Doch zurück zum Spiel. In den Minuten nach dem 1:2 wurden hochkarätige Chancen auf den Ausgleich liegengelassen. Boyd verfehlte mit einem Kopfball abermals nach Flanke von Palla nur knapp das Tor, ein Schaub-Schuss streifte beinahe noch den Pfosten und Burgstallers vermeintlichen Ausgleich fischte Keeper Maxim Koval noch irgendwie aus dem Eck.

"Wir hätten viel früher den Ausgleich erzielen müssen", gab Barisic zu. Dynamo Kiew hingegen zog sich zurück, fühlte sich laut Trainer Oleg Blochin schon zu sicher: "Wir hätten die Partie entscheiden müssen. Rapid hat in der zweiten Halbzeit Mut gefasst, wir haben hingegen an Konzentration verloren."

Ein Riesen-Stein fiel vom Herzen

Als keiner mehr mit einem Happy End rechnete, schlug der Augenblick des Christopher Trimmel, der nach dem zweiten Assist von Palla bei seinem Kopfball in Minute 94 volles Risiko nahm.

"Man darf nie aufgeben, das hat man heute wieder gesehen", war der Retter des Unentschiedens überglücklich und schrie so wie alle Teamkollegen ihre Freude hinaus.

"Wir haben gekämpft bis zum Umfallen. Wir haben alles probiert, um das aufzuholen. Wenn man so kämpft, hat man sich auch ein 2:2 verdient", hörte man beinahe Sabitzers Stein, der ihm von Herzen fiel.

So konnte der absolute Fehlstart in die Gruppenphase verhindert und nach einem Punkt gegen den Gruppenfavoriten positiv in die Zukunft geblickt werden.

"Manchmal verliert man etwas, manchmal kommt etwas zurück. Heute haben wir etwas zurückbekommen, darauf können wir aufbauen", analysierte Torhüter Jan Novota.

Bei Barisic überwog viel mehr die Freude. Nicht vorrangig aufgrund des Ergebnisses, sondern wegen dem aufopfernden Kampf seiner Truppe.

"Mich freut es für die Jungs, sie haben sich das verdient. Sie haben heute gesehen, dass sie doch mithalten können, wenn alles funktioniert."


Alexander Karper

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