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"Haben uns teilweise zu naiv verhalten"

Der Klasseunterschied war augenscheinlich.

Die Austria musste sich am fünften Spieltag der Europa League Metalist Charkiw auswärts mit 1:4 (1:2) geschlagen geben.

Letztlich durften sich die Wiener nicht einmal über die Höhe der Niederlage beschweren, war der Tabellendritte der ukrainischen Preymer Liga doch deutlich überlegen.

Violette Anerkennung

„Das war ein völlig verdienter Sieg von Charkiw“, war Trainer Karl Daxbacher nach dem Spiel im Interview mit „Sky“ bewusst.

Auch Florian Mader war das klar: „Unterm Strich muss man anerkennen, dass wir gegen die bessere Mannschaft verloren haben.“

Individuelle Fehler

Es waren vor allem individuelle Fehler, die den Violetten das Leben so schwer machten. Ein Patzer von Tomas Jun leitete das 0:1 ein.

Ein Sonntagsschuss von Mader brachte den Ausgleich. „Da war die Hoffnung sicher wieder da. Wir haben dann noch einmal alles probiert.“

Doch ein schwerer Schnitzer von Peter Hlinka, der in der Innenverteidigung den verletzten Manuel Ortlechner ersetzte, führte zur neuerlichen Führung der Hausherren, die mit dem 2:1 in die Pause gingen.

Als der Glaube verloren ging

„Beim Stand von 1:2 nach der Halbzeit hatte ich das Gefühl, dass wir noch an eine Möglichkeit glauben. Mit dem 1:3 ist uns der Glaube aber verloren gegangen. Dann war das Spiel entschieden“, fand Daxbacher.

Auch der dritte Metalist-Treffer fiel unter tatkräftiger Mithilfe des FAK. Gueyes Kopfball wäre für Tormann Heinz Lindner durchaus zu halten gewesen, doch der Youngster ließ das Leder passieren. Das vierte Tor der Hausherren war dann nur noch eine Draufgabe.

„Es hat leider nicht alles zusammengepasst, dass wir eine Top-Leistung erbringen haben können, wie uns das in den letzten Spielen gelungen ist. So sind wir mit 1:4 untergegangen“, resümierte Mader.

Ärger über viele Metalist-Konter

Seinem Coach stieß vor allem eines sauer auf: „Es darf nicht passieren, dass wir uns in einem fremden Stadion auskontern lassen. Das ist aber einige Male geschehen.“

Hlinka war das bewusst: „Wir haben uns teilweise sehr naiv verhalten. Wenn man in einem Auswärtsspiel so viele Konter bekommt, stimmt etwas nicht.“

Der Slowake weiter: „Es ist schwer, von Fehlern zu sprechen, aber einige waren schon dabei.“ Und an diesem Abend nützte sie die Truppe aus Charkiw eiskalt aus.

Deswegen meinte Daxbacher: „Ich muss die Überlegenheit Charkiws anerkennen, daher bin ich in diesem Fall nicht so böse auf meine Mannschaft. Da bin ich Realist.“

Die Chance lebt

Doch die erfolglose Reise in die Ukraine hatte für die Austria auch etwas Positives. Entgegen der Erwartungen ist die Chance auf den Aufstieg immer noch intakt, weil AZ Alkmaar in Malmö nicht über ein torloses Remis hinaus kaum.

„Ein schwacher Trost“, fand Mader. Der FAK-Coach sah das ein wenig anders: „Wir freuen uns über die theoretische Chance.“

Um diese auch wahrnehmen zu können, bedarf es allerdings nicht nur der Schützenhilfe von Metalist beim Gastspiel in Alkmaar, sondern auch einer wesentlich konzentrierteren und besseren Leistung als in Charkiw.

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