Hauptaugenmerk genießt die Konzentration auf den bevorstehenden Gegner, der sich als Liga-Fünfter gerade noch qualifizierte und im Playoff Partizan Belgrad ausschaltete.

„Wir wissen, dass die Schweizer Liga ähnlich wie die österreichische ist. Sie haben immer zwei, drei gute Mannschaften, die in der Champions- bzw. Europa League für Furore sorgen, dahinter gibt es ein leichtes Gefälle. Das ist halt in kleineren Ländern so. Aber wir brauchen uns nicht verstecken, wir haben ein ähnliches Niveau wie der FC Thun. Wir wollen natürlich versuchen, gleich zu punkten“, wird der Kontrahent von Sonnleitner keineswegs unterschätzt.

Rapid vor dem FC Thun gewarnt

Im Gegenteil. Die Beobachtungen haben Eindruck hinterlassen. Während die Thuner defensiv zu knacken seien, warten sie offensiv mit viel individueller Klasse auf.

„Thun hat eine sehr starke, ausbalancierte Mannschaft, die physischen Fußball spielt, extrem gut im Verbund attackiert und sehr schnell von Defensive auf Offensive umschalten kann, mit schnellen Pässen in die Tiefe. Darüber hinaus verfügen sie über den einen oder anderen Einzelspieler, der den Unterschied ausmachen kann“, weiß Barisic.

Dass zwischen dem FC Basel, Young Boys Bern, Grasshoppers Zürich und dem FC Thun aber doch ein gewaltiger Unterschied klafft, will keiner verneinen.

„Ich denke, dass in der Schweiz der FC Basel in einer anderen Liga spielt als der Rest. Aber Thun hat die Gruppenphase nicht geschenkt bekommen, sondern sich dafür qualifiziert. Deswegen sind wir natürlich gewarnt und wissen, dass es ein guter Gegner ist“, gibt Kapitän Hofmann seine Expertise ab.

Beachtlich für „Zoki“ ist hingegen, was der FC Thun aus den geringen finanziellen Mitteln zu Wege bringt. Schließlich schafften sie es 2005/06 in die Champions League, nach zweijähriger Zweitklassigkeit halten sie sich stets im Mittelfeld der Liga und nehmen nun die Europa League in Angriff.

„Nur mitspielen macht auch keinen Spaß“

Aus Rapid-Sicht gehörte Hochstapeln noch nie zur Vereins-Philosophie. Demnach hält man sich auch diesmal bedeckt, was die Chancen in der Gruppe betrifft. Das Selbstvertrauen stimmt jedoch.

„Vorgenommen haben wir uns, dass wir mindestens alles geben. Wir denken von Spiel zu Spiel, jetzt hat Thun für uns oberste Priorität“, lässt sich der Chefbetreuer zu keiner Kampfansage.

Anders ist es bei Sonnleitner, für den das olympische Motto „Dabei sein ist alles“ in dieser Gruppenphase keine übergeordnete Rolle einnimmt.

„Für mich persönlich ist es jetzt die vierte Gruppenphase. Ich will endlich einmal bis zum Schluss theoretische Chancen haben. Wir werden gleich morgen versuchen zu punkten und einen guten Start für die nächsten Spiele zu machen. Denn nur mitspielen, macht auch keinen Spaß.“


Aus Thun berichtet Alexander Karper

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