Die Facetten des Florian Klein

Aufmacherbild

Wer nach einer beliebigen Startelf der Wiener Austria gefragt wird, tut gut daran, Florian Klein aufzuzählen.

Der 24-Jährige spielt nämlich praktisch immer. Nur ein einziges Pflichtspiel hat der Rechtsfuß verpasst, seit er bei der Austria angeheuert hat. 68 Mal en suite stand er in der Startelf.

Für Viele ist der Linzer Karl Daxbachers Lieblingsschüler schlechthin.

LAOLA1 hat sich mit dem zehnfachen ÖFB-Teamspieler getroffen und nimmt diverse Facetten seiner Kicker-Persönlichkeit unter die Lupe.

DER DAUERBRENNER

Er hat nur ein Pflichtspiel verpasst

Im Sommer 2009 wechselte Florian Klein ablösefrei vom LASK zur Wiener Austria. Seither standen für die Violetten 109 Pflichtspiele auf dem Programm. 108 Mal war der Rechtsfuß im Einsatz. Lediglich am 8. November 2009 musste er in der 15. Runde daheim gegen den SK Sturm passen – nach seiner Roten Karte in Wiener Neustadt war er gesperrt.

Das sagt Florian Klein:

„Es läuft gut. Ich mache ziemlich viele Spiele, das ist anstrengend. In der abgelaufenen Saison habe ich 53 Pflichtspiele bestritten. Alle sagen immer, dass es so anstrengend ist, in England zu spielen. Paul Scharner hat lange nicht so viele Spiele gemacht. Wir dürfen nicht sudern, dass wir in Österreich zu wenige Spiele hätten.“

„Dass ich nie verletzt bin, hat drei Faktoren: Erstens achte ich auf meinen Körper, lebe sehr bewusst für den Fußball. Zweitens spielen die Gene eine Rolle – ich habe nie große Muskelprobleme. Drittens gehört Glück dazu, dass man nicht bei einem Foul verletzt wird.“

 

DER STAMMSPIELER

Er stand vergangene Saison immer in der Startelf

Der Oberösterreicher ist nicht nur Dauerbrenner, sondern auch unumstrittener Stammspieler. 68 Mal in Folge lief er von Beginn an für den FAK auf, ein Ende der Serie ist nicht in Sicht. War es in seiner ersten Saison noch die Position im rechten Mittelfeld, die er einnahm, wurde er nach dem Abgang von Joachim Standfest zum SK Sturm umgeschult. Mittlerweile ist der Blondschopf rechts in der Vierer-Abwehrkette der Veilchen gesetzt.

Das sagt Florian Klein:

„Man kann sagen, dass ich ein Stammleiberl habe. Ich achte aber nicht darauf, wie oft ich in der Startelf stehe. Immer daran zu denken, wie oft in Folge ich gespielt habe oder wie viele Minuten ich schon im Einsatz war, bringt doch nichts. Das hat nicht so viel zu bedeuten.“

„Natürlich bin ich ab und zu auch müde. Aber wenn es um ein Match geht, bin ich zu 100 Prozent da. Wenn man aber so viele Spiele macht, kann man nicht bei jedem Training hundertprozentig dabei sein. Das weiß auch Trainer Karl Daxbacher. Ich kann nicht bei jedem Training über mich drübergehen, sondern muss mir meine Kraft einteilen. Solange ich bei den Spielen immer voll fit bin, passt es.“

„Ich merke, dass es vom Kopf her schwierig ist, sich für jedes Spiel neu zu motivieren. Es gibt Spiele, wie etwa das Auswärtsspiel in Deutschland oder internationale Partien generell, da ist das nicht schwer. Aber Mattersburg, Kapfenberg und Wiener Neustadt – ohne diese Mannschaften schlecht machen zu wollen – sind eine Umstellung. Das ist das Schwierigste. Daran kann jeder Spieler reifen, da muss jeder sein Ding durchziehen.“

 

DER VOLLPROFI

Er lebt für den Fußball

Abseits des Rasens ist es ruhig um den 24-Jährigen. Nach Party-Geschichten oder dergleichen sucht man vergebens. Klein ist ein Musterprofi, der seinem Beruf praktisch alles unterordnet und mit seiner Freundin und ihrem gemeinsamen Sohn ein beschauliches Familienleben führt. Seine Hobbys Schwimmen, Familie und Internet sprechen eine deutliche Sprache.

