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Rosenborg und Rapid auf der Suche nach sich selbst

Am fünften Spieltag der Europa League kreuzen mit Rosenborg Trondheim und Rapid Wien zwei Traditionsvereine die Klingen.

Auch wenn sich die kühnen Norweger von der Art her von den Österreichern unterscheiden, sind auf sportlicher Ebene Parallelen zu erkennen.

Beide Teams haben mit Sicherheit schon bessere Zeiten erlebt und sind derzeit auf der Suche nach sich selbst.

Denn sowohl Rosenborg als auch Rapid hatten zuletzt sowohl national als auch international ähnliche Probleme.

Rosenborg wie Rapid abgeschlagen

In Norwegen ging am vergangenen Wochenende die Meisterschaft zu Ende – mit einem weniger zufriedenstellenden Resultat für die Trondheimer.

Am Ende reichte es nur zu Platz drei, der Rückstand auf Meister Molde FK betrug schlussendlich satte sieben Punkte.

In der österreichischen Bundesliga ist zwar noch nicht einmal Halbzeit, die Ausgangsposition ähnelt sich aber.

Auch Rapid belegt den undankbaren dritten Platz, der Titel rückt mit neun Punkten Rückstand auf die Austria und sieben auf Salzburg bereits jetzt in weite Ferne.

Vom Regen in die Traufe

Zu wenig für die Erwartungshaltung der beiden Vereine, die nach glorreichen, vergangenen Zeiten stets den Kampf um die Meisterschaft annehmen.

Zuletzt schlitterten die Kontrahenten vom Donnerstag zwischenzeitlich in ihren heimischen Ligen in die Krise.

Rosenborg musste in den letzten vier Spielen drei Niederlagen einstecken, ehe der Saisonausklang mit einem souveränen 4:1 gegen Honefoss BK gelang.

Rapid kassierte in den letzten sechs Meisterschaftsspielen drei Niederlagen gegen Austria, Sturm und WAC, musste sich gegen Wiener Neustadt mit einem Remis zufrieden geben und konnte nur gegen Salzburg und Mattersburg gewinnen.

Letzteres allerdings in ähnlich souveräner Manier wie die Wikinger in ihrer Liga. Am Ende hieß es im Pappelstadion 3:0 für die Hütteldorfer.

Kaum Erfolgserlebnisse in der Europa League

In einer Gruppe mit Bayer Leverkusen und Metalist Kharkiv starteten sowohl Rosenborg als auch Rapid als Außenseiter in die Europa League.

Die Bilanz nach vier Spieltagen ist für beide Seiten ernüchternd. Einziger Vorteil für die Norweger: Drei Punkte durch den Sieg in Wien.

Das Blatt könnte sich allerdings beim Rückspiel im Lerkendal-Stadion wenden, denn die spielbestimmende Mannschaft war trotz Niederlage im ersten Aufeinandertreffen Rapid.

Gegen die weiteren Gruppengegner konnte nicht angeschrieben werden. Gerade deshalb geht es im direkten Duell noch um viel.

„Es geht noch immer um die Ehre und sehr viel Geld. In der Europa League geht es nie um Nichts. Wir werden uns für das letzte Mal revanchieren“, kündigt Torhüter Lukas Königshofer gegenüber LAOLA1 an.

Weniger Gegentore, mehr erzielte Tore von Rosenborg

Während Rosenborg im Double-Header gegen Kharkiv ein 1:3 und ein 1:2 kassierte, kamen die Wiener gegen Leverkusen 0:3 und 0:4 unter die Räder.

Dem 0:2 von Rapid bei Metalist steht ein 0:1 von Rosenborg gegen Leverkusen gegenüber.

Das Torverhältnis spricht aber klar für Rosenborg. Immerhin konnten die Wikinger bisher vier Tore erzielen und mussten nur sieben Gegentreffer hinnehmen.

Rapid kassierte elf Gegentore, traf nur einmal ins gegnerische Tor und ist weiterhin die einzige Mannschaft in der Europa League mit null Punkten am Konto.

Eine Frage der Ehre

Das direkte Duell wird somit trotz der aussichtslosen Situation in der Gruppe zu einer Frage der Ehre.

„Für uns ist es eines von noch sechs Spielen. Wir wollen so viele wie möglich gewinnen. Für Rosenborg ist es das Ende einer langen, kräfteraubenden Saison und die werden sicher noch einmal mit allem reingehen“, meint Trainer Peter Schöttel.

Welches Team kann die Krise der vergangenen Wochen vergessen machen und zieht sich auf europäischer Ebene positiv aus der Affäre?

Und kann Rapid die Scharte aus dem Heimspiel auswärts im Hohen Norden wieder auswetzen?

Fragen über Fragen, die in einem Duell beantwortet werden, das aufgrund der Parallelen für beide Teams richtungsweisend sein könnte.


Alexander Karper

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