"Novota hat sich diese Chance verdient"

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Einige staunten nicht schlecht, als in der Aufstellung für das Duell mit Rosenborg Trondheim ein neuer Rapid-Torhüter aufschien.

Für andere kam die Entscheidung wiederum nicht so überraschend, nachdem die Nummer eins der Grün-Weißen, Lukas Königshofer, zuletzt nicht immer eine gute Figur machte und sich bei einigen Gegentreffern Kritik gefallen lassen musste.

Die Wende in der Torhüter-Frage? Oder doch nur eine Nachdenkpause? LAOLA1 ging der Rotation zwischen den Pfosten auf die Spur.

„Jan hat sich diese Chance in einer wichtigen Partie verdient“, stellte Trainer Peter Schöttel nach der unglücklichen 2:3-Auswärtsniederlage klar.

„Novota hat Königshofer immer gut unterstützt“

Bei der sich der noch 28-jährige Slowake nichts zu Schulden kommen ließ und sich ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk (Anm. d. Red.: wird am 29. November 29 Jahre alt) machen konnte.

Schöttel spekulierte im Vorfeld mit einem norwegischen Gegner, der viel mit hohen Bällen agieren und sein Heil in Standardsituation suchen würde.

Sechs Zentimeter Größenunterschied zwischen Novota (1,99) und Königshofer (1,93) und gute Trainingsleistungen machten die Entscheidung nicht allzu schwer.

„Jan ist normal ein sehr guter Torhüter. Er hat Lukas immer sehr gut unterstützt“, begründete der Chefbetreuer, der den beiden Kontrahenten bereits am Montag die Entscheidung mitteilte.

Hinspiel gegen Rosenborg im Hinterkopf

Doch einen Tormann wechselt man nicht so einfach von heute auf morgen. Schöttel hatte schon einen Hintergedanken, um seine Umstellung zu rechtfertigen.

Vor allem in der Strafraumbeherrschung und bei hohen Bällen offenbarte Königshofer zuletzt ungeahnte Schwächen.

„Er hat schon im Hinspiel gegen Rosenborg bei den zwei Gegentreffer nicht so gut ausgesehen.“

Somit wollte ihm der Trainer ein Deja-vu-Erlebnis ersparen und eine Auszeit gönnen. Denn auch der 23-Jährige zählt bei Rapid noch zu den Jüngeren.

Auch für Königshofer erste Europcacup-Saison

„Man muss immer bedenken, dass es auch für ihn die erste Europacup-Saison ist“, betonte Schöttel und spielte auf die vielen Spiele aufgrund der Doppelbelastung an.

Novota kam hingegen seit seiner Verpflichtung im Sommer 2011 nicht über sechs Bundesliga- und fünf ÖFB-Cup-Partien hinaus.

Bei seiner Premiere in der Europa League machte er nicht immer eine souveräne, aber eine durchaus positive Figur.

„Er hat zwei bis drei Mal gut abgewehrt“, analysierte der Rapid-Coach und ging die Aktionen im Geiste noch einmal durch.

„Dau ist fußballerisch der Beste“

Zu Novota und Königshofer gesellt sich auf der Torhüterposition auch noch Thomas Dau, den die Hütteldorfer im Sommer von der Vienna zurückholten.

Diesem gehört mit 21 Jahren die Zukunft, an die beiden oben genannten kommt er bisher aber noch nicht ran.

„Er ist schon noch hinter den anderen, die sind weiter. Fußballerisch ist er aber mit Sicherheit der Beste“, lobte Schöttel die Fertigkeiten der derzeitigen Nummer drei.

Somit bleibt es ein Zweikampf, in dem Rapids Übungsleiter ein klares Statement abgibt: „Am Sonntag gegen die Admira spielt sicher wieder Königshofer.“

Bleibt abzuwarten, ob sich die kleine Nachdenkpause positiv auf den Konkurrenzkampf auswirkt. Schließlich schadet es kaum jemandem, ein bisschen aus der Reserve gelockt zu werden.


Aus Trondheim berichtet Alexander Karper

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