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Kein zweites "Europa-League-Wunder" für Ried

Das "Wunder von Kopenhagen" hat sich für die SV Ried in Warschau nicht wiederholt.

Die Innviertler verabschiedeten sich nach einem 1:3 gegen Legia aus der Europa League - in einer Partie, die zunächst einige Parallelen zum Auftritt gegen Bröndby im Vorjahr aufwies.

Im Unterschied zu damals blieb das Happy-End für die Rieder am Donnerstagabend aber aus.

Nun gilt die Konzentration der SV wieder voll dem Liga-Betrieb.

Zulj-Tor zu wenig

"Wir haben die ersten 60 Minuten zu verhalten gespielt", umriss Stürmer Rene Gartler das Rieder Dilemma.

Nach 63 Minuten lag Legia vor heimischer Kulisse gegen in der Abwehr oft indisponierte Gäste 3:0 voran - eine Klatsche zeichnete sich ab.

Doch Legia ließ die Zügel schleifen: Mit dem Ausschluss von Legias Vrdoljak (71.) änderte sich das Geschehen auf dem Spielfeld schlagartig.

Robert Zulj stellte drei Minuten nach seiner Einwechslung auf 1:3 (76.) und ließ damit eine Rieder Schlussoffensive vom Stapel.

Kein zweites "Kopenhagen"

Erinnerungen an Kopenhagen wurden wach.

Damals lagen die Oberösterreicher ebenfalls im Rückspiel der dritten Quali-Runde 0:4 im Hintertreffen, ehe ein 2:4 zum Aufstieg reichte.

In Warschau sollte die Wende aber nicht mehr glücken, auch weil Thomas Reifeltshammer im Finish per Kopf die gewohnte Zielgenauigkeit vermissen ließ.

Ausnahmeleistung wäre nötig gewesen

"Die Möglichkeiten wären dagewesen. Man muss aber akzeptieren, dass es für uns und für alle österreichischen Vereine schwierig ist, an dieses hohe europäische Niveau anzudocken", meinte Rieds Manager Stefan Reiter.

Wie die ebenfalls gescheiterte Admira in der Auslosung ungesetzt, blieb für Ried die Tatsache, dass schon eine Ausnahmeleistung notwendig ist, um in dieser Phase reüssieren zu können.

Obwohl sich Legia alles andere als übermächtige Mannschaft präsentierte.

"Die bessere Mannschaft hat gewonnen"

Leicht machten es die Rieder den Polen aber durch Lücken in der Defensive, die vor allem die Ex-Internationalen Marek Saganowski (Polen) und Danijel Ljuboja (Serbien) immer wieder aufzeigten.

Erst als Legia in numerischer Unterlegenheit nachließ, kam Ried auf.

"Wenn man beide Spiele gegen Legia zusammenzählt, hat die bessere Mannschaft gewonnen. So fair muss man sein", erklärte SVR-Coach Heinz Fuchsbichler.

Polnische Presse sah "unnötige Nervenschlacht"

Polens Presse sah Legia als verdienten Sieger, der das Match aber spannender als nötig gestaltete.

"Die Legia-Spieler waren selbst schuld, dass der Aufstieg bis zur letzten Sekunde gefährdet war. Sie hätten die Österreicher in Grund und Boden spielen und mit mehreren Toren Abstand gewinnen können. Die Nervenschlacht war völlig unnötig", urteilte die "Gazeta Wyborcza".

Und "Rzeczpospolita" schrieb: "Sie haben diese Begegnung auf eigenen Wunsch kompliziert. Wir hätten deutlich höher gewinnen können, aber vergessen wir auch nicht die Situationen kurz vor Spielende, als der Gegner fast noch das Tor geschossen hätte."

"Jetzt beginnt wieder unsere tägliche Arbeit"

Nach dem Ende der Europacup-Abenteuer in Weißrussland und Polen wartet auf Ried nun wieder die heimische Kost.

Wiener Neustadt statt Warschau lautet die Devise: Am Sonntag (16.00 Uhr) geht es in Niederösterreich gegen das Schlusslicht um den dritten Saisonsieg im vierten Liga-Auftritt.

"Natürlich ist es enttäuschend, dass wir gegen Legia ausgeschieden sind. Jetzt beginnt wieder unsere tägliche Arbeit und das ist die Bundesliga", hakte Fuchsbichler das Thema Europa League ab.

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