Alles andere als überheblich ist übrigens auch Andre Ramalho, der Salzburger Aufsteiger dieses Herbstes. Und was das für ein Aufstieg war.

Der Aufsteiger des Jahres

Vergangene Saison spielte der 21-Jährige noch für den FC Liefering in der Regionalliga Mitte gegen Gegner wie Andelbuch und Seekirchen, mittlerweile ist er gegen ganz andere Kaliber wie Fenerbahce gesetzt.

Und was heißt gesetzt? Ramalho hat bisweilen die meisten Einsatzminuten in dieser Saison auf Seiten der Salzburger stehen, deren 2592. Nur eines der 30 Spiele versäumte er – weil er gesperrt war.

Das war in der Europa League in Elfsborg. International befindet sich der Techniker gewiss noch in einem Lernprozess, aber eine Statistik in der Bundesliga zeigt, wie weit der Innenverteidiger schon ist. In den 18 Spielen, in denen er auch zwei Mal als Sechser fungierte, hat er keine (!) Gelbe gesehen.

„Das ist kein Zufall“, sagt sein Trainer. „Andre war von Beginn weg sehr stabil und konstant. Er kann zudem das Spiel sehr gut lesen, er kann antizipieren. Und diese Statistik zeugt von Qualität“, lobt der Coach seinen Schützling, dem das Spiel von Salzburg wie Hinteregger sehr entgegen käme.

 „Wir brauchen die Konkurrenzsituation“

Franz Schiemer ist indes zurück am Weg zu seiner Topform, im Frühjahr werden Isaac Vorsah und Rodnei, wenn dessen leidigen Adduktorenprobleme nachlassen, für zusätzlich Konkurrenz sorgen.

„Das macht es dann zu einer schwierigen Entscheidung, aber die treffe ich sehr gerne. Denn dann kann ich je nach Top-Form entscheiden. Rodnei hat etwa auch schon sehr gute Spiele für uns in der Innenverteidigung abgeliefert, als es bei Martin Hinteregger weniger lief. Wir brauchen auch diese Konkurrenzsituation“, ist Schmidt nicht Angst und Bange, dass er 2014 zu viele Verteidiger hat.

„Andre ist auch ein Spieler, den wir perspektivisch als Sechser sehen“, spricht Schmidt das Offenkundige an. Denn hin und wieder ließ er den technisch versierten Kicker dort auch spielen.

Für die Transferzeit sieht der 46-Jährige („Man sollte jede Periode nutzen, um Optimierungen vorzunehmen“) prinzipiell keinen Handlungsbedarf („Vielleicht passiert gar nichts“), am ehesten sollen Spielern mit kaum Einsatzminuten (Teigl? Nielsen?) eine neue Herausforderung ermöglicht werden.

Ramalho wird sicher bleiben und freut sich über das Jahr 2013: „Bei allem Respekt, ich habe vergangene Saison noch gegen Teams wie Seekirchen gespielt. Das ist jetzt mein Traum.“

 

Bernhard Kastler

 

Red Bull Salzburg - Esbjerg fB
Stadion Wals-Siezenheim, 19.00 Uhr/live ORF eins und Sky, SR Bülent Yildirim/TUR

Salzburg: Gulacsi - Klein, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Ilsanker, Ch. Leitgeb - Kampl, Berisha, Mane - Alan

Ersatz: Walke - Schiemer, Svento, Lazaro, Meilinger, Teigl, Reyna, H. Nielsen

Es fehlen: Schwegler (gesperrt), Vorsah (Kreuzbandriss), Hierländer (Meniskus-OP), Rodnei, Soriano (beide Adduktorenprobleme)

Esbjerg: Rönnow - Laursen, Drobo-Ampem, Berthel Askou, Knudsen - H. Ankersen, Andreasen, Lucena, Lyng - Bekanga - Van Buren

Ersatz: Höjbjerg - Hansen, Bergvold, Andersen, Fellah, C. Nielsen, Rasmussen

Es fehlen: P. Ankersen (gesperrt), J. Nielsen (Kreuzbandriss)

Fraglich: Lekven (Leistenprobleme)

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