werden dort leicht gewinnen. Das ist ein richtig guter Gegner“, bremst Kapitän Hofmann.

Trotzdem überwiegt nach einem Jahr Euroacup-Absenz die Vorfreude darauf, wieder um den Einzug in die Gruppenphase zu spielen.

„Wir sind momentan sehr gut in Form. Wir sollten uns nicht vor dem Europacup-Spiel fürchten, sondern freuen“, meint Katzer.

Die Frage nach einem zufriedenstellenden Ergebnis in der Fremde wird von fast allen Spielern ähnlich beantwortet.

Zufrieden wäre ich mit einem 5:0-Sieg“

Ein Auswärtstor wäre enorm wichtig. Eine stabile Defensive, die kein Gegentor zulässt, stehe aber im Vordergrund.

Einer schlägt aber wieder einmal scherzhaft über die Stränge. „Zufrieden wäre ich mit einem 5:0-Sieg, aber das wäre ein bisschen weit hergegriffen“, träumt Königshofer von einem Auswärtssieg.

Die Chance auf den Aufstieg soll zumindest in einer Woche noch leben, darin sind sich alle einig. Der Ansturm ist enorm. Noch vor dem Start des freien Verkaufs waren 10.000 Tickets für das Rückspiel im Hanappi-Stadion durch Mitglieder und Abonnenten vergriffen.

Mit den letzten Infos, die die Mannschaft noch vor Ort erhält, soll dieses Ziel erreicht werden.


Aus Thessaloniki berichtet Alexander Karper

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