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Höchststrafen für Rapid und PAOK

Die Ausschreitungen beim Europa-League-Play-off-Hinspiel zwischen PAOK Saloniki und SK Rapid Wien (2:1) haben für beide Vereine die schlimmsten Strafen in erster Instanz gebracht.

Die Kontroll- und Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union (UEFA) verdonnerte die Hütteldorfer wegen der Vorfälle am vergangenen Donnerstagabend zu einem Europacup-Heimspiel ohne Zuschauer sowie zu einer Geldstrafe von 75.000 Euro.

Für die Griechen setzte es sogar drei "Geisterspiele" und eine Pönale von 150.000 Euro.

Ausschluss droht

Außerdem droht sowohl Rapid als auch PAOK ein Ausschluss aus einem internationalen UEFA-Bewerb, für den man sich in den nächsten fünf Jahren sportlich qualifiziert, sollte es erneut zu Ausschreitungen kommen.

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Diese Strafe wurde mit einer Bewährung von drei Jahren ausgesprochen. Das Rückspiel am Donnerstagabend dürfen die Hütteldorfer noch im Hanappi-Stadion vor ausverkaufter Kulisse bestreiten.

Der Zuschauer-Ausschluss würde damit erst in der Europa-League-Gruppenphase bzw. im Falle eines Ausscheidens erst im Zuge einer zukünftigen Europacup-Teilnahme schlagend werden.

Rapid kündigt Einspruch an

Damit verhängte der UEFA-Ausschuss die vom Chefankläger Jean Samuel Lauba in dieser Causa geforderten Höchststrafen.

Sowohl Rapid als auch PAOK kündigten aber bereits Einspruch gegen die erstinstanzlichen Urteile innerhalb der nächsten drei Tage an. Somit muss sich nun der Berufungssenat der UEFA mit diesem Fall befassen.

Im Gegensatz zur erstinstanzlichen Entscheidung besteht im Verfahren der zweiten Instanz auch die Möglichkeit, persönlich Stellung zu nehmen. Die Entscheidung des Berufungssenates ist dann verbandsintern endgültig, sie kann in weiterer Folge nur noch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne beeinsprucht werden.

Randale bereits vor dem Stadion

Sieben Rapid-Anhänger waren am vergangenen Donnerstagabend nach den schweren Ausschreitungen im Toumba-Stadion in Thessaloniki vorübergehend festgenommen worden.

Aus dem Gästesektor hatten Schlachtenbummler rund 20 Minuten vor Spielbeginn Leuchtraketen auf den nächstgelegenen PAOK-Sektor abgefeuert, woraufhin Saloniki-Fans zum Gegenangriff übergingen, auf den Platz stürmten und ihrerseits pyrotechnische Gegenstände auf die Rapid-Anhänger schossen.

Bereits vor dem Stadion war es zu Randalen gekommen. Um die PAOK-Fans vor den Toren des Rapid-Sektors halbwegs zu bändigen und Zusammenstöße beider Gruppierungen wie bereits am Nachmittag in der Innenstadt zu vermeiden, hatte die in zu geringer Personenzahl aufmarschierte Polizei sogar Tränengas eingesetzt.

Rund 800 PAOK-Fans erwartet

Die Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA führte "Zuschauerausschreitungen (Artikel 6 der Rechtspflegeordnung/RPO), Sachbeschädigungen (Art. 11 (2) der RPO) sowie vor allem das "Zünden und Werfen von Gegenständen und Feuerwerkskörpern" als Verfehlungen des Rapid-Anhangs an.

Österreichs ekordmeister teilte in einer ersten Reaktion mit, dass ein Geisterspiel "aufgrund von Verfehlungen eines Teils der mitgereisten Fans bei einem Auswärtsspiel nicht verhältnismäßig" sei und deshalb Einspruch gegen das Urteil eingelegt werde.

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Zum Rückspiel nach Wien werden rund 800 PAOK-Fans erwartet. Ein Großteil von ihnen soll sich am Spieltag aber die meiste Zeit in Bratislava, wo ihre Charter-Flugzeuge landen und starten, aufhalten und nur zum Match anreisen.

An Konzepten für die sichere An- und Abreise nach bzw. aus Wien wird derzeit auf Hochtouren gearbeitet, damit es nicht wieder zu solch hässlichen Szenen wie beim Hinspiel kommt. Die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei werden daher noch größer als bei einem Wiener Derby zwischen Rapid und Austria sein.

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