Ärger und Freude beim WAC, Hummels kritisiert

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Wolfsfront gegen Gelbe Wand.

50 Männchen auf der einen Seite standen 6000 Auswärtsfahrer auf der anderen gegenüber.

Alleine das Kräfteverhältnis der beiden Fankurven spricht Bände. Die Ausgangslage zwischen dem WAC und Borussia Dortmund war schon vor der Partie klar und lange Zeit lief das Spiel auch dementsprechend.

In der zweiten Hälfte bekamen die Kärntner jedoch Oberwasser. „Wir ärgern uns natürlich, weil mehr drinnen war. Aber es war gut zu sehen, dass wir mithalten können“, fasste WAC-Kapitän Michael Sollbauer die Stimmung nach der knappen 0:1-Niederlage zusammen.

Taktische Maßnahme funktioniert

Auch Didi Kühbauer ließ sich zu einem positiven Fazit hinreißen: „Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen. So eine Leistung ist nicht selbstverständlich. Die Niederlage tut weh, aber ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen.“

Der Trainer selbst war es, der die Wende zur Halbzeit initierte. In seiner Pausenansprache wies er die Spieler an, die Dortmunder früher zu attackieren. „Die Abstände waren zu groß. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie höher stehen und noch mehr auf den Mann gehen muss, um nicht nur die Räume abzudecken“, so Kühbauer.

„Höher stehen war einfach das Mittel. Man hat gesehen, dass auch die Dortmunder Fehler machen, wenn auf sie Druck ausgeübt wird“, stimmte Mittelfeldspieler Manuel Seidl zu.

Eine unglaubliche Kulisse“

Infolgedessen kam der WAC in der Schlussphase der Partie vor einer ausverkauften Wörthersee-Arena noch zu einigen Ausgleichs-Chancen.

„Der Ball ist heute ein paar Mal auf der Linie gehoppelt, aber er wollte nicht drüber gehen“, sprach Seidl vor allem die Groß-Chance von Joachim Standfest nach dem Kopfball von Tadej Trdina an.

Auch Thomas Zündel war einer jener WAC-Profis, die eine große Möglichkeit liegen gelassen haben. Er hätte sich beim Publikum gerne mit einem Tor bedankt: „Eine unglaubliche Kulisse. Es war wunderschön, hier zu spielen. Wir haben von Haus aus nicht gewusst, wie wir mithalten können. Schade, dass wir verloren haben.“

Hummels kritisiert harte Gangart

Während die Wolfsberger mit der zweiten Hälfte zufrieden waren, haderten einige Dortmunder mit der Schiedsrichterleistung. BVB-Kapitän Mats Hummels bemängelte nicht nur die unausgewogene Kartenwahl des Referees, sondern auch die harte Gangart der Gastgeber.

„Ruppig ist noch ein schöner Ausdruck“, stieß dem Weltmeister die Aggressivität der Wolfsberger sauer auf.

Vielleicht war so mancher Borusse auch im ersten Pflichtspiel der Saison noch nicht an die Matchhärte gewöhnt. Thomas Tuchel lobte jdedenfalls die Leistung der Kärntner: „Die Wolfsberger haben gezeigt, dass sie sehr homogen verteidigen können. Die Handschrift von Didi ist klar erkennbar.“

Wir haben dominiert“

Der Neo-Coach der Dortmunder sah in den ersten 60 Minuten eine ballsichere Vorstellung seiner Elf. Mit dem Konter-Treffer von Jonas Hofmann zum frühen 1:0 (16.), dem ein passives Abseits (Kühbauer: „Ich verstehe die Sinnhaftigkeit dieser Regel nicht“) vorausging, legten die Gäste ordentlich los.

„Es ist in den ersten 60 Minuten so abgelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Sie sind tief gestanden, wir haben dominiert. Wir hätten den Sack früher zumachen müssen“, erklärte der Torschütze, der rechts den Vorzug gegenüber Kevin Kampl bekam.

Den Leistungsabfall nach der Pause führte der Youngster auch auf die schlechten Rasenverhältnisse zurück: „Der Platz hat uns das Kombinieren in der zweiten Hälfte schwierig gemacht und in den langen Bällen sind sie geschulter als wir.“

Wir wollen die Sensation schaffen“

Auch Marco Reus resümierte zufrieden. Er richtete den Blick bereits auf nächste Woche: „Mit dem schnellen Tor haben wir uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen.“

In ebendiesem will der WAC noch einmal aufzeigen. „Die Chancen sind weiterhin da, auch wenn es natürlich schwierig wird“, sagt Kapitän Sollbauer. Teamkollege Seidl gibt die Marschroute vor: "Wir fahren dort nicht hin, um ein 0:3 zu verhindern. Wir wollen die Sensation schaffen!“

BVB-Coach Tuchel sieht seine Mannschaft noch lange nicht aufgestiegen: „Natürlich kann im Rückspiel etwas passieren. Schließlich spielen wir Fußball!"

 

Jakob Faber

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