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Austrias neue, alte Nummer eins

162 Tage des Wartens haben ein Ende.

Heinz Lindner feierte im Europa-League-Gruppenspiel gegen Alkmaar (2:2) sein Comeback im Austria-Tor.

Abgesehen von zwei Einsätzen im ÖFB-Samsung-Cup war es der erste Auftritt zwischen den Pfosten seit dem 25. Mai.

Das Duell zum Meisterschaftsfinale gegen Salzburg beendete damals seinen violetten Einser-Status – der im Sommer von Wacker Innsbruck verpflichtete Pascal Grünwald erhielt in dieser Saison den Vorzug.

Doch der Tiroler leistete sich zuletzt einige Unsicherheiten und so kam es zu dem erwarteten Tormann-Tausch.

Und Trainer Karl Daxbacher kündigte bereits unmittelbar nach dem Remis gegen den niederländischen Tabellenführer an, dass der 21-jährige auch am Wochenende gegen Wacker im Tor stehen wird.

„Heinz hat eine fehlerfreie Partie abgeliefert. Es gibt also keinen Grund, ihn jetzt wieder aus der Startelf zu nehmen“, erklärt der Niederösterreicher.

Im LAOLA1-Interview spricht Lindner über sein Comeback, sein Verhältnis zu Pascal Grünwald und die überraschende A-Team-Einberufung.

LAOLA1: Heinz, du hast gegen Alkmaar dein Comeback gegeben. Was sagst du zur Begegnung?

Heinz Lindner: Es war ein sehr kurioses Spiel - für die neutralen Zuschauer bestimmt sehr unterhaltsam.  Wir sind sehr schlecht gestartet, haben einen unglücklichen Hand-Elfmeter bekommen und kriegen dann kurz vor der Pause auch noch das 0:2. In der Kabine haben wir uns dann noch einmal gepusht und nach dem Seitenwechsel viel Moral bewiesen. Ein Kompliment an die Mannschaft, dass wir das Match noch drehen konnten.

LAOLA1: Wie war das Gefühl, wieder zwischen den Pfosten zu stehen?

Heinz Lindner: Es war ein großartiges Gefühl. Ich bin sehr herzlich empfangen worden. Das freut mich natürlich riesig. Ich werde jetzt weiterhin hart an mir arbeiten und versuchen, noch besser zu werden.

LAOLA1: Wann hast du erfahren, dass du Pascal Grünwald im Tor ablösen wirst?

Lindner: Wir haben es intern besprochen. Nach dem Abschlusstraining hat mir der Trainer mitgeteilt, dass ich spielen werde. Dass ich es bereits am Mittwoch erfahren habe, war gut, denn so konnte ich mich auch mental auf die Situation einstellen.

LAOLA1: Wie hat Pascal auf den Tormann-Tausch reagiert?

Lindner: Pascal und ich haben ein sehr gutes Verhältnis. Er ist ein sehr sympathischer Typ und wir verstehen uns richtig gut. Er hat mir viel Glück gewünscht und die Entscheidung genauso professionell aufgenommen, wie ich im Sommer, als er den Vorzug erhielt. Außerdem sind es sowieso Tatsachen-Entscheidungen und da kann man nichts daran ändern.

LAOLA1: Hast du gegen Alkmaar etwas mehr Druck verspürt. Schließlich wurde zuletzt viel über die Tormann-Situation bei euch diskutiert?

Lindner: Nein. Ich bin ganz normal ins Spiel gegangen, wie bei jeder anderen Partie auch. Ich habe gewusst, dass ich gut drauf bin. Das haben mir die Leistungen im Cup und in der U21 gezeigt. Ich hatte daher sehr viel Selbstvertrauen und keine Probleme  mit der Situation.

LAOLA1: Warst du mit deiner Leistung zufrieden? Trainer Daxbacher hat jedenfalls von einer fehlerfreien Partie gesprochen.

Lindner: Wenn der Trainer das sagt, ist es natürlich super. Ich bin auch zufrieden.

LAOLA1: Froh, dass dir kein Fehler unterlaufen ist?

Lindner: Ich bin nicht froh, dass mir kein Fehler unterlaufen ist, sondern ärgere mich, dass ich zwei Tore bekommen habe. Ein Elfmeter ist aber immer ein Glücksball und der Kopfball beim zweiten Gegentreffer war aus einer sehr kurzen Distanz. Da hat die Reaktion leider nicht ausgereicht.

LAOLA1: Wie bist du mit deiner Reservistenrolle umgegangen?

Lindner: Es gibt in so einer Lage zwei Möglichkeiten. Ich habe mich dafür entschieden, mich nicht hängen zu lassen, weiterzukämpfen und einfach gut zu trainieren. Ich habe mir die Spielpraxis beim U21-Team geholt. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit auch bei Andreas Herzog und Otto Konrad bedanken, dass sie an mir festgehalten und das Vertrauen geschenkt haben. Auch die Cup-Spiele waren gut für das Selbstvertrauen.

LAOLA1: Obwohl du zuletzt nicht gespielt hast, hat dich Teamchef Marcel Koller ins A-Team einberufen. Wie überrascht warst du davon?

Lindner: Es war natürlich auch für mich eine große Überraschung. Ich bin aber sehr stolz, dass ich beim A-Team bin. Ich werde bis zum Einrücktermin versuchen, mich ins Rampenlicht zu stellen und dann beim Teamtraining mein Bestes geben und mich empfehlen.

LAOLA1: Es wird spekuliert, dass du nun auch beim ÖFB-Team gute Karten auf einen Einsatz hast, da man davon ausgeht, dass derjenige, der bei der Austria im Tor steht, zum Zug kommt.

Lindner: Auf Spekulation kann man nicht setzen – schließlich entscheidet letztendlich immer noch der Trainer. Teamchef Koller wird im Training unsere Leistungen beurteilen und dann eine Entscheidung treffen.

Das Gespräch führte Martin Wechtl

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