Das sagt Florian Klein:

„Ich war von klein auf darauf fokussiert, dass ich Profi werde. Ich habe immer auf meinen Körper geschaut und mehr dafür getan, als so manch anderer. Ich habe mir mein Konzept, was ich brauche, zusammengestellt, und fahre damit sehr gut.“

„Ich habe gewisse Rituale, die ich vor jedem Spiel wiederhole. Die Vorbereitung ist eigentlich immer gleich. Außerdem arbeite ich schon seit einigen Jahren mit dem Mentaltrainer Jörg Zeyringer. Das ist ein wichtiger Faktor, warum ich bei den Spielen immer so konzentriert bin. Musik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie bringt mich in Stimmung. Und sie bringt mir Freude. Man sollte sich ja eigentlich auf jedes Spiel freuen. Es ist doch das Schönste, vor so vielen Zuschauern spielen zu dürfen. Das vergisst man gelegentlich.“

 

DER LIEBLINGSSCHÜLER

Er ist Karl Daxbachers Liebling

„Er ist ein schneller Spieler, der über eine gute Technik und ein ausgezeichnetes Spielverständnis verfügt. Charakterlich ist er ebenfalls top, so einen Spieler kann man sich als Trainer nur wünschen“, sagte Karl Daxbacher im Sommer 2009, als Klein vom LASK, wo sich ihre Wege zum ersten Mal kreuzten, verpflichtet wurde. An der Wertschätzung des Coaches hat sich seither wenig geändert, tendenziell ist sie sogar noch gestiegen. Ein Daxbacher-Team ohne den zehnfachen Internationalen? Undenkbar.

Das sagt Florian Klein:

„Man kann schon sagen, dass ich einer seiner Lieblingsschüler bin. Beim LASK habe ich unter ihm auch immer gespielt. Aber ich habe unter allen anderen Trainern immer gespielt. Der Trainer und ich schätzen uns sehr, wir haben immer gut zusammengearbeitet. Es ist aber nicht so, dass wir mehr Kontakt hätten, als er es mit anderen Spielern hat. Es ist ein normales Verhältnis, nichts Besonderes.“

 

DER ZURÜCKHALTENDE

Der drängt sich nicht in den Vordergrund

Markante Sager kommen dem Austrianer bei Interviews nicht über die Lippen. Klein ist kein Maierhofer, kein Scharner. Der Linzer drängt sich nicht in den Vordergrund, sein Verhältnis zu Journalisten findet auf einer professionellen, distanzierten Ebene statt. In den „Seitenblicken“ wird er wohl nie zu sehen sein. Das alles ist freilich nichts Negatives. Der Rechtsverteidiger ist stets höflich und immer zur Stelle, wenn er um eine Wortspende gebeten wird. Zudem ist er mit zunehmender Erfahrung beim FAK im Umgang mit den Medien auch bestimmter geworden. Wenn ihm ein Vorwurf gegen den Strich geht, sagt er das auch klipp und klar.

Das sagt Florian Klein:

„Ich bin kein Spieler, der oft mit Medien zu tun hat. Ich werde nie jemanden beleidigen oder anderen etwas über die Medien ausrichten. Aber wenn ich etwas zu sagen habe, sage ich das einfach. Es ist normal, dass Offensivspieler und Legionäre mehr in den Medien sind. In den letzten paar Monaten bin ich jedoch ein wenig mehr in den Blickpunkt gerückt. Prinzipiell finde ich aber, dass ich als Stammspieler des Nationalteams von den Medien zeitweise zu wenig beachtet wurde. Man kann als Spieler zwar etwas dagegen machen, aber ich bin nicht der Typ, der von sich aus irgendwelche Medientermine auftreibt.“

 

DER FAN

Er war Florian Kleins Kindheits-Idol

Van der Sar; Cafu, Maldini, Lahm; C. Ronaldo, Zidane, Xavi, Ronaldinho; Ronaldo, Messi, Stumpf. Das Dream-Team der Nummer sieben endet mit einem Paukenschlag. Christian Stumpf, der „Büffel“, war das erste große Vorbild des Kaiserschmarrn-Liebhabers.

Das sagt Florian Klein:

„Ich war als Sechs- oder Siebenjähriger zum ersten Mal im Linzer Stadion, neben dem ich aufgewachsen bin. Er war mein erstes Idol im Fußball. Damals war Walter Knaller noch Trainer und ich war mit meinem Bruder bei jedem Training – ob Sommer oder Winter. Stumpf hat mit uns nach dem Training immer gesprochen und ein bisschen mit uns gegaberlt. Durch ihn bin ich eigentlich zum Verein gekommen. Später hatte ich ihn auch als Co-Trainer. Mir hat immer getaugt, dass er ein sehr netter Mensch war und man mit ihm immer Spaß haben konnte.“


Harald Prantl

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen