Mit Gerson hält bei Rapid Samba-Gefühl Einzug

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Dass Südamerikaner in der Ukraine für Furore sorgen, wäre früher wohl noch undenkbar gewesen.

Wenn Rapid in der Gruppenphase der Europa League auf Metalist Kharkiv trifft, wartet der Kader des Gegners aber mit nicht weniger als elf Mann, die entweder aus Argentinien oder Brasilien stammen.

Mit Cleiton Xavier, Jonathan Cristaldo, Willian, Marlos und Jose Sosa stammen auch die fünf aktuellen Topscorer des Vereins aus dieser Fraktion.

Vor ihnen hat Rapid den größten Respekt, obwohl auch die Wiener seit Sommer mit Samba-Rhythmen aufwarten können.

Gerson sorgt für neues Lebensgefühl

Die Antwort der Grün-Weißen auf Metalists Ballzauberer heißt Gerson.

Ähnlich wie beim ukrainischen Europacup-Vertreter verirrten sich in der Vergangenheit auch nach Hütteldorf nicht allzuviele Profis aus Südamerika.

Ja, ja genau, der Gerson“, kommt es Kapitän Steffen Hofmann im Gespräch mit LAOLA1 lächelnd über die Lippen, als der Vergleich mit Metalists Legionären fällt.

Mit dem 20-jährigen Kicker vom Zuckerhut hält bei Rapid ein neues Lebensgefühl Einzug. Schlecht drauf hat man den immer scherzenden Spaßvogel seit seinem Wechsel von Kapfenberg selten gesehen.

Mit Gerson steht zum Großteil die Null

Das wirkt sich auch positiv auf die ganze Mannschaft aus. Was der Innenverteidiger bei seiner Ankunft in Hütteldorf LAOLA1 versprach, hielt er bis jetzt ein und untermauerte es mit starken Leistungen.

Ich lache schon gerne, aber ich muss jetzt am Anfang seriös bleiben, damit die Mannschaft nicht glaubt, dass ich nur Spaß haben will. Ich will hart arbeiten, das ist mein Ziel. Aber wenn es gut läuft, lache ich gerne und bin ein glücklicher Mensch.“

Die harte Arbeit äußerte sich darin, dass sich der Brasilianer sofort seinen Platz neben Mario Sonnleitner sichern konnte und seitdem in acht Bundesliga- und inklusive Quali vier Europa-League-Spielen seinen Mann stand.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Stand Gerson in der Liga auf dem Platz, kassierte Rapid nur in einem einzigen Spiel Gegentore - bei der klaren 0:3-Derby-Niederlage gegen die Austria.

Rosenborg-Patzer bereits vergessen

Auch am Weg in die Europa League ließ der kopfballstarke Defensivspieler mit seiner Ballbeherrschung, Spieleröffnung und Zweikampfstärke nichts anbrennen.

Gegen Rosenborg Trondheim war jedoch offensichtlich, dass der Youngster noch nicht so gefestigt ist, wie es viele bereits erwartet haben.

Selbst Trainer Schöttel musste nach dem Spiel zugeben, dass Gerson keinen guten Tag erwischt hatte.

Nach einer Nachdenkpause in Ried kehrte er gegen Wacker aber schon wieder in die Startformation zurück und die Null stand.

Gerson wird das schon machen“

Diese soll er auch im „Metalist Stadium“ gegen Kharkiv verteidigen – ausgerechnet gegen seine Landsleute und die Argentinier in Diensten des ukrainischen Tabellen-Vierten, vor denen von allen Seiten gewarnt wird.

Angst braucht man nicht haben, der Gerson wird das schon machen“, glaubt Christopher Trimmel an seinen brasilianischen Teamkollegen.

Obwohl dieser defensiv mit anderen Qualitäten glänzt, ist er aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten nicht zu unterschätzen.

Wie seine Landsleute hat auch er den Rhythmus im Blut, lebt Fußball und hat das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten.

Einmal Brasilianer, immer Brasilianer

Meine Stärken sind die Technik und dass ich sehr gut mit dem Ball umgehen kann“, verlautbarte Gerson schon Ende Juni. Denn seitdem hält er sich öffentlich bedeckt.

Verständigungsprobleme gibt es nach wie vor. Mit seinen Kollegen, allen voran Kumpel Terrence Boyd, kommuniziert er in ausbaufähigem Englisch. Alles in allem steht aber die Sprache des Fußballs im Vordergrund. Und auf dieser Ebene versteht man sich.

Hoffentlich auch gegen Kharkiv, wo die Trauben am Donnerstag sehr hoch hängen werden.

Wir haben selber einen Brasilianer und viele gute Spieler. Wir dürfen keine Angst haben“, macht Mario Sonnleitner Mut.

Auf welcher Seite schlussendlich Samba-Rhythmen erklingen werden, wird sich im sportlichen Vergleich auf dem grünen Rasen entscheiden.


Aus Kharkiv berichtet Alexander Karper

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